musikprotokoll 2006 Header
Konzert
Uraufführung

Termine: 

13/10/2006 - 19:30

Orte: 

Biografien: 

stase-hypostase

stase-hypostase

zwei Zustände. Auratisches Ausleuchten einer dialektischen Beziehung. Im „stase" werden die Musiker bekannt gemacht mit mehreren „musikalischen Welten" - genau notierte, selbstähnliche Strukturen. In „hypostase" wird dann auf diese Teile mittels eines Balken referenziert, und zwar sind diese Strukturen dann, inspiriert durch ihre Notation im ersten Teil zu improvisieren, Pausen sind selbständig zu setzen und später ist dann auch die Art der Struktur frei zu wählen. Die Texturierung ist nun in den Händen der Musiker. Ein Ausloten der Gegensatzpaare „komplexe Notation - Umgang mit dem .erlernten' Material in Spacenotation". Die Frage des Umgangs mit komplexem Material stellt sich zwangsläufig angesichts der immer komplexer werdenden Musikalischen Vorstellungen und Notation. Ist es möglich, Musikern einen musikalischen Mikrokosmos zu zeigen, sie gleichsam an der Hand zu nehmen und hinzuführen zu abstrakten Strukturen, um sie dann „anzapfen" zu lassen vom Spieler? Innerhalb dieses formalen Rahmens passiert ein ständiges Wechseln der gemeinsam musizierenden Subgruppen des Ensembles. Vergleichbar der Herausbildung mehrerer kleinerer Gesprächsgrup­pen inmitten einer Anzahl von Kommunizierenden, hat diese Form des Musizierens eine soziale Implikation - die Musik sucht nach Möglichkeiten, die traditionellerweise starre Dirigent-Musiker Verbindung aufzuweichen und den Musikern selbst Verantwortung für ihr eigenes Spiel innerhalb des Metakontextes zu überantworten.Eine mögliche Version wird gespielt und selbst - das ist das Entscheidende - der vom Komponisten aufgeschriebene Weg dorthin ist seinerseits nur eine Möglichkeit der Emanation dieser abstrakten Struktur - und somit um nichts valider als eine gut „improvisierte" Version. Die Improvisation istkeine mehr als solche. Vielmehr verstehe ich das „online"-Musizieren als „Abgreifen" eines musi­kalischen Streams und die akustische Ausprägung dann als eine valide Möglichkeit der Abbildung, die jedoch - wie Eco es im „opera aperta" formuliert - erst zusammen mit weiteren Abbildungen Aufschluss über den Stream geben kann.

InterpretInnen: 

Denovaire, Komposition

Kooperationen: 

Eine Produktion von Institut 1 - Komposition, Musiktheorie, musikgeschichte und Dirigieren an der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz.