musikprotokoll 2016 Sujet

Programmüberblick

Die Logik der Engel

Die Logik der Engel: Llullophon

29/09/-30/10/2016 Kunsthaus Graz, Space05

Erin Gee (US/AT), Rudolf Jungwirth (AT), Johannes Kerschbaumer (IT/AT), Mateu Malondra (ES), Joanna Wozny (PL/AT), Agata Zubel (PL), Vito Žuraj (SI) & Vokalensemble NOVA (AT)

Nach einer mittelalterlichen Logikmaschine, die sogar Gott „beweisen“ kann, baut das musikprotokoll eine interaktive Klanginstallation im Kunsthaus. Das Vokalensemble NOVA verwendet das Llullophon, um ganz alte mit ganz neuer Musik zu vereinen.

„Die Logik der Engel“ – das ist ferne Vokalmusik aus dem 13. und 14. Jahrhundert, das sind Miniatur-Uraufführungen aus dem Hier und Heute im Spiegelkabinett. Als Ausgangspunkt für diese spannende Zeitreise mit sechs Männerstimmen dient eine Idee des vor 700 Jahren verstorbenen mallorquinischen Philosophen und Theologen Ramon Llull. Llull beschreibt in seinem Buch „Ars magna“ eine Logikmaschine, mit der es gelingen sollte, Wahrheit und Lüge zu unterscheiden. Mittels Drehung dreier mechanischer Scheiben konnten Begriffe kombiniert werden und ergaben so Sätze, die als Gottesbeweis gelten sollten. Mathematiker und Philosophen wie G.W. Leibniz (1646–1716) bezogen sich auf Llulls Logikmaschine, und die moderne Computer­wissenschaft sieht in ihr ein frühes „generatives System“, einen Vorläufer moderner Rechnersysteme, die auf Algorithmen beruhen. Beim musikprotokoll wird die Llull’sche Konzeption in eine interaktive Klanginstallation umgedeutet, in ein Llullophon, das im Grazer Kunsthaus zu sehen, zu hören und zu bedienen ist.

29/09
  • Kunsthaus Graz
Die Logik der Engel: Llullophon - Eröffnung
  • Erin Gee, Rudolf Jungwirth, Hannes Kerschbaumer, Mateu Malondra Flaquer, Joanna Wozny, Agata Zubel, Vito Zuraj, Vokalensemble NOVA
Installation
Uraufführung
29/09 – 30/10
  • Kunsthaus Graz
Die Logik der Engel: Llullophon
  • Erin Gee, Rudolf Jungwirth, Hannes Kerschbaumer, Mateu Malondra Flaquer, Joanna Wozny, Agata Zubel, Vito Zuraj, Vokalensemble NOVA
Installation
Uraufführung

Projektidee Elke Tschaikner (AT), Christian Scheib (AT), Fränk Zimmer (AT/LU). Installationskonzept und Realisation Fränk Zimmer (AT/LU)
Software Thomas Musil (AT). Produktion ORF musikprotokoll. Koproduktion Kunsthaus Graz, OÖ kulturquartier – Höhenrausch 2016.

L´Ocelle Mare

L’Ocelle Mare

29/09/2016 - 19:30 Kunsthaus Graz

L’Ocelle Mare (FR)

Die Mundharmonika ist angeschnallt, das Banjo in den Händen. Den Rhythmus gibt ein auf dem Boden zwischen den Schuhen des Musikers tickendes mechanisches Metronom an. Während das Publikum noch über die eben gehörten repetitiven Banjo-Blues-Harp-Akkordandeutungen sinniert, ist der französische Musiker Thomas Bonvalet alias L’Ocelle Mare in seinem Solo längst woanders. Inzwischen bedient er in seinem spannenden und gewitzten Improvisationsexkurs umgestimmte Gabeln, eine Concertina, eine Ukulele und getrocknete Mohnblumen. Aber auch seinen Körper wirft er ins Spiel, klatschend, stampfend, atmend. Ein Solo des als so exzentrisch wie erfinderisch und genial wahnsinnig beschriebenen L’Ocelle Mare kann vieles sein: soundtüftelnd, rhythmusintensiv, sinnlich, witzig. Ein Erlebnis ist es in jedem Fall.

29/09/2016 - 19:30
  • Kunsthaus Graz
L´Ocelle Mare
  • L’Ocelle Mare
Konzert
Österr. Erstaufführung

In Kooperation mit SHAPE – Sound, Heterogeneous Art and Performance in Europe. Gefördert durch das Programm „Creative Europe“ der Europäischen Union. L’Ocelle Mare ist SHAPE Artist 2016.

Gil Delindro

Gil Delindro

06/10/2016 - 19:30 Dom im Berg

Gil Delindro (PT)

Voidness of Touch

Jeder Stein war einmal flüssig, nichts auf dieser Welt ist starr, alles verändert permanent seine Form, alles ist in Bewegung: Darauf macht Gil Delindro in seiner Kunst aufmerksam. Er bedient sich dabei einer Vielzahl an Medien – er zeichnet, fotografiert, macht Filme, Performances, Installationen und Musik. Zum Klang aber fühlt sich Delindro ganz besonders hingezogen. Gerne arbeitet er mit organischen Materialien, untersucht mit Händen und Kontaktmikrofonen ihre Oberflächenbeschaffenheit und mikroskopiert sie, immer auf den unmittelbaren Augenblick konzentriert. Sand, Wasser, Erde, Blätter – im Laufe der Jahre hat der Künstler während seiner zahlreichen Reisen alles Mögliche zusammengetragen. Auf der Suche nach Ortsspezifischem wird er im Vorfeld zu seinem Auftritt beim musikprotokoll aber auch den Grazer Schloßberg erkunden.

