Programmüberblick

Homages

Homages

23/09 – 08/10
Stadtwerke-Haus, Akademie Graz, designforum Steiermark

Peter Ablinger (AT), Demi Broxa (AT), dieb13 (AT), Christian Fennesz (AT), Peter Herbert (AT), Mira Lu Kovacs (AT), Bernhard Lang (AT), Max Nagl (AT), Olga Neuwirth (AT), u.v.a.

Austrian artists pay tribute to New York music

Mit liebevollen Hommagen in einer raffinierten Klangausstellung im Stadtwerke-Haus (Holding Graz), der Akademie Graz und im designforum Steiermark widmen sich österreichische Komponistinnen und Komponisten der Stadt New York und ihren Persönlichkeiten.

musikprotokoll goes New York. In Zusammenarbeit mit dem Austrian Cultural Forum New York (ACFNY) sind 15 Hommagen österreichischer Musikschaffender an Künstlerinnen und Künstler entstanden, die untrennbar mit der Stadt New York verbunden sind. So gestaltet etwa Olga Neuwirth eine Hommage an die lyrische Rockerin Patti Smith, Andrea Sodomka ehrt die Experimentalkünstlerin Yoko Ono, Patrick Pulsinger würdigt den Star der Minimal Music, Philip Glass, und Christian Fennesz beschwört die Erfolge der Achtziger-Ikone Cyndi Lauper herauf.

Wenn Peter Herbert sich musikalisch auf Charles Mingus und im gleichen Kontext Peter Ablinger auf Morton Feldman bezieht, wirft das einen musikalischen Blick auf die historische Moderne und den Umgang damit. In diese transatlantischen Reverenzen wird die historische Moderne der Stadt Graz eingebunden: Das musikprotokoll zeigt diese Hommagen ausgerechnet im 1931 von Rambald von Steinbüchel-Rheinwall erbauten Stadtwerke-Haus, dem einzigen Gebäude der Grazer Innenstadt, das je im Stil einer damaligen Moderne erbaut wurde. Sein phänomenales Stiegenhaus und auch seine architektonischen Nachbarn Akademie Graz und designforum Steiermark sind die Spielorte der Grazer Hommagen an New York, die in Form einer raffinierten Klangausstellung über Kopfhörer erfahrbar werden.

23/09 – 08/10
  • Stadtwerke-Haus (Holding Graz)
  • Akademie Graz
  • designforum Steiermark
Installation
Österr. Erstaufführung

Anmeldung: Für diese Klangausstellung benötigen Sie Audioplayer- / Kopfhörer-Einheiten. Bitte reservieren Sie Ihren Slot ab So 10/09 unter musikprotokoll.ORF.at/homages. Der Startpunkt ist im designforum Steiermark.

Produktion ORF musikprotokoll, Austrian Cultural Forum New York. In Kooperation mit steirischer herbst, EUNIC, Holding Graz, fluxguide, Akademie Graz, designforum Steiermark. Mit Unterstützung von AKG Acoustics.

mp 1968/2017

mp 1968/2017

23/09 – 08/01/2018
GrazMuseum

50 x Diebesgut und Fundstücke

Seit 1968 ist das musikprotokoll im steirischen herbst der zeitgenössischen Musik in vielen Spielformen verpflichtet. Über 2.000 Aufführungen in 50 Festivaleditionen – dahinter verbergen sich Geschichten, Experimente, Erfolge und Persönlichkeiten. Entsprechend vielstimmige Echos aus fünf Jahrzehnten sind im Rahmen der Jubiläumsausstellung im GrazMuseum zu erleben: Akustische Spiegelungen aus 50 Festivalausgaben und 50 Jahren Radio, objets trouvés zum Hören, Sehen und Lesen.

23/09 – 08/01/2018
  • GrazMuseum
Installation
Uraufführung

Eine Koproduktion von GrazMuseum, steierischer herbst und musikprotokoll. Dieses Pojekt ist Teil der Ausstellung Diese Wildnis hat Kultur - 50 x steirischer herbst.

