CineChamber / live / Module
Das CineChamber ist eine mehrere künstlerische Disziplinen verbindende Produktions- und Präsentationsplattform, die dem nomadischen Charakter heutigen kreativen Schaffens Rechnung trägt. Recombinant Media Labs (RML) wurde gegründet, um Raum als Medium zu erforschen und sein künstlerisches Potential auszuloten. Man bedient sich dabei der Methoden des Experiential Engineering, eines wahrnehmungs-bestimmten gestalterischen Ansatzes, und erforscht Prozesse, die die ästhetischen und technologischen Grenzen von panoramaartigen Installationen, Surround-Kino und mehrkanaligen audiovisuellen Performances erweitern wollen. RML produziert und präsentiert Kunstwerke und Performances, die auf einer „Spatial Media Synthesis“ basieren: interdisziplinäre Arbeiten, die Bild, Licht, Sound und andere Medien im dreidimensionalen Raum verknüpfen.
RML hat in Kooperation mit dem ECAS-Netzwerk, einem Zusammenschluss von europäischen Musik- und Kunstfestivals – von dem auch das musikprotokoll ein Teil ist, die Künstlerinnen und Künstler Signal, Monolake & Tarik Barri, Deadbeat & Lillevan und Edwin van der Heide beauftragt, neue Werke zu erarbeiten. Zu diesem Zweck wurde die CineChamber im Jänner 2011 in Berlin aufgebaut, bevor die Auftragsarbeiten beim CTM Festival in Berlin präsentiert worden sind. Gemeinsam mit Susanna Niedermayr hat Naut Humon für das musikprotokoll ein Programm zusammengestellt, das in dieser Form erstmals zu sehen und zu hören sein wird. Den Auftakt macht der rund dreistündige CineChamber- Eröffnungsabend. Neben Arbeiten aus dem bestehenden CineChamber Archiv werden Werke präsentiert, die gemeinsam von RML und subshrubs, jade & pita und Edwin van der Heide, im Rahmen eines Workshops im September 2011 im ORF Landesstudio Steiermark in Graz erarbeitet worden sind. Einen weiteren Höhepunkt dieses Abends bildet Man with a Movie Theatre das Naut Humon aus Filmen von Peter Tscherkassky zusammengestellt hat und das als eine Hommage an den österreichischen Filmemacher zu deuten ist.
jade (A) & pita (A/GB), subshrubs (A), Werner Dafeldecker (A) & Lawrence English (AUS), Edwin van der Heide (NL), Naut Humon (US), Ryoichi Kurokawa (JP), Biosphere (N) & Egbert Mittelstädt (D), Peter Tscherkassky (A), Fennesz (A) & Lillevan (D), Scott Arford, Maryanne Amacher (US).
RECOMBINANT MEDIA LABS (RML)
Naut Humon (US), Künstlerischer Leiter
Vance Galloway (US), Technischer Leiter
Barry Threw (US), Programmierer, Konzept, Videosystem
Anke Eckhardt (D), Systemtechnikerin
Achim Kern (D), Programmierer, Videosystemtechniker
Masako Tanaka (JP), Beratung/Video
Dank an Edwin van der Heide (NL)
In Kooperation mit ECAS / ICAS (European and International Cities of Advanced Sound), TodaysArt.NL, TodaysArt.BE, CYNETART & CTM Festival. Mit der Unterstützung der Europäischen Union – Programm Kultur.
RML kooperiert mit: UNIVERSITY OF CALFORNIA, SAN DIEGO, CENTER for RESEARCH in COMPUTING & the ARTS (CRCA), CALIFORNIA INSTITUTE for TELECOMMUNICATIONS & INFORMATION TECHNOLOGY (CalIT2) Faculty of Music - Faculty of Visual Arts, Museum of Contemporary Art: San Diego . Peter Otto, Music Technology Director, Music Department at UCSD, Director of Sonic Arts R&D, Calit2, Resident Researcher at Center for Research in Computing & the Arts (CRCA)/UCSD, RML UCSD Installation Supervisor. Todd Margolis, - Technical Director, CRCA. Shahrokh Yadegari, Theater Sound Design Artist, UCSD CRCA Director. Ramesh Rao, Professor, Director CalIT2 UCSD. Larry Smarr, Professor, CalIT2 Director. Sheldon Brown, New Media Artist, UCSD. Dank an: Derivative, Touch Designerdevelopers.
Recombinant Media Labs (RML)
Das RML CineChamber bietet internationalen KünstlerInnen die Möglichkeit, in neue Bereiche auditiver, visueller und kinematographischer Gestaltung vorzustoßen, und präsentiert ihre Werke in einem exklusiven, multimedialen Environment. Viele namhafte KünstlerInnen, darunter Alva Noto & Blixa Bargeld, Maryanne Amacher, Biosphere, Ryoichi Kurokawa und Christian Marclay, sind der Einladung gefolgt und haben Module für das CineChamber geschaffen.
Recombinant Media Labs ist aus einer Reihe von Experimenten hervorgegangen, beginnend in den 1990er-Jahren mit Sound Traffic Control und ihrem Turm aus Monitoren inmitten Hunderter im Stadtteil Ginza in Tokio platzierter Lautsprecher. Nachdem einige Jahre lang die Verschmelzung von Live-Performances und vorprogrammierten Events symphonischen Ausmaßes betrieben worden war, schloss sich RML mit dem unabhängigen Label Asphodel zusammen, um in zwei Lagerhäusern im Zentrum von San Francisco ein fixes Performance/ Arbeitszentrum einzurichten und dort ihr eigenes Modell eines immersiven panoramatischen Kinos zu entwickeln. Als nächster Schritt folgte die Gründung einer neue Organisation, die sich auf mobile Setups konzentriert, da sich Anfragen von internationalen Museen und Festivals häuften. Im Lauf der Jahre hat Recombinant Media Labs ein erlesenes Archiv von Kunstwerken aufgebaut, es war somit an der Zeit, dieses audiovisuelle Oeuvre der Welt zu präsentieren. Befreit von den Beschränkungen einer örtlich gebundenen Konstruktion, erlaubt dieser nomadische Ansatz, das CineChamber in Zusammenarbeit mit Organisationen auch Künstlerinnen und Künstlern in Städten auf der ganzen Welt zur Verfügung zu stellen. Das Paradigma des CineChamber fördert den Diskurs über den Live-Begriff, werden doch angesichts der virtuellen Wiedergabe von Konzertsituationen grundlegende Fragen in diesem Zusammenhang aufgeworfen, wenn auch nicht immer beantwortet. Die Grenzen von „einmaligen Live-Auftritten“ zu verwischen und die Totalität eines 360-Grad-Sensoriums für ein heutiges und zukünftiges Publikum archivarisch so festzuhalten, dass sie wieder erlebt oder neu entdeckt werden kann, ist ein Teil des Konzeptes von Experiential Engineering, wie es von RML verfolgt wird. Diese wahrnehmungsbestimmte Herangehensweise bezieht auch eine Philosophie der Methoden mit ein und umfasst pädagogische Aspekte genauso wie die Produktionssysteme zur Aufzeichnung und Präsentation von innovativem Content, auf dem zukünftige Generationen aufbauen und den sie „wahrnehmen“ können.