06/10/2016 - 19:30
  • Dom im Berg
Voidness of Touch
  • Gil Delindro
Konzert
Österr. Erstaufführung

In Kooperation mit SHAPE – Sound, Heterogeneous Art and Performance in Europe. Gefördert durch das Programm „Creative Europe“ der Europäischen Union. Gil Delindro ist SHAPE Artist 2016.

bbsg

Susanna Gartmayer / Brigitta Bödenauer

06/10/2016 - 20:30 Dom im Berg

Susanna Gartmayer / Brigitta Bödenauer (AT)

black burst sound generator

Ob als Superheldinnen oder Burgfräulein, Brigitta Bödenauer und Susanna Gartmayer finden auch durch überraschende Bühnenpräsenz immer wieder neue musikalische Zugänge. Die eine spannt Klangstrukturen auf und führt ihre Hörerinnen und Hörer in die Tiefe des Raums, die andere reizt die vielschichtigen Tonqualitäten der Bass- und Kontraalt­klarinette aus: Mit Forschergeist, Präzision und Beharrlichkeit betreiben die beiden Musikerinnen Brigitta Bödenauer und Susanna Gartmayer ihre Suche nach immer wieder neuen Klängen und musikalischen Zugängen. Drei Qualitäten, die sie auch miteinander verbinden. Während Bödenauer als Experimentalfilmerin und Installationskünstlerin tätig ist, hat Gartmayer Druckgrafik studiert: zwei äußerst visuelle Zugänge zur Musik. Brigitta Bödenauer hat sich zudem als Veranstalterin und DJ in der Wiener Noise- und Experimentalmusikszene einen Namen gemacht. Susanna Gartmayer arbeitet in den Bereichen Improvisation, experimentelle Rockmusik, zeitgenössische Musik und Multimedia-Soundperformance, außerdem ist sie Mitglied zahlreicher Ensembles, etwa beim Vegetable Orchestra. Ihr Duo-Projekt ist geprägt von einem gemeinsamen Interesse an Rhythmen und der Lust am Spiel mit der Bühnenpräsenz. Bei jedem Auftritt schlüpfen Gartmayer und Bödenauer in eine neue Rolle, die auch zu einer neuen Spielhaltung herausfordert, wenn sie etwa als Superheldinnen oder mumifizierte Burgfräulein vor ihr Publikum treten.  Für das musikprotokoll werden Susanna Gartmayer und Brigitta Bödenauer ihren speziell für diesen Anlass entwickelten „black burst sound generator“ anwerfen.

06/10/2016 - 20:30
  • Dom im Berg
black burst sound generator
  • Susanna Gartmayer, Brigitta Bödenauer
Konzert

In Kooperation mit SHAPE – Sound, Heterogeneous Art and Performance in Europe. Gefördert durch das Programm „Creative Europe“ der Europäischen Union. Susanna Gartmayer ist SHAPE Artist 2016.

Blixa Bargeld

Blixa Bargeld

06/10/2016 - 21:30 Dom im Berg

Blixa Bargeld

Bargeld oder Legende: Der berühmte Frontman der Einstürzenden Neubauten präsentiert sich beim musikprotokoll puristisch und (fast) allein.

„Andere sind reich – ich bin legendär“, konstatierte Blixa Bargeld vor einiger Zeit in einem Zeitungsinterview. Den monetären Wohlstand trägt der Multitalentierte jedenfalls im durchaus legendären Kunst-Nachnamen. Ein Name, dem man in den vergangenen Jahrzehnten auf verschiedensten, verschlungenen, prominenten und auch untergründigen Wegen des Künstlerischen begegnen konnte: Als Frontman der Einstürzenden Neubauten, als Gründungsmitglied der Band Nick Cave and the Bad Seeds, beim Festival Genialer Dilletanten 1981, bei den Salzburger Festspielen 2005, in Koproduktionen mit Heiner Müller, Peter Zadek und Teho Teardo. Nun debütiert der Musiker, Performance-Künstler, Komponist, Autor und Schauspieler beim musikprotokoll. In Graz ist er Purist und präsentiert ein (Fast-)Solo, unterstützt nur von seinem Tontechniker Boris Wilsdorf. Apropos Name: Das Pseudonym Bargeld ist eine Reverenz an den 1927 verstorbenen Dada-Künstler Johannes Theodor Baargeld. 2016 – genau 100 Jahre nach Begründung der Dada-Bewegung – ist die hinter diesem Wort stehende Haltung für Akteure wie Blixa Bargeld keineswegs ein alter Hut, denn wie er in einem weiteren Interview einmal anmerkte: „Der zerstörerische Charakter ist heiter und freundlich, er kennt nur eine Devise: Platz schaffen.“

06/10/2016 - 21:30
  • Dom im Berg
Solo Vocal Performance
  • Blixa Bargeld
Konzert
 (aus: Caretos de Vila Boa de Ousilhão, from the series “WILDER MANN”, 2010-2011)