Battle-ax

Battle-ax & Jung An Tagen

01/10/2017
ORF Funkhaus Wien

An der Viola fasziniert Beatrix Curran aka Battle-ax ihr voller, dunkler Sound, den sie gerne mittels Effekt-Pedal noch eine Oktave tiefer klingen lässt. Als die gebürtige Australierin 2009 im Rahmen eines Austauschprogrammes nach Wien kam, um dort Bildende Kunst zu studieren, entdeckte sie die Welt der Neuen Musik und die experimentelle elektronische Club Musik. Letztere bezeichnete die Künstlerin 2015 in einer Ausstellung im Rahmen der Klangspuren in Schwaz in einer Text- und Fotoserie mit einem Augenzwinkern als vierte Wiener Schule. Zur Eröffnung der ersten Ausgabe des Hyperreality Festivals der Wiener Festwochen im Mai trat Battle-ax erstmals gemeinsam mit Stefan Juster aka Jung An Tagen auf, der vergangenes Jahr mit seinem Album „Das Fest der Reichen", erschienen bei dem renommierten Label Editions Mego, aufhorchen ließ. Im Rahmen des Zeit-Ton extended am 1. Oktober, an dem wir nicht nur den 50. Geburtstag von Ö1 sondern auch den 50. Geburtstag des musikprotokolls (vor)feiern, werden die beiden nun ihre Zusammenarbeit fortsetzen und ein weiteres gemeinsamen Stück präsentieren, das extra für diesen Anlass entstanden ist. „Ich schätze die retroflexive Struktur seiner Musik“, so Battle-ax über Jung An Tagen, „dass man sie also zunächst auf einer kognitiven Ebene erfasst und dann plötzlich möchte man sich bewegen und es wird sehr physisch. Sie ist stabil, aber auch erratisch, - augenblicklich. Hier, glaube ich, treffen wir uns auch. In unser beider Projekte gibt es viel Unmittelbarkeit, auch wenn wir sehr unterschiedliche Produktionsmethoden haben."

In Kooperation mit SHAPE – Sound, Heterogeneous Art and Performance in Europe. Gefördert durch das Programm „Creative Europe“ der Europäischen Union. Battle-ax ist SHAPE Artist 2017.

chor pro musica graz

Primen

Mi 04/10, 19.30
Helmut List Halle

Peter Jakober (AT), Ferdinand Schmatz (AT), Gerd Kenda (AT), ensemble zeitfluss (AT), chor pro musica Graz (AT), Vocalforum Graz (AT), Domkantorei Graz (AT)

Für drei Chöre und zwölf Subdirigenten

Eine Vielfalt an Grazer Stimmen untersucht die Stimme als manipulatives Instrument. An der Uraufführung der Komposition von Peter Jakober sind unter anderem drei Chöre und insgesamt zwölf Dirigenten beteiligt.

Ein ewiges Licht an den Beginn einer Festivalgeschichte zu setzen, kann wohl nur eine an Verschlagenheit grenzende symbolträchtige Absicht sein: 1968 wurde die erste Ausgabe des Festivals musikprotokoll im steirischen herbst mit der damals noch jungen 16-stimmigen Motette „Lux Aeterna“ von György Ligeti eröffnet.

Die Faszination des Instruments Stimme bleibt auch im Jahr 2017 so zeitlos wie zeitgemäß. Drei Grazer Chöre, der Dirigent Gerd Kenda, gleich zwölf Subdirigenten, vier Instrumentalisten und ein Literat eröffnen das musikprotokoll dieses Jahr mit einer raumfüllenden Uraufführung des Komponisten Peter Jakober. Dabei werden die Dirigenten jeweils unterschiedliche Tempi dirigieren und durch deren Überlagerung ein ganz besonderes Klangerlebnis herbeiführen. Der Autor Ferdinand Schmatz spricht selbst seinen eigenen Text, das Grazer ensemble zeitfluss gibt instrumental den Ton an, und die vielseitigen Stimmen des chor pro musica Graz, des Vocalforum Graz und der Domkantorei Graz versuchen sich ganz ungeniert in einer offenen Manipulation der Hörerschaft.

Denn „Primen“ beschäftigt sich mit Phänomenen, die unser Sein bestimmen, ob wir es uns eingestehen wollen oder nicht: mit der Manipulation des Wortes und der damit einhergehenden Manipulation des Menschen, der zarten Grenze zwischen Bewusstem und Unbewusstem. Zwischen Sinn und Sinnlichkeit von Sprache und Stimme liegt ein schmaler Grat und doch ein weites Land.

Mi 04/10, 19.30
  • Helmut List Halle
  • Peter Jakober (AT), Ferdinand Schmatz (AT)
Konzert
Uraufführung

„Primen“ von Peter Jakober ist musikprotokoll-Emil-Breisach-Kompositionsauftrag 2017. Eine Koproduktion von steirischer herbst und musikprotokoll.

