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Wolken
Wolken für Orchester (1996/97)

In dem Orchesterstück Wolken greifen Musik, Grafik und Aktion in einander. Ausgehend von grafischen Skizzen entstanden stufenweise immer  präzi­ser ausformulierte Formen der Kompo­sition, so dass schließlich ein breites Material zwischen einem genau ausntierten, rhythmisch hochdifferenzierten Orchestersatz über „begrenzt aleatori­sche" Strukturen bis hin zu frei zu interpretierenden Grafiken entstand.

Diese Materialien treten in Wolken in ein ständiges Spannungsverhältnis zueinander, das durch Aktionen einzel­ner Musiker am vorne plazierten „Spielplatz" eine zusätzliche Ebene erhält. Dabei erklingen ausnotierte und aleatorische Passagen teils gleich­ zeitig, teils einander abwechselnd.

Das klangliche Potential des Orchesters wird durch verschiedene Techni­ken bis an äußerste Grenzen ausgelo­tet. Das Orchester wird teilweise in zahlreiche eigenständigEinzelstim­men aufgefächert, Geräuscherzeuger wie Wasser, Bohnen, Schleifpapier erweitern das Klangspektrum und auch die ungewöhnliche Aufstellung der Streicher im Halbkreis schafft klanglich eine charakteristische Situa­tion.

Die Aktionen am „Spielplatz" (z.B. Würfelspiele, Tarot-Karten, Tische­ rücken) erweitern einerseits auch das klangliche Gesamtbild, bilden aber andererseits auch assoziative Bcken, die die von der Musik erzählte „Geschichte" ergänzen.

Dieses Zusammenführen der Elemente Komposition, Grafik und Aktion in der vierteiligen Form von Wolken war für mich ein wesentlicher Schritt in meiner kompositorischen Arbeit.

Ming Wang
Interpret/innen

Gitarre: Gunter Schneider, Burkhard Stangl
Radio Symphonieorchester Wien Dirigent: Dennis Russell Davies

Termine
Location
Grazer Congress – Stefaniensaal
Konzert
Uraufführung
Dieses Werk gehört zu dem Projekt:
musikprotokoll 1998 | Wang/Neuwirth