Andi Stecher

06/10/2016 - 23:00 Dom im Berg

Katharina Ernst (AT), Andi Stecher (AT), Antti Virtaranta (FI/US)

austreiben/antreiben

In den Stücken für sein Solo-Debüt erkundet Andi Stecher das musikalische Potenzial alpenländischer Perchtenläufe. Roh, erdig, kraftvoll, wild und urgewaltig waren Eigenschaftsmerkmale, für die der Musiker eine klangliche Entsprechung gesucht hat; Zustände, in die er sich beim Komponieren hineingedacht hat. Inspiriert haben ihn die Perchten aber auch als symbolische Wegbereiter der Fruchtbarkeit. Ist das Alte erst einmal ausgetrieben, kann das Neue angetrieben werden. Andi Stechers Solo-Debüt ist eine Verbeugung vor dem Rhythmus der Natur und eine feierliche Wertschätzung des Übergangs an sich, denn durch ihn gelangt auch das menschliche Leben immer wieder zu neuer Blüte. Beim musikprotokoll wird „austreiben/antreiben“ erstmals in der Trioversion präsentiert, inklusive neuer, bislang unveröffentlichter Stücke aus dieser Werkreihe.

06/10/2016 - 23:00
  • Dom im Berg
austreiben/antreiben
  • Katharina Ernst, Andi Stecher, Antti Virtaranta
Konzert
Uraufführung

In Kooperation mit SHAPE – Sound, Heterogeneous Art and Performance in Europe. Andi Stecher ist SHAPE Artist 2016. Gefördert durch das Programm „Creative Europe“ der Europäischen Union.

Noël Akchoté

Noël Akchoté

07/10 - 09/10, jeweils 12:00 Kunsthaus Graz / Space05

Noël Akchoté

Medieval High Noon beim Grazer Llullophon

Immer wieder einmal war man in den vergangenen Jahrzehnten versucht, beim Hören von Noël Akchotés Gitarrenspiel das Wort „Dekonstruktivist“ zu denken, und doch war die Intensität seines Spiels diesem Vorhaben immer diametral entgegengestellt. Da wurde nämlich stattdessen mit Verve und fast manischer Intensität an Klängen und Strukturen gefeilt. In welchem Kontext auch immer: Ursprünglich jazznahe, später mehr freie Improvisation, noch später ohne denkbare Grenzen. Noël Akchotés Gitarren können Bruckner und Cage, Mozart und Feldman, Bach und Xenakis, und in den letzten Jahren auch Josqin des Près, Guillaume de Machaut, Hildegard von Bingen. Im Kontext des Grazer Llullophons wird Noël Akchoté daher in einer kurzen Serie von kleinen Mittagskonzerten im Grazer Kunsthaus der Musik rund um das 13. Jahrhundert und derjenigen des 21. Jahrhunderts seine Reverenz erweisen.

07.10.-9.10., jeweils 12:00
  • Kunsthaus Graz
Noël Akchoté I
Konzert
07.10.-9.10., jeweils 12:00
  • Kunsthaus Graz
Noël Akchoté II
Konzert
07.10.-9.10., jeweils 12:00
  • Kunsthaus Graz
Noël Akchoté III
Konzert
Molekularorgel

auf molekularer ebene

07/10/2016 - 17:00 TU Graz, Neue Chemie

Klaus Dorfegger (AT), Florian Geßler (AT), Robert Gutmann (AT), Elisabeth Harnik (AT), Hannes Kerschbaumer (AT), Clemens Nachtmann (DE/AT), Dimitri Papageorgiou (GR), Ernst Christian Rinner (AT), Studio Dan (AT)

Moleküle orgeln

Vierzehn Trompeten, vierzehn Posaunen, sieben Tuben: Constantin Lusers „Molekularorgel“ im Innenhof der Neuen Chemie der TU Graz ist eine einzigartige, verspielte und dennoch ernst gemeinte interaktive Röhrenskulptur und zugleich Instrumentarium für ein ganzes Blasorchester. 2010 wurde dieses wundersame Objekt im Rahmen des musikprotokoll eingeweiht, danach wurde es vorübergehend still um die Klangskulptur. Nun haben sich die Grazer Komponisten der Vereinigung die andere saite vorgenommen, die Molekularorgel mit neuem musikalischem Leben zu erfüllen. Die vom Posaunisten Daniel Riegler gegründete Formation Studio Dan wird die neun Uraufführungen für Molekularorgel interpretieren. Auf dass die Luftmoleküle endlich wieder heftig orgeln mögen.

