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CTM2021-Otherkin-Asocialsoftware
CTM Radio Lab 2021
Veröffentlichungsdatum

Zwei Gewinnerprojekte wurden aus einer offenen Ausschreibung für das CTM 2021 Radio Lab ausgewählt.

220 Bewerbungen aus 47 Ländern sind eingelangt. Ein herzliches Dankeschön an alle, die sich die Zeit genommen haben, ihre Vorschläge einzureichen, die die Themen und Herausforderungen des Aufrufs aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchteten.

Die vom Deutschlandfunk Kultur - Radiokunst/Klangkunst und dem CTM-Festival in Zusammenarbeit mit dem ORF musikprotokoll im steirischen herbst, Ö1 Kunstradio, der Zeitschrift The Wire und dem Goethe-Institut vergebene Ausschreibung CTM 2021 Radio Lab suchte nach ungewöhnlichen Erkundungen der künstlerischen Möglichkeiten des Radios und der Medien Live-Performance oder Installation und widmete sich gleichzeitig dem Thema des Festivals CTM 2021 - Transformation. Die Jury bestand aus: Audrey Chen (unabhängige Künstlerin), Elisabeth Zimmerman (Produzentin, ORF Kunstradio), Jan Rohlf (Künstlerischer Leiter & Geschäftsführer, CTM Festival), Marcus Gammel (Kurator, Deutschlandfunk Kultur Radio Art / Klangkunst) und Shane Woolman (The Wire Magazin).

Otherkin - A Social Software

Omsk Social Club x Portals Cashmere Radio x Alexander Iezzi

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CTM 2021 Otherkin Asocialsoftware

CTM 2021 Otherkin Asocialsoftware

© Omsk Social Club x Portals Cashmere Radio x Alexander Iezzi

© Omsk Social Club x Portals Cashmere Radio x Alexander Iezzi

»Otherkin - A Social Software« ist eine Rollenspiel-Radio-Performance , die sich um Otherkin und den Begriff der Begleitspezies dreht - um Menschen, die sich mit anderen Tieren, Organismen, Landschaften, und Technologien verbundenfühlen. Die Arbeit wirft Fragen nach neuem Animismus, Translokalität  auf und fragt, wie wir den Anthropozentrismus aufgeben können. Das Stück entwickelt sich in Echtzeit über die die Dauer des Social-Software-Experiments und wird während dem CTM Festival live gestreamt.

Durch die Stimmen von Otherkin öffnet die Arbeit die Tür zu einer kollektiven Untersuchung von Identität - zwischen Menschsein und etwas anderem - und neue Arten des in der in der Welt Seins hervorbringen. Die Arbeit zielt darauf ab, das Bewusstsein für die komplexen Verflechtungen direkter physiologischer Effekte von Frequenzen und die psychologischen Effekte von Erzählungen, Rollenspielen und Othering zu schärfen. Indem sie in Zungen sprechen, untergraben und mutieren die Spieler die Realität und eröffnen alternative und transformative Landschaften des Zusammenlebens.

Omsk Social Club nutzt traditionelle Methoden des Live-Action-Rollenspiels (Larp) für immersive Installationen in Real Game Play (RGP), um Zustände hervorzurufen, die eine Fiktion oder eine noch nicht gelebte Realität sein könnten. Die Ortsspezifischen Live-Installationen sind improvisiert und erforschen durch virtuelle Egos populäre Erfahrungen und politische Phänomene.

Alexander Iezzi ist Künstler, Musiker, Performer, Organisator, Garagenpsychologe, und lebt zwischen Rotterdam und Berlin. Seine künstlerische Praxis konzentriert sich auf den Bau von ‚Stationen‘, die von Materialien und Personen durchlaufen werden, und diese in Instrumente, Figuren, Töne, Umgebungen und Bilder umwandelt. Spiel und Vorstellungskraft werden so zu Technologien, mit denen Iezzi die Konstruktion moralischer Rahmenbedingungen und politischer Ideologien untersucht.

Sarah Johanna Theurer ist eine kritische Praktikerin techno-sozialer Techniken und Theorien des 21. Jahrhunderts. Sie moderiert Portals, eine Show bei Cashmere Radio Berlin, die sich auf prozessorientierte Kunstpraktiken konzentriert. Derzeit arbeitet sie als Associate Curator am Haus der Kunst in München und denkt über Kuratieren als Hosting nach; über Symbiose, Pflege und Vertrauensprobleme.

The Right to Do Nothing/Hak Untuk Malas

Riar Rizaldi

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CTM 2021 Call Riar Rizaldi

CTM 2021 Call Riar Rizaldi

© Jung-geun Park

© Jung-geun Park

„Sonic-fiction“ Hörspiel über migrantische Arbeiter*innen im Hongkong einer nicht näher bestimmten Zukunft. Hier gelten ungewöhnliche Produktivitätsnormen: Bezahlt wird man fürs Schlafen und fürs Nichtstun.

Um die Jahrtausendwende entstanden in Indonesien zahlreiche gemeinschaftlich organisierte Community-Radios, meistens von Gewerkschaften betrieben. Sie informierten über Arbeitsrecht, verbreiteten revolutionäre Gedanken und Literatur. Dann wechselte der Fokus von der Arbeit auf die Freizeit: Die heutigen Sender liefern den Soundtrack zum entspannten Sonntag.

Vor diesem Hintergrund entwirft der Klangkünstler Riar Rizaldi ein mehrsprachiges Hörspiel. Im Zentrum stehen migrantische Arbeiterinnen und Arbeiter im Hongkong einer nicht näher bestimmten Zukunft. Hier gelten neue Maßstäbe für Produktivität und Untätigkeit: Bezahlt werden die indonesisch-stämmigen Hausangestellten fürs Schlafen und fürs Nichtstun.