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Noise Shaping

Es ist ein herrlich leichtes Schweben, Driften, Versinken, und dann wieder Aufschwimmen, Weiterziehen im Strom der Partikel. Schließen der Augenlider, Neigen und Drehen des Kopfes ermöglicht die Navigation durch Schichten unterschiedlicher Färbungen und Strömungsrichtungen. Darin treibende Fragmente gelangen in Hörweite, scheinen vage erkennbar, entfernen sich wieder. Allesamt Bruchstücke aus vielfältigen Quellen.

Das klangliche Abbild der Welt als mikroskopische Aufzeichnung digitaler Daten verlässt sich auf den Willen zur peniblen Überlieferung. Die Sabotage der Leserichtung, ein Ignorieren (Missachten) der Metainformationen, das Zerlegen der Speicherräume liegt nahe. Es lockt das Stochern, das Sondieren, die Stichprobenentnahme, die Neuinterpretation im von Normen befreiten Datenvorrat.

Das künstlerische Forschungsprojekt rotting sounds beschäftigt sich mit der Vergänglichkeit von digitalem Klang im sozialen, technologischen und zeitlichen Kontext. Ein Forschungsgegenstand ist die Repräsentation von Klang als 1-bit-Datenstrom, der die Brücke zwischen digitalen und analogen Signalen schlägt. Ein voluminöser, hochfrequenter Rauschhintergrund fungiert dabei als Träger der darin verborgenen Klänge – diese Technik wird als Noise Shaping bezeichnet.

Thomas Grill
Kooperationen

In Kooperation mit SHAPE – Sound, Heterogeneous Art and Performance in Europe. Gefördert durch das Programm „Creative Europe“ der Europäischen Union. Die Komposition Noise Shaping ist im Rahmen des Forschungsprojektes rotting sounds (FWF AR445-G24) entstanden.

Termine
08.10.2020 | 19:30
Location
Dom im Berg
Konzert
Uraufführung
Biografien
Dieses Werk gehört zu dem Projekt:
musikprotokoll 2020 | Hidden Dome

© ORF musikprotokoll im steirischen herbst 1968-2020