Kurzzeit III

In den letzten Jahren sind einige Stücke entstanden, in denen bestimmte strukturelle Konstellationen ganz in den Vordergrund treten und andere fast völlig fehlen. Sie haben gewissermaßen Studiencharakter, sind aber keine kompositorischen Fingerübungen. Durch die formale Architektur und die Erzählweise des Geschehens bleibt der Werkcharakter immanent. Das Ensemblestück Kurzzeit III gehört dazu. Es gibt in diesem Stück keine Melodik und keine Thematik. Aus dem Nichts heraus entsteht durch die Überlagerung von Gruppen schneller Tonwiederholungen in den einzelnen Stimmen ein vielfarbiges, polyrhythmisches Geflecht. Bei Geringstimmigkeit wird es im ersten und dritten Teil des Werks als solches wahrgenommen, bei größerer Dichte entstehen eher summarische Eindrücke, z.B. im zweiten Teil, der im ff mit deutlicher Pulsation beginnt und in dem sich aus einer polymetrischen Verdichtung allmählich wieder eine Pulsation herausschält. Elemente aus dem ersten Teil treten andeutungsweise krebsartig im letzten wieder auf.

Friedrich Cerha
Interpret/innen
Friedrich Cerha: Komposition Johannes Kalitzke: Dirigent   Klangforum Wien Christoph Walde, Jason Pfiesterr: Wagnertuba Hsin-Huei Hang: Cembalo, Celesta Mirjam Schröder: Harfe Florian Müller: Klavier Lukas Schiske, Björn Wilker, Alex Lipowski, Manuel Alcaraz Clemente: Schlagwerk Annette Bik: Violine Dimitrios Polisoidis: Viola Andreas Lindenbaum: Violoncello Dario Calderone: Kontrabass
Termine
Location
Helmut List Halle
Konzert
Uraufführung
Dieses Werk gehört zu dem Projekt:
musikprotokoll 2018 | Klangforum Wien