07/10/2016 - 17:00
  • TU Graz
  • Neue Chemie
kristallin/amorph
  • Klaus Dorfegger, Studio Dan
Konzert
Uraufführung
07/10/2016 - 17:00
  • TU Graz
  • Neue Chemie
La Sarabande descendant un escalier
  • Florian Geßler, Studio Dan
Konzert
Uraufführung
07/10/2016 - 17:00
  • TU Graz
  • Neue Chemie
Lilitha
  • Robert Gutmann, Studio Dan
Konzert
Uraufführung
07/10/2016 - 17:00
  • TU Graz
  • Neue Chemie
ON
  • Elisabeth Harnik, Studio Dan
Konzert
Uraufführung
07/10/2016 - 17:00
  • TU Graz
  • Neue Chemie
lahar II
  • Hannes Kerschbaumer, Studio Dan
Konzert
Uraufführung
07/10/2016 - 17:00
  • TU Graz
  • Neue Chemie
röhren
  • Clemens Nachtmann, Studio Dan
Konzert
Uraufführung
07/10/2016 - 17:00
  • TU Graz
  • Neue Chemie
No more will my green sea go turn a deeper blue…
  • Dimitri Papageorgiou, Studio Dan
Konzert
Uraufführung
07/10/2016 - 17:00
  • TU Graz
  • Neue Chemie
Endeln
  • Ernst Christian Rinner, Studio Dan
Konzert
Uraufführung

Produktion Verein die andere saite. In Kooperation mit dem ORF musikprotokoll. Die Molekularorgel ist ein BIG ART Kunst & Bau-Projekt. Diese Veranstaltung findet bei jedem Wetter im Freien statt.

Zeynep Gedizlioglu

RSO Wien & Klangforum Wien

07/10/2016 - 19:30 Helmut List Halle

Zeynep Gedizlioğlu (TR), Vito Žuraj (SI), Klangforum Wien (AT), ORF Radio-Symphonieorchester Wien (AT), Johannes Kalitzke (DE)

Size Does Matter: Un Concert Grandiose
Ein Gipfeltreffen: Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien begegnet dem Klangforum Wien.

Ein Orchester und ein Solistenensemble, die beiden wichtigsten Klangkörper für zeitgenössische Musik in Österreich – das RSO Wien und das Klangforum Wien – gemeinsam auf einer Bühne. Diese extrem exquisite Konstellation ermöglicht den Weg zu einem künstlerischen Gipfeltreffen klassischer europäischer Moderne des frühen 21. Jahrhunderts. Alle Möglichkeiten eines gesamtorchestralen Klangsinns, kombiniert mit allen Möglichkeiten der Feinheiten eines ensemblehaften Solistenkollektivs bieten die Voraussetzung zu exzellenter neuer Musik und letztlich zu einem neuen Genre extrem intensiver Auseinandersetzung mit sowohl europäischer Musik(vor)geschichte als auch zu (er)findender Musik des beginnenden 21. Jahrhunderts. Die türkische Komponistin Zeynep Gedizlioğlu wurde mit einem zeitgenössischen „Concerto Grosso“ beauftragt, das beim musikprotokoll unter der Leitung von Johannes Kalitzke zur Uraufführung kommt. Ihr neues Stück ist ein Kompositionsauftrag von Radio Österreich 1 und musikprotokoll. Auch der Slowene Vito Žuraj nimmt die Herausforderung an, ein Stück für zwei grandiose Klangkörper zu erfinden. Sein Werk für Ensemble und Orchester verspricht dementsprechend ganzkörperliches Klangerleben und wird zum ersten Mal in Österreich zu hören sein.

07/10/2016 - 19:30
  • Helmut List Halle
Quiet, please
  • Vito Zuraj, Klangforum Wien
Konzert
07/10/2016 - 19:30
  • Helmut List Halle
Runaround
  • Vito Zuraj, RSO Wien
Konzert
Österr. Erstaufführung
07/10/2016 - 19:30
  • Helmut List Halle
Verbinden und Abwenden
  • Zeynep Gedizlioğlu, RSO Wien & Klangforum Wien
Konzert
Uraufführung
07/10/2016 - 19:30
  • Helmut List Halle
Jetzt mit meiner linken Hand
  • Zeynep Gedizlioğlu, Klangforum Wien
Konzert
Österr. Erstaufführung
07/10/2016 - 19:30
  • Helmut List Halle
Changeover
  • Vito Zuraj, RSO Wien & Klangforum Wien
Konzert
Österr. Erstaufführung

Gefördert von der Ernst von Siemens Musikstiftung.

Alvin Lucier

Alvin Lucier

07/10/2016 - 21:00 Helmut List Halle / Kunstuniversität Graz, Aula

Alvin Lucier (US), Charles Curtis Quartet (US/DE)

Der 85-jährige US-Amerikaner Alvin Lucier hinterfragt die Einzelteile von Musik so lange, bis sie erst recht wieder ein großes Ganzes ergeben. Beim musikprotokoll folgt er dabei der Bewegung des Cellisten Charles Curtis.

Der lateinische Begriff „com-ponere“ bedeutet „zusammensetzen“. In Europa wurde daraus das Wort für den Tonsetzer und die Tonsetzerin. Das Zusammensetzen mehr oder weniger vorgegebener Bausteine – von Tönen, Klangfarben, Rhythmen – ist deren Beruf. So betrachtet ist Alvin Lucier kein Komponist. Bauklötze zusammenzusetzen ist nämlich seine Sache nicht. Ganz im Gegenteil. Luciers Sache ist es, die Bauklötze so lange zu hinterfragen, bis daraus Musik entsteht. Dann erzeugen Hirnwellen Perkussionsmusik und Drähte selbsttätig ein Endlossummen. Schallwellen beginnen miteinander zu spielen, Luciers Stimme durchmisst Räume und löst en passant dabei auch noch Sprache auf. In seinem berühmtesten Werk „I Am Sitting in a Room“ lotet er die Beziehung zwischen Stimme und Raum besonders pur und minimalistisch aus. Für das musikprotokoll 2016 macht sich der 85-jährige „Komponist“ noch einmal auf eine neue Reise. Die Bewegung des Bogenarmes des Cellisten Charles Curtis dient diesmal als Ausgangpunkt – und als Endpunkt: Das Charles Curtis Quartet wird die Stücke von Alvin Lucier in Graz aufführen.