Händl Klaus

Händl Klaus @ musikprotokoll

04/10-08/10
Helmut List Halle, Grazer Congress, Akademie Graz, Mausoleum

Begonnen hat es in Graz. 1994 veröffentlichte Händl Klaus mit „Legenden“ seinen ersten Prosaband im Grazer Literaturverlag Droschl. Inzwischen ist er längst ein international renommierter Schriftsteller, Filmregisseur und Dramatiker, dessen Arbeiten sich durch eine zutiefst musikalische Herangehensweise auszeichnen. In seinem Film „Kater“ aus dem Jahr 2016 zum Beispiel spielt das Radio-Symphonieorchester Wien eine Hauptrolle. Oft schreibt er Libretti für zeitgenössische Opern, etwa von Georg Friedrich Haas. Seine Liebe und Leidenschaft gehört der neuen und neuesten Musik, und somit war es hoch an der Zeit, ihn zu seinem einschlägigen Lieblingsfestival einzuladen. Anlässlich der 50. Ausgabe des musikprotokoll kehrt Händl Klaus als Festivalschreiber mit literarischen Interventionen nach Graz zurück.

mp Sujet

dieses Echo

Mi 04/10
Helmut List Halle, Foyer

Händl Klaus (AT), Veronica Kaup-Hasler (AT), Elke Tschaikner (AT)

Eröffnung musikprotokoll 2017

Fünfzig Jahre lang scheuten wir uns nicht, jene Stimmen erklingen zu lassen, von denen wir dachten, es seien die Stimmen, die zwar noch ungehört sind, aber nicht ungehört bleiben sollten.

Ligeti und Cerha am Anfang, also in den späten 60er Jahren, Penderecki und Lutoslawski gleich danach, Luna Alcalay und Adriana Hölszky auch, und wenn wir jetzt ein paar Jahrzehnte überspringen, Olga Neuwirth, Isabel Mundry, Chaya Cernowin, Georg Friedrich Haas, Beat Furrer, Bernhard Lang, Klaus Lang und hunderte andere.

Und insbesondere bei Jubiläen dachten wir auch gern an musikalische Sprachkünstler. Auf Patrick Hahn 2015 folgt nun 2017, also heuer, der Literatur-, Libretto- sowie Musikfilmerfahrene Händl Klaus. Während all unserer fünf Festivaltage wird er präsent sein und in verschiedenen Auftritten seine eigenen Visionen und Versionen von Sprachmusik, der Musik als Sprache, hören lassen.

Zwanzig Jahre zuvor trat auf unsere Einladung hin aus gleichem Grund auch schon ein anderer Großer der österreichischen Literatur, nämlich Gert Jonke, beim musikprotokoll auf, und sein Echo ist uns immer noch im Ohr.

„Denn ich glaube, daß unser Paradies oder unsere ewige Seeligkeit, wie man das in den Kirchen hört, am Ende, wenn die Zeit nicht mehr weitergeht, aus dem Echo alles bisher je Gehörtem besteht. Für die Beschaffenheit dieses Echos und die Qualität dieses Paradieses, das sag ich jetzt vielleicht etwas merkwürdig, für dieses Echo in aller Ewigkeit, sind die Musiker irgendwie wesentlich mitverantwortlich. Dankeschön.“

Diese Mitverantwortung des immerwährenden Echos tragen wir weiter. Für zumindest die nächsten fünfzig Jahre.

Mi 04/10 - 20.30
  • Helmut List Halle
  • Händl Klaus (AT) Veronica Kaup-Hasler (AT), Elke Tschaikner (AT)
Lecture Performance
composedconfusion

composedconfusion

Mi 04/10, 21.30
Helmut List Halle

Andreas Trobollowitsch (AT)

Gitarre spielende Ventilatoren, Melodika spielende Kompressoren, Basstrommel spielende Zitronenbäume, zeichnende Walkmans – es sind die Grenzbereiche, die Andreas Trobollowitsch in seiner künstlerischen und musikalischen Arbeit interessieren; jene Spannungsfelder, die sich auftun, wenn Theorie auf Praxis, Konkretes auf Abstraktes, Physisches auf Konzeptionelles und Visuelles auf Auditives trifft. In dem Stück „composedconfusion“, das Trobollowitsch Anfang 2016 während eines mehrwöchigen Artist-in-Residence-Aufenthalts in Buenos Aires entwickelt hat, greifen einige der in den letzten Jahren entwickelten Techniken nun ineinander.

Auf der Suche nach gemeinsamen (Klang-)Texturen werden die eingesetzten Gegenstände und Materialien auf ihre Belastbarkeit überprüft. Dabei geraten die fünf Performerinnen und Performer, die in diesem semi-installativen Setting in ein kompositorisches Regelwerk eingespannt sind, immer wieder an ihre körperlichen und spieltechnischen Grenzen – unter ihnen der Komponist selbst, der sich in die komponierte Konfusion mit Verve hineinstürzt.

