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Evolution II
Evolution II für 2 Tonbandmaschinen oder Liveelektronik (1989) 12’

Bei der Serie Evolution wird als Algorithmus der Komposition die Entwicklung der Musik aus nur einer kleinen musikalischen Datenstruktur, dem Initiator, generiert. Dabei bildet sich dieser Satz an Ausgangsdaten durch selbst-ähnliche Abbildungen in mehreren Generationen in Tonhöhe, Lautstärke, Hüllkurven und Klangfarben ab und entschwindet danach wieder. Dieses Prinzip aus der Evolution wurde bei Evolution II auf eine 12-Ton-Reihe angewandt, welche sowohl die Struktur der Komposition als auch dessen Material bildet.

Der Algorithmus wurde in der Programmiersprache C auf einem Atari Computer programmiert, der diesen gleichzeitig auch in Echtzeit über MIDI spielen konnte. Als Klanggenerator diente der Yamaha TX816, ein 64-stimmiger digitaler FM-Synthesizer der ersten Generation im Institut für Elektronische Musik Graz, welcher von einem modifizierten mit 8  MIDI­Schnittstellen  ausgerüsteten Atari gesteuert wurde. Durch die spezielle Klangprogrammierung werden die Tonhöhen über einen liegenden Grundton gespiegelt, somit in den nicht-tonalen Frequenzraum transformiert, wodurch ein abstraktes Klanggebilde entsteht, bei dem jedoch die Charakteristik des Reihenspiels erfahrbar bleibt. Die Uraufführung erfolgte 1989 beim Festival für Elektronische Musik Musik& Technik im Technischen Museum Wien.

Audiodoku
Audio file
Winfried Ritsch "Evolution II" © IEM Graz, 2015
Interpret/innen

Komposition: Winfried Ritsch
Künstlerische Leitung: Klaus Hollinetz
Gesamtleitung: Winfried Ritsch

Kooperationen

Koproduktion steirischer herbst, musikprotokoll, Kunstuniversität Graz und IEM – Institut für Elektronische Musik und Akustik, Graz. In Kooperation mit SHAPE – Sound, Heterogeneous Art and Performance in Europe. Vinzenz Schwabs Kompositionsauftrag wurde im Rahmen von SHAPE 2015 vergeben. Gefördert durch das Programm „Creative Europe“ der Europäischen  Union.

Termine
Location
Kasematten
Konzert
Biografien
Dieses Werk gehört zu dem Projekt:
musikprotokoll 2015 | Pure Elektronik