07/10/2016 - 10:00
  • Kunstuniversität Graz / Aula
Alvin Lucier Workshop
  • Alvin Lucier
Konzert
07/10/2016 - 21:00
  • Helmut List Halle
One Arm Bandits
  • Alvin Lucier, Charles Curtis Quartet
Konzert
Uraufführung
Bildsujet, Renald Deppe

one bubble muggle meets double trouble

07/10/2016 - 23:00 Helmut List Halle

one bubble muggle meets double trouble – Renald Deppe (DE), Hassan Z. Farahani (IR), Manu Mayr (AT)

musik macht staunen. staunen macht frei. freiheit macht arbeit. arbeit macht arbeit!
Trio-Premiere: Multitasker Renald Deppe tut sich erstmals mit einem Altmeister und einem Neumeister der Live-Elektronik zusammen.

„Über die Verschiebung kultureller Kartografien“ heißt es im Untertitel zum steirischen herbst 2016. Die persönliche künstlerische Kartografie des Renald Deppe war immer schon schön verschoben – aufgrund seiner exzeptionellen, explorativen Energie, die stets in verschiedenste Richtungen drängt. Dies manifestiert sich zum Beispiel darin, dass Renald Deppe seit den 1970er-Jahren regelmäßig den Iran bereist und einen regen Austausch mit zeitgenössischen Musikschaffenden dieses scheinbar so abgeschlossenen Landes pflegt. Der 1987 in Teheran geborene Komponist und Elektronik­musiker Hassan Zanjirani Farahani ist inzwischen einer der bevorzugten künstlerischen Partner von Renald Deppe. Da dieser als Saxofonist, Klarinettist, Lehrer, Denker, Autor, Künstler, Musiker, Reisender, Zeichner, Veranstalter, Improvisierender, Komponierender und Konzipierender stets von Forschungstrieb und Neugier bewegt wird, sind es oft Musikerinnen und Musiker jüngerer Generationen, die er zu Kollaborationen lädt. So ist die Triokonstellation beim musikprotokoll eine Premiere: Zu Deppe und Farahani gesellt sich der Kontrabassist Manu Mayr. Renald Deppe wird also ein weiteres Mal künstlerisches Neuland vermessen, Stör- und Neben­geräuschkalligrafie inklusive.

07/10/2016 - 23:00
  • Helmut List Halle
one bubble muggle meets double trouble
  • Manu Mayr, Renald Deppe, Hassan Zanjirani Farahani
Konzert
Uraufführung
musikprotokoll

Ö1 live in Graz

04/10 & 08/10/2016 Kunsthaus Graz

Albert Hosp (AT), mit Lothar Knessl (AT), Bernhard Trebuch (AT), Colin Mason (UK/AT)

Die zeitgenössische Musik musste sich ihren Platz im Programm von Österreich 1 erst erobern. In diese Zeit fallen die ersten von Lothar Knessl gestalteten Sendungen: Am Sonntag, 15. Oktober 1967 um 23.10 berichtete er etwa über die experimentelle Musik des Warschauer Musikfestes. Genau ein Jahr später wurde das musikprotokoll als erstes Festival für zeitgenössische Musik Österreichs in Graz vom ORF gegründet. Lothar Knessl war natürlich dabei. Mit 89 ist er immer noch dabei, moderiert Sendungen, bereist Festivals, ist gespannt auf Uraufführungen, beobachtet die aktuellen Musikszenen wissend, kritisch und liebend. Als einer der Gäste von Albert Hosp beim „Ö1 Klassiktreffpunkt live“ aus Graz kann Lothar Knessl über ein viele Jahrzehnte langes Leben am Puls des jeweils Zeitgenössischen erzählen.

04/10/2016 - 19:30
  • Kunsthaus Graz
Ö1 Alte Musik - neu interpretiert
  • Bernhard Trebuch, Colin Mason
Ö1 mit Publikum
08/10/2016 - 10:00
  • Kunsthaus Graz
Ö1 Klassiktreffpunkt / 2016
  • Lothar Knessl, Albert Hosp
Ö1 mit Publikum
konfrontationen 6

konfrontationen 6

08/10/2016 - 17:00 Dom im Berg

Musikgymnasium Graz, Stiftsgymnasium Admont, Ortweinschule, BRG Körösi u.a.

The Next Generation!

Wer an Arithomanie, also Zählzwang leidet, sollte an diesem Nachmittag das musikprotokoll meiden. Grazer Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern erarbeiteten Werke, die sich mit musikalischen Zahlen auseinandersetzen. Bereits vor zwei Jahren waren die „konfrontationen“, ein Kulturvermittlungsprojekt, bei dem Kunstschaffende unterschiedlicher Sparten mit jungen Menschen gemeinsam künstlerische Konzepte realisieren, beim musikprotokoll zu Gast. Neben der grandios energiegeladenen Atmosphäre war bemerkenswert, was die Konstellation von kreativen Jugendlichen und ewigjungen Kreativen an ungewöhnlichen Ideen hervorbrachte. Ob es wieder so inspirierend wird? Man darf darauf zählen.