Mi 04/10, 21.30
  • Helmut List Halle
  • Andreas Trobollowitsch (AT)
Performance
Österr. Erstaufführung

In Kooperation mit SHAPE – Sound, Heterogeneous Art and Performance in Europe. Gefördert durch das Programm „Creative Europe“ der Europäischen Union. Andreas Trobollowitsch ist SHAPE Artist 2017.

PHACE

Ensemble PHACE

Do 05/10, 19.30
Helmut List Halle

Christof Dienz (AT), Francesco Filidei (IT), Pierre Jodlowski (FR), Hannes Kerschbaumer (AT)

Erstmals zu Gast beim musikprotokoll, erschließt das gefeierte Ensemble PHACE mit einer erlesenen Auswahl Neuer Musik eine kostbare, poetische Welt.

Ein Klangkörper, dessen Form sich ständig ändert und mit den durchlebten Phasen reift: Der Name des Ensembles PHACE ist Programm für ein Programm wie jenes, mit dem es 2017 sein musikprotokoll-Debüt absolviert: von sinnlich bis gestisch, von spielerisch bis streng, von Hannes Kerschbaumer und Pierre Jodlowski über Francesco Filidei bis Christof Dienz.

Von Letzterem präsentiert das Ensemble eine Uraufführung nach Texten des österreichischen Literaten und Bestsellerautors Christoph Ransmayr. Zu hören ist also Neue Musik eines Komponisten, dessen künstlerische Lebensphasen schon eine Zeit als Fagottist im Orchester der Wiener Staatsoper, die Mitgliedschaft in der legendären Weltmusikformation „Die Knödel“ und fruchtbare Experimente mit der Zither umfassten.

Salvatore Sciarrino schrieb einst: „Es geht nicht um intellektuelle Lösungen, sondern um das Erschließen einer kostbaren, poetischen Welt.“ Mit diesen Worten beschrieb er wiederum die Klangwelt des 1973 geborenen Komponisten Francesco Filidei. Auch seine gestisch poetische Musik gehört zu den vier sehr unterschiedlichen zeitgenössischen Positionen, die das Ensemble PHACE beim musikprotokoll einnimmt.

Do 05/10, 19.30
  • Helmut List Halle
  • Francesco Filidei (IT), Ensemble PHACE (AT)
Konzert
Österr. Erstaufführung
Do 05/10, 19.30
  • Helmut List Halle
  • Christof Dienz (AT), Ensemble PHACE (AT)
Konzert
Uraufführung
Do 05/10, 19.30
  • Helmut List Halle
  • Hannes Kerschbaumer (AT), Ensemble PHACE (AT)
Konzert
Österr. Erstaufführung
Do 05/10, 19.30
  • Helmut List Halle
  • Pierre Jodlowski (FR), Ensemble PHACE (AT)
Konzert
Österr. Erstaufführung
deranged orchestra

deranged orchestra

Do 05/10, 21.30
Helmut List Halle

Stefan Fraunberger (AT), ensemble zeitfluss (AT)

Bei einer Klangforschungsreise in der Gangesebene hat Stefan Fraunberger unlängst acht Muscheln gefunden, die ursprünglich aus der Tiefsee geborgen wurden, um – nach dem Absägen ihrer Spitzen – den Brahmanen-Priestern als Instrumente zu dienen, mit denen sie ihre Riten ankündigen und einleiten. In Fraunbergers „deranged orchestra“ werden die acht Tiefseemuscheln zu Signalhörnern, mit denen der Komponist in einer gleichsam rituellen Darbietung eine „punktungleiche Permutation“ in der menschlichen Wahrnehmung auszulösen versucht. Trotz des Klimawandels begreift sich der Mensch noch immer als das Maß aller Dinge, anstatt wieder vermehrt auf die Rhythmen der Natur zu hören. Auch beim „Ornamentrauschen“ ist Permutation ein Schlüsselbegriff. Mit seiner elektronisch verstärkten Santur, einem persischen Hackbrett, webt Fraunberger sich laufend verändernde Klangmuster, in denen unterschiedliche Makam-Stimmungen ineinanderfließen.

Do 05/10, 21.30
  • Helmut List Halle
  • Stefan Fraunberger (AT), ensemble zeitfluss (AT)
Konzert

In Kooperation mit SHAPE – Sound, Heterogeneous Art and Performance in Europe. Gefördert durch das Programm „Creative Europe“ der Europäischen Union. Stefan Fraunberger ist SHAPE Artist 2017.

