Saed Haddad

Saed Haddad wurde 1972 in Zarka/Jordanien geboren und lebt in Deutschland. Er studierte Philosophie in Belgien, danach Komposition in Jordanien, Israel und Großbritannien (PhD bei George Benjamin) und besuchte u.a. Meisterklassen von Louis Andriessen, Helmut Lachenmann und Pascal Dusapin. Bei seinen Arbeiten von 2004-2006 erforschte Haddad seine Identität in einem Spannungsfeld zwischen westlichen und arabischen Traditionen. Er war einerseits Teil von ihnen, gleichzeitig ein Außenseiter. Nach dieser Erfahrung begann er die Idee des Vergessens der eigenen Kultur zu hinterfragen, um herauszufinden, was nach der postmodernen, vorherrschenden Ära der „Nutzung-eigener Traditionen“ kommen könnte. Dieser Versuch des Vergessens (eine Form des Identität-Selbstmords) betont eine irrealistische Haltung, die die Unmöglichkeit des absoluten Akt des Vergessens der eigenen Traditionen hinterfragt, und der Suche nach einer eigenen Identität widerspricht, während eines Identitäts-Selbstmords gleichzeitig strebt. Seine Musik wurde von Europas renommiertesten Ensembles, Orchestern und Festivals aufgeführt. Zurzeit ist er composer-in-residence beim Philharmonischen Orchester Heidelberg. Haddad erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter „Le Prix de Rome - La Villa Medicis“ 2008-2010.

27/01/2012 - 14:53