  • Dom im Berg
Between the lines
Konzert
Uraufführung
  • Dom im Berg
Film:Musik
Konzert
Uraufführung
  • Dom im Berg
Engelsdialoge
Konzert
Uraufführung
  • Dom im Berg
übertönt
Konzert
Uraufführung

Mit Musikgymnasium Graz, Stiftsgymnasium Admont, Ortweinschule, BRG Körösi u. a. Koproduktion Conto musicale, Landesschulrat für Steiermark, ORF musikprotokoll.

Aleph Gitarrenquartett

Aleph Gitarrenquartett

08/10/2016 - 19:30 Helmut List Halle

Bernhard Lang (AT), Gerhard E. Winkler (AT), Martin Smolka (CZ), Aleph Quartett (DE), Daisy Press (US)

Cold Songs

Es gibt Musik, die nicht nur Interpreten, Interpretinnen und Publikum stets neu herausfordert und fasziniert, sondern auch eine besondere Strahlkraft auf immer neue komponierende Generationen ausübt. Eines dieser fast schon mystischen Monumente der Musikgeschichte ist Schuberts Liederzyklus „Winterreise“, der sowohl für Bernhard Lang als auch für Gerhard E. Winkler Inspiration und Ausgangspunkt ist. Die „Winterreise“ einmal als Cold Trip, einmal als Frostblues: Die Zugänge der beiden Komponisten zu Schuberts Original sind völlig unterschiedlich. Dessen ungeachtet wurden Bernhard Langs Komposition und Gerhard E. Winklers neues Stück beide für das Aleph Gitarrenquartett und die New Yorker Sängerin Daisy Press geschrieben.

08/10/2016 - 19:30
  • Helmut List Halle
Monadologie XXXII - The Cold Trip
  • Bernhard Lang, Aleph Gitarrenquartett
Konzert
Österr. Erstaufführung
08/10/2016 - 19:30
  • Helmut List Halle
Anamorph IX
  • Gerhard E.Winkler, Aleph Gitarrenquartett
Konzert
Uraufführung
08/10/2016 - 22:30
  • Helmut List Halle
Bashō
  • Martin Smolka, Aleph Gitarrenquartett
Konzert
Uraufführung

Das Werk von Gerhard E. Winkler ist musikprotokoll-Emil-Breisach-Kompositionsauftrag 2016.

Die Logik der Engel: Stimmen

Die Logik der Engel: Stimmen

08/10/2016 - 21:00 Helmut List Halle

Erin Gee (US/AT), Rudolf Jungwirth (AT), Johannes Kerschbaumer (IT/AT), Mateu Malondra (ES), Joanna Wozny (PL/AT), Agata Zubel (PL), Vito Žuraj (SI) & Vokalensemble NOVA (AT)

Nach einer mittelalterlichen Logikmaschine, die sogar Gott „beweisen“ kann, baut das musikprotokoll eine interaktive Klanginstallation im Kunsthaus. Das Vokalensemble NOVA verwendet das Llullophon, um ganz alte mit ganz neuer Musik zu vereinen.

„Die Logik der Engel“ – das ist ferne Vokalmusik aus dem 13. und 14. Jahrhundert, das sind Miniatur-Uraufführungen aus dem Hier und Heute im Spiegelkabinett. Als Ausgangspunkt für diese spannende Zeitreise mit sechs Männerstimmen dient eine Idee des vor 700 Jahren verstorbenen mallorquinischen Philosophen und Theologen Ramon Llull. Llull beschreibt in seinem Buch „Ars magna“ eine Logikmaschine, mit der es gelingen sollte, Wahrheit und Lüge zu unterscheiden. Mittels Drehung dreier mechanischer Scheiben konnten Begriffe kombiniert werden und ergaben so Sätze, die als Gottesbeweis gelten sollten. Mathematiker und Philosophen wie G.W. Leibniz (1646–1716) bezogen sich auf Llulls Logikmaschine, und die moderne Computer­wissenschaft sieht in ihr ein frühes „generatives System“, einen Vorläufer moderner Rechnersysteme, die auf Algorithmen beruhen. Die konzertante Version wird das auf sehr, sehr alte ebenso wie auf neue Musik spezialisierte Vokalensemble NOVA in der Helmut List Halle auf die Bühne bringen.