Studio Dan

Studio Dan

Do 05/10, 22.30
Helmut List Halle

Studio Dan (AT), George Lewis (US), Oxana Omelchuk (DE/BY)

Egal ob Big Band oder kleines Ensemble: Das Studio Dan groovt sich flexibel auf alle experimentellen Wellen ein – diesmal mit buntschillernden Uraufführungen des Avantgarde-Jazz-Posaunisten George Lewis und der Komponistin Oxana Omelchuk.

Beinahe schon als Legende des Avantgarde-Jazz könnte man den amerikanischen Posaunisten und Komponisten George Lewis bezeichnen, der derzeit an der New Yorker Columbia University unterrichtet. Das österreichische Ensemble Studio Dan wird gemeinsam mit dem grandiosen Posaunisten Matthias Muche ein neues Stück von George Lewis beim musikprotokoll zur Uraufführung bringen.

Gegründet wurde Studio Dan im Jahr 2005 ursprünglich als Big Band für das erste Festival der Initiative JazzWerkstatt Wien. Im Laufe der Jahre hat sich gezeigt, zu welch enormer Flexibilität in Größe und Stilistik dieses Kollektiv fähig ist, je nachdem an welchen wellenförmigen Grenzlinien des Experimentellen zwischen Improvisation, Komposition, Jazz oder Prog-Rock es sich gerade bewegt. Diese instrumentale und stilistische Offenheit ist auch die ideale Voraussetzung für die buntschillernde Musik von Oxana Omelchuk, die ebenfalls mit einer Uraufführung an diesem Abend vertreten sein wird. Die 1975 in Weißrussland geborene und in Köln lebende Künstlerin, die gerade ihre Portrait-CD der Edition Zeitgenössische Musik des Deutschen Musikrates vorbereitet, wurde seit ihrem Studium mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet und gehört zu den herausragenden Komponistinnen ihrer Generation.

Do 05/10, 22.30
  • Helmut List Halle
  • George Lewis (US), Studio Dan (AT)
Konzert
Uraufführung
Do 05/10, 22.30
  • Helmut List Halle
  • Oxana Omelchuk (DE/BY), Studio Dan (AT)
Konzert
Uraufführung
Crystal Sounds Lab

Crystal Sounds Lab

Fr 06/10, 14.00
Helmut List Halle

Andy Cavatorta (US) & Tom Huber (DE)

Kristallklare Klänge und der Sound der Technologie werden im Labor von Andy Cavatorta und Tom Huber anhand eines neu entwickelten Musikinstruments vereint.

Im „Crystal Sounds Lab“ wird der Brückenschlag zwischen Kunst, Technik und Wissenschaft von innovativen Projekten und Kooperationen sichtbar. In Kollaboration mit dem New Yorker Künstler Andy Cavatorta und dem Münchner Musiker und Produzenten Tom Huber wird der spannende Kontrast zwischen analogen und digitalen Sphären ergründet und anhand eines neuartigen Musikinstruments erforscht. Als Klangquelle für das heterodyne Instrument dienen Quarz-ähnliche Galliumphosphat-Kristalle, die als Ergebnis eines langjährigen interdisziplinären Forschungsprojektes von AVL in einem weltweit einzigartigen Verfahren gezüchtet werden. Im Zuge des „Crystal Sounds Lab“ erhält das Publikum einen Einblick in die Entstehung und weitere Entwicklung dieses experimentellen Musikinstruments und hat zudem die Möglichkeit, am Entwicklungsprozess teilzuhaben.

Fr 06/10, 14.00
  • Helmut List Halle
  • Andy Cavatorta (US), Tom Huber (DE)
Lecture Performance
Uraufführung

Produktion AVL Cultural Foundation. In Kooperation mit musikprotokoll.

Quatuor Diotima

Quatuor Diotima

Fr 06/10 - So 08/10
Congress Graz, Helmut List Halle, Mausoleum

Enno Poppe (DE), Rune Glerup (DK), Mikel Urquiza (ES), Petr Bakla (CZ), Alberto Posadas (ES)

Das Streichquartett als Seismograf des Zeitgenössischen: Das renommierte Quatuor Diotima feiert heuer sein musikprotokoll-Debüt mit gleich drei Konzerten.

Von George Onslow bis ins 21. Jahrhundert mit allen erdenklichen Zwischenstationen reicht die instrumentale und kompositorische Faszination des Quatuor Diotima – sehr treffend nach jener weisen Frau benannt, die Sokrates die Vorzüge der platonischen Liebe erklärt haben soll.

