Tanto nadar para morir en la orilla
(2008–2009) revidierte Version von 2015 für Turntables (2015)

Das venezolanische Sprichwort „Tanto nadar para morir en la orilla“ – so gut wie „So lange zu schwimmen, um am Ufer zu sterben“ – als Kompositionstitel zu verwenden, wurde 2008 vom massiven Scheitern der bolivanischen Revolution von Hugo Chávez, von Ignoranz, Korruption und einem faschistisch-autoritären Regierungsstil inspiriert.

Für mich als politisch links stehendem Lateinamerikaner handelte es sich um ein Trauerspiel, wofür sich eine logistisch und aufführungstechnisch aufwändige Komposition lohnte.

Tanto nadar musste aber gleich nach einer Spielsaison wegen der zu komplexen technischen Details und der Menge an schweren, selbstgepressten Vinylschallplatten von meinem Soloprogramm gestrichen  werden.

Nachdem ich in den letzten Jahren das Verbrechen des Kapitalismus zum Zentrum meiner Soloarbeiten gemacht habe, nehme ich Tanto nadar wieder auf. Diese überarbeitete Version hat inhaltlich keinen besseren Anlass, als die Unfähigkeit und Menschenrechtsverletzungen der bolivianischen  Nachfolgeregierung  zu thematisieren. 

Die Fassung ist technisch schlanker und musikalisch unmittelbarer. Viele der involvierten Aufnahmen wurden neu produziert, man kann damit „professioneller“ klagen und es ist keine Trauermusik mehr, sondern pure Aggression!

Audiodoku
Audio file
Jorge Sánchez-Chiong "Tanto nadar para morir en la orilla" - Noise Me Tender © ORF musikprotokoll, 2015
Interpret/innen

Komposition: Jorge Sanchez–Chiong

Noise Me Tender
Petra Ackermann, Viola
Philipp Meier, Klavier
Jorge Sánchez-Chiong, Turntables und Elektronik

Termine
Location
Helmut List Halle
Konzert
Uraufführung
Dieses Werk gehört zu dem Projekt:
musikprotokoll 2015 | Noise Me Tender