Vom Raschèr Quartett gebeten, sich über das Saxophon Gedanken zu machen, erklärte Xenakis unverzüglich sein Interesse, für das Ensemble zu schreiben und sagte, er spüre „eine versteckte Ausdruckskraft im Ton des Instruments", welche er gerne musikalisch freisetzen würde. Er versprach, dies zu überdenken, und wir vereinbarten, in Kontakt zu bleiben. Ein Jahr später kam die erste Arbeitssitzung; wir spielten, erhörte zu - ruhig, fast ohne Kommentar. Ein weiteres Jahr verging und wir besuchten ihn in seinem Pariser Atelier, doch diesmal war er ziemlich anders, voller Fragen über die Möglichkeiten der Instrumente. Offensichtlich hatte er über die Saxophone nachgedacht und wollte sie jetzt gründlicher erforschen, sich methodisch einen Weg zu ihrem Wesen bahnen. Wir führten ihm viele spezielle Techniken vor; viele davon auf seine Bitte hin. Von diesen hatten wir nicht einmal gewusst, dass sie möglich wären. Doch bemerkenswert ist die Tatsache, dass er kaum irgendwelche davon verwendete, außer den vollen Tonumfängen der vier Saxophone (was kaum einen speziellen Effekt darstellt).
Das Resultat ist nach Meinung der Spieler, denen das Werk gewidmet ist, einer der ausdrucksvollsten und originellsten Beiträge zum Saxophon-Quartett-Repertoire bis heute. Es ist beispiellos in seiner dynamischen Wirkung, seiner gewaltigen Energie und seiner mächtigen Klangfülle; seine Struktur jedoch ist unkompliziert, sogar klassisch. Wie er es im Titel anzudeuten wünschte, hat Xenakis die berühmte Schöpfung von Adolphe Sax in einem völlig neuen Licht gezeigt. Doch, was für Kenner seiner Musik offensichtlich sein wird, verweist der Titel auch auf seinen eigenen Namen. Denn tatsächlich hat lannis Xenakis in diesem Werk eine bisher unbekannte Seite seiner Persönlichkeit enthüllt.