08/10/2016 - 21:00
  • Helmut List Halle
Ueaueoi
  • Vito Zuraj, Vokalensemble NOVA
Konzert
Uraufführung
08/10/2016 - 21:00
  • Helmut List Halle
Dic Christi veritas
  • Anonymus 13. Jhdt., Vokalensemble NOVA
Konzert
08/10/2016 - 21:00
  • Helmut List Halle
Mouthpiece XXVII
  • Erin Gee, Vokalensemble NOVA
Konzert
Uraufführung
08/10/2016 - 21:00
  • Helmut List Halle
Tant con je vivrai
  • Adam de la Halle, Vokalensemble NOVA
Konzert
08/10/2016 - 21:00
  • Helmut List Halle
1231
  • Mateu Malondra, Vokalensemble NOVA
Konzert
Uraufführung
08/10/2016 - 21:00
  • Helmut List Halle
In virtute nominum / Decens carmen edere / Clamor meus
  • Philippe de Vitry, Vokalensemble NOVA
Konzert
08/10/2016 - 21:00
  • Helmut List Halle
o angeli
  • Rudolf Jungwirth, Vokalensemble NOVA
Konzert
Uraufführung
08/10/2016 - 21:00
  • Helmut List Halle
Calextone qui fut dame d’Arouse
  • Solage, Vokalensemble NOVA
Konzert
08/10/2016 - 21:00
  • Helmut List Halle
from what height fallen
  • Joanna Wozny, Vokalensemble NOVA
Konzert
Uraufführung
08/10/2016 - 21:00
  • Helmut List Halle
Tout par compas suy composés
  • Baude Cordier, Vokalensemble NOVA
Konzert
08/10/2016 - 21:00
  • Helmut List Halle
buchstabierend
  • Hannes Kerschbaumer, Vokalensemble NOVA
Konzert
Uraufführung
08/10/2016 - 21:00
  • Helmut List Halle
Bulla fulminante
  • Anonymus 13. Jhdt., Vokalensemble NOVA
Konzert
08/10/2016 - 21:00
  • Helmut List Halle
The Alphabet of the Ars Brevis
  • Agata Zubel, Vokalensemble NOVA
Konzert
Uraufführung
08/10/2016 - 21:00
  • Helmut List Halle
Los set gotxs recomptarem
  • Anonymus 13. Jhdt., Vokalensemble NOVA
Konzert

Projektidee Elke Tschaikner (AT), Christian Scheib (AT), Fränk Zimmer (AT/LU).
Produktion ORF musikprotokoll. Koproduktion Kunsthaus Graz, OÖ kulturquartier – Höhenrausch 2016.

Demi Broxa

Demi Broxa

08/10/2016 - 23:00 Helmut List Halle

Agnes Hvizdalek (AT), Jakob Schneidewind (AT)

Organisch klingende Elektronik trifft elektronisch klingende Vokalperformance: Demi Broxa führt eine Musikerin und einen Musiker zusammen, die seit vielen Jahren mit großer Akribie und Leidenschaft Klangforschung betreiben und dabei immer tiefer in die klanglichen Mikrokosmen ihrer Instrumente vordringen. Auf der Suche nach neuen Stimmsounds denkt Agnes Hvizdalek wie eine Elektronikmusikerin: in Strukturen, Frequenzen, Klangfarben, Höhen und Tiefen. Jakob Schneidewind, bekannt als Bassist von Elektro Guzzi, ist ein Meister im händischen Spinnen von Techno-Rhythmen, die mitunter auch bei Demi Broxa anklingen. Mit großem klanglichem Variantenreichtum reagiert er blitzschnell auf Hvizdaleks abrupte Soundwechsel. Manchmal gibt aber auch er die musikalische Richtung vor. Wohin es die beiden führt, entscheidet sich stets erst im Moment. Frei improvisierend lassen Demi Broxa in ihren Konzerten immer wieder neue Klanglandschaften entstehen.

08/10/2016 - 23:00
  • Helmut List Halle
Demi Broxa
  • Jakob Schneidewind, Agnes Hvizdalek
Konzert
Paradise

Paradise

09/10/2016 - 19:30 MUMUTH

Martin Hiendl (DE), Beat Furrer (AT), Dimitrios Polisoidis (AT), Judith Selenko (AT), Hartmut Schörghofer (AT)

Von gespaltenen Ichs und hybriden Körpern: In Martin Hiendls begehbarer Operninstallation entscheidet das Publikum selbst, was es hören will.

„The cyborg would not recognize the Garden of Eden; it is not made of mud and cannot dream of returning to dust“, schreibt Donna Haraway in „A Cyborg Manifesto“. Inspiriert von diesem dystopischen Gedanken, schickt der deutsche Komponist Martin Hiendl in seiner Operninstallation für acht Stimmen, Ensemble, Elektronik und Video zwei Figuren auf die Suche nach ihrer natürlichen Stimme. Die eine – sie – könnte früher ein Cyborg gewesen sein, eine technologische Kreatur, eine menschliche Maschine, ein maschineller Mensch, ein Wesen ohne Geschlecht und dennoch von der Frage nach dem eigenen Ursprung umgetrieben. Sie zweifelt an ihrer Identität. Ihre Stimme ist nicht mehr das Symbol ihrer Eigenheit, sie ist zu einem Massenprodukt verkommen. Die andere – er/sie/es – ist eine neue Entität: ein Golem, Frankenstein oder Puppenspieler, ein belebtes Ding mit dem Streben nach Individualität. Zwischen ihnen entwickelt sich eine Beziehungsgeschichte, die vom Wesen und den Grenzen der Identität erzählt, von hybriden Körpern, zersplitterten Egos und dem Bedürfnis nach Anerkennung. Wir befinden uns im „Paradise“, im Garten Eden, den wir nicht erkennen, den es nie gab: Er ist nichts als eine menschliche Idee – dem Cyborg gilt das Paradies nur als ein Wort, eine Kombination von acht Buchstaben. Diesen Garten erleben wir als einen begehbaren Ort. „Paradise“ ist eine Oper, bei der die Szenen nicht chronologisch aufeinanderfolgen, sondern als begehbare Orte verräumlicht werden. Die Musik und die Körper bleiben diesen Räumen verhaftet, und so sind die Besucherinnen und Besucher eingeladen, selbst zu entscheiden, wann sie eine Szene betreten und wann sie die Szene wieder verlassen.

