musikprotokoll 2001 Header
Installation

Termine: 

10/10/2001 - 22:00
11/10/2001 - 09:00 bis 04/11/2001 - 12:00

Orte: 

Cavae Tona

Cavae Tona - Werkkomplex und Intermediäres Objekt CavaeTöna und weitere Objekte

Wie fest Musik als ephemere Kunstform in die Dualität von Ursache und Wirkung eingebunden ist, das zeigt die Ausstellung mit Arbeiten der beiden in Aachen lebenden Künstler Norbert Walter Peters und Peter Lacroix.

Die Ursachen/Anlässe für eine Komposition liegen selten in der Auseinandersetzung mit musikalischen Phänome­nen selbst. Titel wieL'après-midi d'un fauneoder Bilder einer Ausstellung verweisen auf Inhalte, die außerhalb der Musik als Kunstform liegen und dennoch in der künstlerischen Transformation mit kompositorischen Mitteln eine Gestalt gewinnen, welche das assoziativ Bildnerische ihres Anlasses an Eindrücklichkeit weit übersteigt. Die so ge­wonnene Intensität greift tief in die Erlebnisfähigkeit des Zuhörers ein, evoziert individuelle Bilder oder Emotionen.

Mit diesen Gegebenheiten im intermediären Bereich musikalischen Schaffens haben sich der Komponist und Klangkünstler Norbert Walter Peters und der Maler Peter Lacroix in ihren Arbeiten auseinandergesetzt. Beiden geht es nicht um die Illustration dieser Vorgänge, sondern um die künstlerische Auseinandersetzung mit Ursache und Wirkung kompositorischen Schaffens.

„Imaginäre Partituren" nennt Norbert Walter Peters (geb. 1954) die meist kleinformatigen Arbeiten, die in den Vitri­nen der Galerie präsentiert werden. Sie sind Bestandteil der in Trilogien angelegten Arbeitsweise des Komponisten. Jedes seiner Werke ist gegliedert in eine Rauminszenierung, ein Hörstück und eben jene „Imaginären Partituren". Hier faßt Peters visuelle Eindrücke von Raum, Landschaft und bisweilen weit ausgreifenden zeitlichen Dimensionen in präzise strukturierte Darstellungen zusammen. So ist jedes Detail in Position und Materialität mit konkreten Bedeutungen aufgeladen. Die oft scheinbar so disparaten profanen Eindrücke, die Anlass für seine künstlerischen Auseinandersetzungen gewesen sein mögen, werden in den „Imaginären Partituren" unter eben dem Begriff der Imagination zu einer Einheit zusammengeführt. Diese Partituren sind die Literatur des Komponisten, nicht wie üblich der Leitfaden des Interpreten. Der Interpret/Instrumentalist als übermittelnde Instanz wird hier übersprun­gen. Der Betrachter/Zuhörer selbst wird zum Interpreten.

InterpretInnen: 

Norbert Walter Peters
Peter Lacroix
Dr. Bernhard Lüers