Diese Konstellation aus vier Streichern wurde 1996 von Absolventinnen und Absolventen des Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris gegründet und gehört zu den gefragtesten Ensembles Europas. Yun-Peng Zhao, Constance Ronzatti, Franck Chevalier und Pierre Morlet sind bekannt dafür, besonders eng mit Komponistinnen und Komponisten zusammenzuarbeiten. Geradezu berühmt sind die vier für ihre intensiven, sinnlichen, klangschönen und gleichzeitig intelligenten und präzisen Interpretationen ganz neuer Musik.

Eine Uraufführung und vier österreichische Erstaufführungen von Enno Poppe, Petr Bakla, Rune Glerup, Mikel Urquiza und Alberto Posadas bilden das spannende Ausgangsmaterial für drei „Happy Hours for String Quartet“, eine seismografische Untersuchung der musikalischen Gegenwart.

Fr 06/10, 18.30
  • Grazer Congress
  • Enno Poppe (DE), Quatuor Diotima (FR)
Konzert
Österr. Erstaufführung
Sa 07/10, 18.30
  • Helmut List Halle
  • Mikel Urquiza (ES), Quatuor Diotima (FR)
Konzert
Österr. Erstaufführung
Sa 07/10, 18.30
  • Helmut List Halle
  • Rune Glerup (DK), Quatuor Diotima (FR)
Konzert
Uraufführung
So 08/10, 11.00
  • Mausoleum
  • Petr Bakla (CZ), Quatuor Diotima (FR)
Konzert
So 08/10, 11.00
  • Mausoleum
  • Alberto Posadas (ES), Quatuor Diotima (FR)
Konzert
RSO Wien

Tanzmusik für Fortgeschrittene

Fr 06/10, 19.30
Congress Graz, Stefaniensaal

Bernd Richard Deutsch (AT), Johanna Doderer (AT), Arturo Fuentes (MX), Peter Herbert (AT), Johannes Kalitzke (DE), Gabriele Proy (AT), Gerald Resch (AT), Jorge Sánchez- Chiong (AT), Johannes Maria Staud (AT), Judit Varga (AT), Gerhard E. Winkler (AT) u.a.

Ein Ball beim musikprotokoll? Ja, allen Ernstes! Zeitgenössische Komponistinnen und Komponisten schreiben, das RSO Wien spielt auf, und das Publikum tanzt mit.

Um die 50. Ausgabe des musikprotokoll zu feiern, gibt das Radio-Symphonieorchester Wien im Stefaniensaal des Grazer Congress nicht etwa ein Konzert, nein: Es spielt auf zum Tanz, und das ganz im Ernst. Wobei der Spaß natürlich nicht zu kurz kommt: Die Tanzenden sind nämlich die Besucherinnen und Besucher des musikprotokoll, die Tanzfläche gehört also ganz dem Publikum. Getanzt wird zu Musik von Komponisten wie Gabriele Proy, Judit Varga, Jorge Sánchez-Chiong, Peter Herbert, Johannes Kalitzke, Bernd Richard Deutsch und Johannes Maria Staud, die neue Stücke für dieses Format des Tanzabends schreiben. Johannes Kalitzke wird das RSO zu diesem Anlass auch dirigieren.

Kompositionen von Johanna Doderer, Arturo Fuentes, Gerald Resch, Gerhard E. Winkler und vielen anderen werden zu hören und zu betanzen sein. Selbst wenn das musikprotokoll also in leichter Jubiläumsironie auf ein so altes Format wie einen „Ball“ zum Geburtstagsfeiern zurückgreift, schaut es musikalisch natürlich augenzwinkernd in die Zukunft. Und ist gleichzeitig ganz Gegenwart.

Fr 06/10, 19.30
  • Congress Graz
  • RSO Wien (AT), Bernd Richard Deutsch (AT), Johanna Doderer (AT), Arturo Fuentes (MX), Peter Herbert (AT), Johannes Kalitzke (DE), Gabriele Proy (AT), Gerald Resch (AT), u.v.a.
Konzert
Peter Herbert & Barry Guy

Peter Herbert & Barry Guy

Fr 06/10, 21.30
Congress Graz, Kammermusiksaal

Barry Guy (GB), Peter Herbert (FR/AT)

Barry Guy kommt erstmals zum musikprotokoll und improvisiert mit seinem geschätzten Kontrabassistenkollegen Peter Herbert.

Die beiden Kontrabassisten Peter Herbert und Barry Guy kennen und verehren einander seit langem und sind einander auch schon in allen möglichen Weltgegenden auf ihren jeweiligen Tourneen immer wieder begegnet. Und doch haben sie – obwohl es beiderseits ein lang gehegter Wunsch war – als Duo noch nie konzertiert. Dieser erste gemeinsame Auftritt zweier großartiger Improvisatoren ist also eine kleine Sensation beim musikprotokoll 2017.

