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Performance

Termine: 

14/10/2000 - 23:00

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Biografien: 

Trance Bakxai

Trance Bakxai

Das aktive Wahrnehmen von Musik, die Organisation der auditiven Wahrnehmung auf kreative Weise erscheint uns der Fluchtpunkt unserer verschiedenen Arbeits- und Forschungsgebiete zu sein. Im Zuge dessen stießen wir auf die Bedeutung der „Geburt der Tragödie", des Geistes des Dionysos', des Geistes der Musik. Wir bemerkten, daß Nietzsche die Tragödie aus Trance- und Prozessionsritualen erstehen hatte sehen. Der Weg führt zu einem phrygischen Tongewebe mit seiner charakteristischen Fusion der Identitäten, zu einer kollektiven Trance, in der die Unterscheidung zwischen Darsteller und Zuseher, zwischen „actor" und „audience", sich verwandelt in eine zwischen „musicians" und „musicati", zwischen „Musizierenden" und „Musizierten".

Wir wollen eine grundsätzliche und permanente Erweiterung des Bewußtseins produzieren. Die kurzfristige Trance jener Sklaven, die für eine Nacht aus dem Unglück ihres Alltags flüchten wollen, interessiert uns nicht. Wir wollen eine Bewußtheit der Trance erzeugen, eine erweiterte Aufmerksamkeit, einen geweiteten Geist. Um es mit Nietzsches Worten zu sagen, wir interessieren uns für die Musik des Sokrates.

Deshalb ist das Kraftfeld für die Erfahrung, auf die wir zielen, verknüpft mit der Tragödie und im besonderen mit den Bakchen, jener Tragödie, in der Euripides schildert, wie der Rationalist, der Reformer, der Bekämpfer des Geists der Tragödie von einem mannigfaltigen Dionysos überfallen wird. An dieser Stelle wollen wir von vorne beginnen. Die Tragödie führen wir in Form eines nächtlichen Raves ein, mit dem Geist der Musik als dominierendem Element. Der Chor ist ersetzt durch die Teilnehmer, die die Rolle der tanzenden Bacchantinnen übernehmen, den Verflechtungen der Ereignisse folgen, den Verflechtungen von Tönen und Bildern, die sich auf dem Weg zurück in die Vielfalt befinden.

InterpretInnen: 

Isabella Bordoni
Roberto Paci Dalo
Rupert Huber
Sam Auinger
Salvo Cuccia
Marold Langer-Philippsen
Denis Roio
Hannes Strobl