Unser diesjähriges Festival-Sujet ist das berühmte Foto des CMS. Das CMS Experiment (Compact Muon Solenoid) ist einer der vier Teilchendetektoren des Large Hadron Collider (LHC) des CERN. CMS ist 25 Meter lang, hat einen Durchmesser von 20 Metern und besteht aus elf Scheiben, die auseinandergeschoben werden können.
2008 hatte der Physiker, Fotograf und Künstler Michael Hoch die Idee ein Foto von einer dieser Scheiben in Lebensgröße anzufertigen. Wie sich herausstellen sollte, waren dafür 210 Einzelfotos nötig, die schließlich zusammengesetzt wurden. Einen ganzen Tag lang „scannte“ Hoch gemeinsam mit einem Kollegen, dem CERN Fotografen Maximilien Brice, die Oberfläche besagter Scheibe ab, Schritt für Schritt, Zentimeter für Zentimeter, von links oben bis rechts unten, unter der Zuhilfenahme einer Hebebühne. So sind nun sogar die Kabelbeschriftungen lesbar.
Dieses sich aus 210 Einzelbildern zusammensetzende Kunstfoto ermöglicht eine Perspektive, die man so gar nicht einnehmen kann, nämlich die Frontalansicht und zeigt dabei das CMS Experiment in seiner ganzen Pracht. Die kreisförmige und geometrische Anordnung der einzelnen Elemente in den vielen verschiedenen Farben rund um das Strahlrohr, das üblicherweise genau durch die Mitte führt, erinnerte Betrachter:innen bereits an das berühmte Rosenfenster der Pariser Kathedrale Notre-Dames und an ein Mandala.
An zahlreichen Orten der Welt hat es Michael Hoch im Rahmen von Kooperationen mit art@CMS/ORIGIN bereits gezeigt, um ein Gefühl für die Dimension dieses so beeindruckenden wissenschaftlichen Instrumentes entstehen zu lassen, das nur wenige Menschen tatsächlich besuchen können. Seit 2012 verbindet das Vermittlungsprogramm art@CMS/ORIGIN die Wissenschaftsgemeinschaft rund um CMS und angrenzende Institutionen mit Kunstschaffenden, Kunststudierenden und Kunstlehrenden, um möglichst viele Menschen für die Teilchenphysik zu begeistern.
Auf Miteinladung des ORF musikprotokoll im steirischen herbst reiste im Jänner 2026 eine Gruppe Lehrender, Forschender und Studierender der Kunstuniversität Graz und der Universität Graz zur von art@CMS/ORIGIN veranstalteten SciArt Dialogue Week 2026. Die im Anschluss entstanden Kunstwerke und theoretischen Erkenntnisse werden im Rahmen der Ausstellung Supernova im Volkskundemuseum und des Symposiums Space, Time and Material: Trajectories between Art and Science im Meerscheinschlössl beim heurigen musikprotokoll präsentiert.
An der Mauer vor dem Volkskundemuseum wird während der gesamten Festivaldauer jener Ausschnitt aus besagtem Foto zu sehen sein, der das Herzstück des CMS Experiments zeigt.