09/10/2016 - 19:30
  • MUMUTH
Paradise
  • Martin Hiendl
Konzert
Uraufführung

Martin Hiendl ist Johann-Joseph-Fux-Opernkompositionspreisträger des Landes Steiermark. Produktion Kunstuniversität Graz. In Kooperation mit ORF musikprotokoll.

Deena Abdelwahed

Deena Abdelwahed

09/10/2016 - 23:00 esc medien kunst labor

Deena Abdelwahed (TN)

Ö1 Kunstradio: All Hail Mother Internet
Ihre preisgekrönte Radiokunstperformance über die tunesische Lebenswelt der „Generation Y“ präsentiert die Musikerin und Künstlerin Deena Abdelwahed beim musikprotokoll. 

Wer wäre ich, würde es das Internet nicht geben? Auf der Suche nach einer Antwort auf diese Frage hat Deena Abdelwahed eine semitheatralische Radiokunstperformance entwickelt, die von jenen Konflikten erzählt, die die „Generation Y“ in Tunesien mit ihren Eltern tagtäglich auszufechten hat; von den fragilen, schnell brüchig werdenden jugendlichen Identitäten im Spannungsfeld zwischen traditionellem Islam und westlicher Moderne. „All Hail Mother Internet“ gewann einen der beiden Produktionspreise beim Radio Lab 2016 von Deutschlandradio Kultur und dem CTM Festival, das dieses Jahr als Reaktion auf eine immer strikter werdende Asylpolitik „Neue Geografien“ aufspannte und damit essentialistischen Kulturvorstellungen eine Absage erteilte. Die Performance von Deena Abdelwahed wird in Kooperation mit dem Ö1 Kunstradio im esc medien kunst labor stattfinden, wo beim diesjährigen steirischen herbst Kollektive von Künstlerinnen und Künstlern aus verschiedenen Disziplinen an neuen Netzwerken für ebendiese neuen Geografien arbeiten.

09/10/2016 - 23:00
  • esc medien kunst labor
All Hail Mother Internet
  • Deena Abdelwahed
Konzert
Österr. Erstaufführung

Koproduktion Deutschlandradio Kultur – Hörspiel/Klangkunst, CTM Festival. In Kooperation mit Goethe-Institut, ORF musikprotokoll, Ö1 Kunstradio, esc medien kunst labor und SoCCoS – the Sound of Culture, the Culture of Sound initiative.

club panamur

club panamur

24/09 – 15/10 Orpheum Extra

Kuenta i Tambu (NL), Sarah Farina (DE), Moddi (NO), Marmo & Harmlos (Pomeranze) (AT), Lotic (US), Kablam (SE), Why Be (DK/KP), Flamingods, live (GB/BH), Aïsha Devi (CH), $$$TAG$$$ (EG), Bosaina (EG), Hussein Sherbini (EG), Ismael (EG), NAA (EG), u.a.

Der club panamur lockt an den vier Festival-Wochenenden mit einem transnationalen Musikprogramm und subversiv verspielter Architektur ins Orpheum.

Mit dem club panamur öffnet sich ein temporärer Club-Ort, ein Pop-up-Retreat für die Festivalnächte, ein Treffpunkt jenseits der Genre-Schubladen der Musikindustrie. Das Musikprogramm wirft einen Blick auf die Schnittmengen globaler Musik- und Clubkulturen und rückt hybride Musikformen, Grenzüberschreitung und die Vermischung von Sounds, Genres und Arbeitsweisen in den Fokus. Tambutronic aus der Karibik, äthiopischer Funk und schamanistischer Rave, Cold Wave aus Japan, Psychedelic Pop aus Bahrain und unterschiedlichste DJ-Kollektive aus Kairo, Berlin und Lissabon: Mit elf Konzerten und DJ-Nächten lädt der club panamur internationale Musikerinnen und Musiker nach Graz ein, ihre jeweilige Szene für eine Nacht zu beschwören. Eigens für diese Nächte schaffen der Künstler Georg Klüver-Pfandtner und der Architekt Stefan Beer einen schillernden, vitalen Clubparasiten, der sich raumgreifend in seinen Wirt – das Orpheum – hineingräbt und den bekannten Aufführungsort spielerisch und subversiv unterwandert. Die Künstler „queeren“ die Räume, verlegen Zugänge, drehen bekannte Sichtachsen und Maßstäbe und schaffen im Herzen des Clubs einen düster glamourösen Dancefloor.

Mehr Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier:
http://steirischerherbst.at/deutsch/Programm/club-panamur

Clubmusik Kurator: Norman Palm. Clubarchitektur: Stefan Beer (AT) – junger_beer, Georg Klüver-Pfandtner (AT). Auftragswerk steirischer herbst. In Kooperation mit SHAPE – Sound, Heterogeneous Art and Performance in Europe. Gefördert durch das Programm „Creative Europe“ der Europäischen Union. Kablam, Dj Nigger Fox und Aïsha Devi sind SHAPE Künstler/innen.