musikprotokoll 2013
Lecture Performance
Uraufführung

Termine: 

06/10/2013 - 21:00

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  • Eintritt frei

Biografien: 

sonic blue /Reisebericht

Delphine
sonic blue

Es wird ein zentrales Werk im musikalischen Schaffen von Angélica Castelló sein, das stand zu Beginn des Kompositionsprozesses von "sonic blue" im Februar bereits fest. Die 40-jährige Komponistin, Blockflötistin und Soundelektronikerin aus Mexiko, die schon viele Jahre in Wien lebt, hat sich dafür gemeinsam mit musikprotokoll Co-Kuratorin Susanna Niedermayr auf eine ungewöhnliche Reise begeben: Auf der nordnorwegischen Inselgruppe Lofoten treffen die beiden die Biologin und Bioakustikerin Heike Vester, die in dem Fischerdorf Henningsvær 2005 die Organisation "Ocean Sounds" gegründet hat. Vester nimmt Castelló mit hinaus zu den in den Gewässern rund um die Lofoten heimischen Walen. Die gemeinsam eingefangenen Tonaufnahmen bilden die klangliche Basis von "sonic blue".

Im Zeichen des Umweltschutzes

"Ocean Sounds" widmet sich der Erforschung von Meeressäugern und dem Schutz der marinen Umwelt. Immer weiter breitet sich die Ölindustrie am Eingang zum Vestfjord aus. Bei den seismischen Untersuchungen wird auf der Suche nach neuen Öl- und Gasfeldern unter Wasser Pressluft zur Explosion gebracht. So werden Schockwellen erzeugt. Die zurückgeworfenen Vibrationen geben Auskunft über die Lage, Dichte, Form und den Verlauf der Gesteinsschichten, - ein massiver Eingriff in die natürliche Klangumgebung der im Meer heimischen Lebewesen.

In vieler Hinsicht tiefgründig

Mit "sonic blue" erschafft die Musikerin ihre ganz persönliche imaginäre Unterwasserwelt, die das Publikum auch in das große Klangmeer eintauchen lässt, das sich im Inneren ihrer Subgroßbassblockflöte auftut, Castellós Hauptinstrument. Und noch in einer weiteren Hinsicht ist der Kompositionsprozess dieses Stückes eine Auseinandersetzung mit dem Tiefgründigen, symbolisiert das Meer für Angélica Castelló doch auch das Unterbewusste. 

Susanna Niedermayr hat für die Ö1 Sendereihe "Hörbilder" ein Feature gestaltet, das den außergewöhlichen Entstehungsprozess von "sonic blue" dokumentiert.

Siehe auch:

Fr 04/10, 18.00 | Murinsel
Kunst im Anthropozoikum | Diskussion
alien productions (A) Oliver Baurhenn (D) Angélica Castelló (A/MEX) Daniel Lercher (A) Winfried Ritsch (A)

Angélica Castelló
Heike Vester holt Angélica Castelló und Susanna Niedermayr von Svolvaer mit ihrem Boot ab.Die erste Begegnung wird gleich festgehalten. (v.l.n.r.: Angélica Castelló, Heike Vester, Susanna Niedermayr)Zuerst geht es nach Kabelvag zu einer Protestveranstaltung gegen die sich am Eingang zum Vestfjord immer mehr ausbreitende Ölindustrie. Heike Vester bindet ihr Boot an der Kallinika - dem Schiff der norwegischen Umweltorganisation Bellona - fest.Zwischen zwei Musikeinlagen diskutieren die Aktivist/innen mit einer großen Runde an Politiker/innen über die Auswirkungen der Ölindustrie auf das marine Ökosystem.Bei der Protestveranstaltung sind auch Vertreter/innen von Greenpeace...
Sie sind mit der "Arctic Sunrise" nach Kabelvag gekommen.Das verwundert: Auf der Protestveranstaltung werden nicht nur vegane Burger sondern auch Walburger verkauft.Beisammensitzen auf der Kallinika. In der Mitte: Richie Herbst. Er hat Susanna Niedermayr und Angélica Castelló auf die Lofoten begleitet und nicht nur tatkräftig bei der Fotodokumentation geholfen. 2014 wird Herbst "sonic blue" auch auf seinem Plattenlabel Interstellar Records veröffentlichen.Unter Deck interviewen wir Sigurd Enge von Bellona und Heike Vester zu den Auswirkungen der seismischen Untersuchungen und Ölbohrungen auf das marine Ökosystem. Das Gespräch kann auf der musikprotokoll Website nachgehört werden.Das eigentliche Reiseziel: Henningsvaer. Ein Fischerdorf verteilt auf drei sehr kleine Inseln am untersten Zipfel von Austvagoy, der Hauptinsel der Lofoten, ein Stückchen oberhalb des Polarkreises. Durch mehrere Brücken sind sie miteinander verbunden.
Das Landschaftsbild dominieren hier die für die Gegend typischen Holzgestelle, auch Kathedralen der Lofoten genannt. Auf ihnen wird jedes Jahr der im Winter von den Fischern massenweise angelieferte Dorsch zum Gefrier-Trocknen aufgehängt.Susanna Niedermayr und Angélica Castelló befragen Heike Vester in ihrem Büro zu ihrer wissenschaftlichen Arbeit und zu "Ocean Sounds". Dieses Interview kann ebenfalls auf der musikprotokoll Website nachgehört werden.In Zusammenarbeit mit dem "Arctic Hotel" ist soeben bei der Einfahrt zu Henningsvaer ein neues Ausstellungs- und Forschungszentrum von "Ocean Sounds" im Entstehen......im Sommer 2014 soll es mit einem Festival eröffnet werden.Geplant ist auch eine Kooperation mit dem nahe gelegenen Dorsch Museum...
So wird also der Dorsch zum Gefrier-Trocknen aufgehängt.Angélica Castelló hinter der Bar und vor einer Sammlung alter Radios und Navigationsgeräte.Mit diesen beiden Hydrophonen nimmt Heike Vester die Kommunikationslaute der Meeressäuger auf.Der große Tag: Bei strahlend blauem Himmel und spiegelglatter See treffen Angélica Castelló, Heike Vester, Susanna Niedermayr und Richie Herbst auf eine Gruppe atlantischer Weißseitendelfine, mit denen sie schließlich mehrere Stunden verbringen.Susanna Niedermayr und Angélica Castelló mit ihren diversen Aufnahmegeräten.
Delfine,......Delfine,......und noch einmal Delfine.Angélica Castelló hört in das Meer hinein und den Delfinen zu. Die Aufnahmen wird sie später in ihrer Komposition "sonic blue" verwenden.Angélica Castelló im Gespräch mit Eva Roither, der Co-Producerin der Ö1 Hörbilder, bei der Vorpräsentation des Features "sonic blue" im KlangTheater Wien...
Wenige Tage vor Beginn des musikprotokolls hat Angélica Castelló dort auch bereits einen Ausschnitt aus "sonic blue" präsentiert.

InterpretInnen: 

Susanna Niedermayr (A)

Kooperationen: 

Auftragsprojekt musikprotokoll. Im Rahmen von ECAS – Networking Tomorrow‘s Art For An Unknown Future, working period 3 „Ubiquitous Art and Music. Art, Sound and the Everyday.“