musikprotokoll 2015
Konzert

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18/10/2015 - 18:00

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NIXE Abschlusskonzert mit Omar Niang

Omar Niang
Omar Niang (3´19") © ORF musikprotokoll, 2015

Reiseroute Mittelmeer
Der senegalesische Musiker Omar Niang und sein künstlerisches Zuhause Palma de  Mallorca

Mit 27 Jahren, so schreibt der senegalesische Musiker Omar Niang in einer kurzen autobiografischen Anmerkung, habe er genug Geld beisammen gehabt, um sich seinen Traum erfüllen zu können und nach Europa zu gehen, um als Musiker zu leben. Das war 1985. Als wir ihn 2014 in Palma de Mallorca mit seiner aktuellen Band spielen hören, erzählt er anschließend davon, wie sehr ihm die so betont urbane und durchmischte Atmosphäre dieser Metropole zusage, und anhand der Besetzung seiner Band ist deutlich abzulesen, was er damit meint: Aus sechs Nationen von verschiedenen Kontinenten stammen zur Zeit die sieben Mitglieder.

Omar Niang spielt aber immer noch oft und gerne SoloGigs, in der sich die Durchmischung der Kulturen zwar ebenfalls hören lässt, aber auf eine weniger vordergründige, auf eine subtilere und dem afrikanischen Idiom näher gebliebenen Weise. Er singt in Wolof, einer im Senegal weithin gebräuchlichen Sprache, und spielt das Xalam oder auch Ngomi, eine afrikanische Form eines Saiteninstruments, von dem manche behaupten, es gehöre zu den Vorfahren des dann in Amerika entwickelten Banjo. Er singt aber auch in arabischer und europäischen Sprachen und meist hat er deswegen auch Laute, Gitarre und Ukulele mit auf der Bühne.

Für seine bewusst interkulturelle Musik könne er sich zum Leben und Musizieren einfach keinen besseren Ort auf der Welt vorstellen als das gleichzeitig so unprätentiöse wie weltoffene Palma de Mallorca. Er thematisiert das nicht nur musikalische sondern auch im Artwork einer seiner letzten CDs.

 Bedroht von einer riesigen Meereswelle, die an Hokusais berühmte „Große Welle von Kanagawa“ erinnert, sieht man eine kleine, hölzerne Arche, voll mit schwarzen Menschen mit weit aufgerissenen Augen, die afrikanische und europäische Musikinstrumente bei sich haben. Aber Omar Niang drückt nicht einfach realistisch auf die Tränendrüse. Das Bild ist eine bunte Zeichnung, und die angedeutete ironische Brechung fährt in  Form  eines Mikrofonständers gleich mit über das Meer. Als Finale einer Klangkunstausstellung, deren Schirmherr die Meere unter ganz anderen Umständen mit seiner „Nixe“ durchkreuzte, verweist die Arbeit und das Konzert von Omar Niang auf die Ambivalenz von Meer und Sehnsucht, von Not und Wunscherfüllung. Mallorca mochten beziehungsweise mögen sie beide, Ludwig Salvator und Omar Niang.

An diesem Inselort Palma de Mallorca formte Omar Niangs ganz persönliche Schnittmenge – zwischen Afrika und Europa, mit Andockpunkten in Südamerika – über die Jahre hinweg auch seine eigene, solistisch vorgetragene Musik. Mit einer charismatischen, leicht rauchig klingenden Stimme erzählt er bei solistischen Auftritten eher die intimen Geschichten eines Lebens zwischen den Kulturen und sein virtuoses und rhythmisches Spiel auf Xalam oder Ukulele verleihen den Geschichten ihren Drive.

Christian Scheib
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InterpretInnen: 

Omar Niang