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Radiazione di corpo nero
Radiazione di corpo nero

Der Pianist und sein schwarzes Instrument agieren und fungieren als ein, um es in sprachlicher Nähe zur Planckschen Quantenphysik zu sagen, „idealer schwarzer Körper“: Darauf beruht das Konzept für die Komposition Radiazione di  corpo nero von  Teresa  Carrasco.  Diese

„Schwarzkörperstrahlung“ benennt in der Physik ein bestimmtes, ausgesandtes Strahlenspektrum, das unabhängig von allen Hohlraumcharakteristika außer der Temperatur ist. Deswegen irritiert ein reales Objekt innerhalb des Hohlraumes nicht die Strahlungsdichte. Allerdings: Die spektrale Bestrahlungsdichte, der der Körper ausgesetzt ist, muss gleich der spektralen Strahldichte des Strahlungsfeldes sein, in dem er sich befindet. Ein solcher idealisierter Strahlungsabsorber heißt dann nämlich „Schwarzer Körper“. Teresa Carrasco betreibt in und mit ihrem Radiazione di corpo nero alias Schwarzkörperstrahlung aber  nicht  Physik, sondern  Musik.

„Frequenzspektren des Stückes“, schreibt sie, „werden durch die Temperatur, Position, Bewegung des Pianisten und durch das experimentelle Arbeiten mit den multiplen Möglichkeiten des Flügels als Resonanzkörper beeinflusst.“ Und im Hohlraum „Konzerthalle“ werden die Parameter Temperatur, Position und Bewegung des „idealen schwarzen Körpers“, sprich des Pianisten und seines Instrumentes, die räumliche Verteilung und Bewegung des Klanges in Echtzeit in einem Multikanal-System beeinflussen.

Christian Scheib
Audiodoku
Audio file
Teresa Carrasco "Radiazione di corpo nero" - Gilles Grimaître, Klavier © ORF musikprotokoll, 2015
Interpret/innen

Komposition: Teresa Carrasco

Klavier: Gilles Grimaitre

Kooperationen

Ein Auftragswerk zum 50-Jahre-Jubiläum des IEM – Institut für elektronische Musik Graz.
In Kooperation mit dem ORF musikprotokoll.

Termine
Location
Helmut List Halle
Konzert
Uraufführung
Dieses Werk gehört zu dem Projekt:
musikprotokoll 2015 | Radiazione di corpo nero