Auch wenn der Brite Barry Guy immer nur an „Zukunftsmusik“ und nie an „Vergangenheitsmusik“ denkt, das bisherige OEuvre des heuer Siebzigjährigen ist bemerkenswert und auffallend vielschichtig: Es reicht von Free Jazz bis Alte Musik, von Kooperationen mit Derek Bailey über Evan Parker, dem London Jazz Composers’ Orchestra bis zu Christopher Hogwoods Academy of Ancient Music. Diese Vielfalt und ein Bassisten-Selbstverständnis, das Groove mit experimentellen Spieltechniken verbindet, eint Barry Guy mit dem in Vorarlberg geborenen, seit 2003 in Paris lebenden, musikalischen Weltenbummler Peter Herbert.

Ornamentrauschen

06/10/2017 - 22:30
Congress Graz

Stefan Fraunberger (AT)

Schon immer seien es vielmehr die Dialekte als die Hochsprachen gewesen, die ihn interessiert hätten, so Stefan Fraunberger, der neben Computermusik auch Philosophie, Islamwissenschaften und Arabistik studiert hat – in linguistischer und kultureller Hinsicht ebenso wie in musikalischer. Immer wieder unternimmt Fraunberger ausgedehnte Forschungsreisen, die ihn in den vergangenen Jahren u.a. nach Aleppo, Sana’a und Teheran brachten. Auf einer dieser Reisen lernte er auch eines seiner derzeitigen Hauptinstrumente kennen, die Santur, eine Verwandte des Hackbretts. Sie kommt vor allem in der klassischen Musik des Iraks und Persiens zum Einsatz, aber auch in der indischen Kunstmusik. Fraunberger hat im Laufe der Jahre auf der Santur seine eigene Spieltechnik entwickelt; seinen ganz persönlichen musikalischen Dialekt ausgebildet, in dem er aus verschiedenen Stimmungssystemen – in einem Rausch der Ornamente – neuartige Klangmuster webt. Oder um es in den Worten des Musikers zu formulieren: „Welche Form der Permutation braucht es, um den Teppich am Fliegen zu halten?“

In Kooperation mit SHAPE – Sound, Heterogeneous Art and Performance in Europe. Gefördert durch das Programm „Creative Europe“ der Europäischen Union. Stefan Fraunberger ist SHAPE Artist 2017.

Klassiktreffpunkt

musikprotokoll 2017 in Ö1

Sa 07/10, 10:00
Akademie Graz, ORF Landesstudio Steiermark

Text folgt

Aleph Gitarrenquartett

Aleph / Guy & Homburger

Sa 07/10, 19.30
Helmut List Halle

Aleph Quartett (DE), Barry Guy (GB), Maya Homburger (CH)

Ein feinfühliges Gitarrenquartett, eine virtuose Barockgeigerin und ein legendärer Kontrabassist entführen auf eine vielseitig vielsaitige Reise durch die Jahrhunderte.

Strings only. Ein Experiment auf Saiten aller Art: Das Aleph Gitarrenquartett, das immer wieder für großartig nuancierte Konzerte beim musikprotokoll verantwortlich zeichnet, trifft 2017 auf die Barockgeigerin Maya Homburger und den Kontrabassisten Barry Guy. Das Duo spielt mit vergnüglichem und völlig natürlichem Aufeinander-wirken-Lassen und verwebt barocke Musik von Johann Sebastian Bach und Heinrich Ignaz Franz Biber mit neuen Kompositionen und Improvisationen von György Kurtág und anderen. Der aus London stammende Barry Guy gehört zu den wichtigsten Kontrabassisten und überhaupt prägendsten Musikern der Gegenwart. Die Schweizer Geigerin Maya Homburger hat sich mit ihrer Geige von Antonio della Costa aus dem Jahr 1740 als Barockexpertin hervorgetan. Seit über 20 Jahren sind sie und Barry Guy, der auch Solowerke für sie komponierte, bestens aufeinander eingespielt. Die beiden laden Aleph Quartett, mit dem sie zum ersten Mal gemeinsam einen Abend gestalten, auf eine Reise durch die Jahrhunderte ein. Die vier feinfühligen Virtuosen des Gitarrenquartetts bringen für diese spannende Unternehmung unter anderem neue Kompositionen von Zeynep Gedizlioğlu und Marko Nikodijevic mit.

