ensemble zeitfluss
ensemble zeitfluss
Mit Musik von Joanna Wozny, Klaus Lang und Christoph Renhart.
06/10/2018
Helmut List Halle

Beim musikprotokoll beschäftigt sich das ensemble zeitfluss mit drei zeitgenössischen Positionen, die jüngste – weil im Sommer 2018 komponiert – ist eine Uraufführung des Grazers Christoph Renhart. Joanna Woznys Komposition beschäftigt sich mit den Wechselspielen von Sprache und Geräusch. Schon seit Jahren gewinnt sie diesem Grenzbereich in ihren meist luziden, gewissermaßen sparsamen, aber zugleich effektvollen Kompositionen immer neue Aspekte ab. Der Grazer Komponist Klaus Lang schließlich ist in diesem Konzert mit einem circa 20-minütigen Stück vertreten, das ganz wunderbar in die Reihe seiner Werke mit wirklich wunderlichen Titeln passt. Beim heurigen musikprotokoll kommt ein verkapptes Beziehungsdrama zur Aufführung: die heilige Clara und der schwarze Fisch. Es gibt sogar eine Drehbucherläuterung des Komponisten selbst: „Langsam und tief in Gedanken geht die heilige Clara mit ihren Holzschuhen durch die langen, stillen Gänge ihres Klosters. Eine lockere Steinfliese im Fußboden lässt sie leicht stolpern und verursacht ein schnelles, lautes Auftreten mit ihrem Holzschuh: ‚Gis!’ entfährt es ihr unwillkürlich. Draußen im Fischteich schwimmt der schwarze Fisch unbekümmert seine Runden.“ Nur gut, dass nicht auch noch der Fisch „Gis!“ zischen kann.

In Kooperation mit dem Verein die andere saite und der ÖGZM - österreichische Gesellschaft für zeitgenössische Musik.