ORF musikprotokoll
Konzert
Österr. Erstaufführung

Termine: 

07/10/2017 - 19:30

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Biografien: 

un mar de tierra blanca

Mauricio Sotelo
un mar de tierra blanca (2017)
Der Titel meines Werkes stammt aus einem Gedicht von Federico García Lorca (1898–1936):
 
Un mar de sueño                              Ein Meer von Traum
Un mar de tierra blanca                  Ein Meer von weißer Erde
Y los arcos vacíos por el cielo        Und die leeren Bögen am Himmel
(…)                                                     (…)
 
Für die Umsetzung der Metapher ins Klangliche verwende ich einen sogenannten ‚Lorenz-Attraktor‘.
 
Formuliert wurde das System um 1963 von dem Meteorologen Edward N. Lorenz, der es als Idealisierung eines hydrodynamischen Systems entwickelte. Eng mit dem Lorenz-Attraktor verbunden ist das Schlagwort des Schmetterlingseffektes (Metapher aus der Chaosforschung). Das System von Differentialgleichungen stand wiederholt im Blickpunkt der Öffentlichkeit, die mit dem chaotischen Verhalten der mathematischen Gleichungen Phänomene der realen Welt zu erklären versuchte: So sollte das Lorenz-System anschaulich machen, dass im atmosphärischen Strömungsbild kleine Ursachen große Wirkung zeigen können ...
(Wikipedia)
 
Das ‚Lorenz-System‘ wird im langsamen ersten Abschnitt des Werkes präsentiert. Es bestimmt die Linien der Tondauern und der ‚Energie‘ (Dynamik) der 4 Gitarren, sowie die Klangfarben. Jedem Punkt der wellenartigen Linie wird ein Klang (Flageolett-Ton oder ‚Multiphonic‘)
zugeordnet. Der Lorenz-Attraktor hat auch einen Einfluss auf die Großform (bestimmt sozusagen, wohin die Reise geht) und hat – für mich als Komponist – auch eine rein ‚poetische‘ Funktion. Er dient als Inspirationsquelle für die Ausarbeitung der poetischen Klangqualität der verschiedenen Texturen in jeder Phase. So können wir uns zum Beispiel einen aus der Ferne wehenden Wind vorstellen, der immer stärker wird. Er wird immer heftiger bis zum ‚tanzenden Wirbel‘ (Bulería/Scherzo = Kadenz, Takte 199–249): sich nähernder Sturm und später der Geruch von feuchter Erde. Stellen wir uns eine Art klangliche Dreidimensionalität vor, mit einer unendlichen Palette von Intensitäts-, Gewichts- und Helligkeitsgraden.
 
Das Werk entfaltet sich in 10 Phasen bzw. Abschnitten.
Mauricio Sotelo
Barry GuyMaya Homburger & Barry GuyAleph GitarrenquartettAleph GitarrenquartettAleph Gitarrenquartett, Zeynep Gedizlioğlu
Aleph Gitarrenquartett, Zeynep GedizlioğluMaya Homburger & Barry GuyAleph Gitarrenquartett, Maya Homburger & Barry GuyMaya HomburgerMaya Homburger & Barry Guy

InterpretInnen: 

Aleph Gitarrenquartett
Andrés Hernández Alba
Tillmann Reinbeck
Wolfgang Sehringer
Christian Wernicke
 
Maya Homburger (CH)
Barry Guy (GB)

Kooperationen: 

Aleph Gitarrenquartett