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pentimento
pentimento

Während der Arbeit an Malakut (1993-96) bemerkte ich gewisse Anzeichen eines inneren Rückzuges in meiner Geisteshaltung. Später wurde es immer spürbarer, immer sichtbarer, dass das, was ich bis dahin machte, eine Art „übertönen", eine „beschämte Übermalung" war. Dass das, was ich immer getan hatte, und durch die Ausschmückung wie Immer-Wieder-Anfan­gen ausgesehen hat, in Wahrheit Immer-Wieder-Zurückgehen bedeutete.
In pentimento unterlass ich alle üblichen Retuschen. Nicht mehr den Schmutz unter den Teppich tun, sondern den Teppich überhaupt nicht put­zen. Dadurch kam eine Einfachheit zum Vorschein. Durch die Einfachheit hatte ich nur zwischen ganz groben Eigenschaften zu entscheiden. Nicht mehr zwischen 49 % und 51 %, sondern zwischen Ja und Nein. Daher sind die verursachten Flächen sehr eben, sodass die Unebenheiten, die vorkom­men, auch auffallen.

Regression", das ist das Dilemma, in dem das pentimento sich bewegt.

Nader Mashayekhi
Interpret/innen

Viola: Kim Kashkashian
Radio Symphonieorchester Wien
Dirigent: Dennis Russell Davies

Kooperationen

Kompositionsauftrag des Musikproto­koll

Termine
Location
Grazer Congress – Stefaniensaal
Konzert
Uraufführung
Dieses Werk gehört zu dem Projekt:
musikprotokoll 1998 | Mashayekhi/Bouchard