07/10 - 19.30
  • Helmut List Halle
  • Zeynep Gedizlioğlu, Aleph Gitarrenquartett
Konzert
Uraufführung
08/10 - 11.00
  • Mausoleum
  • František Chaloupka, Aleph Gitarrenquartett
Konzert
Österr. Erstaufführung
07/10 - 19.30
  • Helmut List Halle
  • Mauricio Sotelo, Aleph Gitarrenquartett
Konzert
Österr. Erstaufführung
The Sound of the Internet of Things

The Sound of the Internet of Things

Sa 07/10, 21.30
Helmut List Halle

Klammer & Gründler Duo (AT), Stefan Doepner (SI/DE)

Klammer&Gründler sind stets am Puls der Zeit, und das seit langem: Nach den Projekten „Razionalnik“, das sich schon vor 30 Jahren mit der musikalischen Potenz von Datennetzen auseinandersetzte, und „RGB“, das vor 20 Jahren beim musikprotokoll das Thema der Synchronisation behandelte, gehen die beiden Musiker nun der Frage nach, wie das Internet der Dinge klingt, und erforschen den Raum autonomer, vernetzter Maschinen mit musikalischen Mitteln. Die Bühne teilen sie sich dabei mit gebauten Klangrobotern, aber auch Readymades des Internets der Dinge und gehackten Gadgets. Auch die Smartphones des Publikums können eine Rolle spielen, Siri und Echo sowieso. Dazu kommt Stefan Doepner von cirkulacija2 aus Ljubljana, der mit technikbasierter Kunst, Robotik und Sound das Duo perfekt ergänzt. Die Musik bleibt dabei jedoch stets das Zentrum der Dinge.

Anna Meredith

Anna Meredith

Sa 07/10, 23:00
Palais Attems, herbst Bühne

Anna Meredith (GB)und Band

Dass sich im Grenzfeld von Avantgarde, Pop und zeitgenössischer Klassik faszinierende Synergien auftun, bewies die Komponistin Anna Meredith zuletzt mit dem als schottisches Album des Jahres ausgezeichneten Werk „Varmints“. Dieses oszilliert zwischen pulsierenden Beats, pointilistischen Stakkatos und bombastischen Arrangements und lässt so Indie- und Orchestermusik auf geheimnisvolle Weise eins werden. Live tritt Meredith dementsprechend mit einem Sextett aus Klarinette, elektrischer Gitarre, Celli, Tuba, Schlagwerk und elektronischen Instrumenten auf. Auch das amerikanische Musikmagazin Pitchfork hat ihr Höchstnoten gestreut und Anna Meredith als einen der innovativsten Geister der modernen britischen Musik bezeichnet. Dem ist so weit nichts hinzuzufügen.

In Kooperation mit musikprotokoll, SHAPE – Sound, Heterogeneous Art and Performance in Europe. Anna Meredith ist SHAPE Artist 2017.

Matthew Shlomowitz

Electric Dreams

So 08/10, 19.30
MUMUTH

Matthew Shlomowitz (AU)

Eine Zeitreise in alle Richtungen: Die Kunstuniversität Graz träumt sich mit der Oper „Electric Dreams“ in eine besondere Variante der Eighties.

Ein Hotelzimmer. Eine unbekannte Person kann nicht schlafen und schaltet den Fernseher ein. Sie wechselt zwischen Dokumentarfilmen, Verbraucher-TV, Sportberichten und Quizsendungen – ein ferngesteuertes Nebeneinander von Arien, Rezitativgesang und Background-Sängerchören. Fragen kommen auf: Befinden wir uns in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts oder in einem postmodernen Traum über eine postmoderne Zeit? Oder handelt es sich gar um einen Angehörigen der Generation X, der in einem OPERA-80s-TV-Konzepthotel urlaubt?

Eine Zeitreise ist „Electric Dreams“ des australischen Komponisten Matthew Shlomowitz allemal. Aber führt sie in die Zukunft oder in die Vergangenheit? Der Regisseur Philipp M. Krenn inszeniert die Uraufführung mit Studierenden der Kunstuniversität Graz in Kooperation mit dem musikprotokoll und unter Wolfgang Hattingers musikalischer Leitung. Die Achtziger, das bedeutet hier Frisuren mit viel Haar und Schulterpolstern, Yachten und Einkaufsmeilen, zuckersüße Synthesizer, makellose Powerchords und hallende Schlagzeugrhythmen, aber auch aufgemotzte Autos, Flanellhemden und Siebziger-Rockmusik.

Und dann gibt es noch die Achtziger der selbstreflexiven, aber anspruchslosen Kunst, die mal als geschichts- und politikbewusst gefeiert, mal als falsch und leer abgetan wird. „Electric Dreams“ vereint all diese Varianten der guten alten Zeit zu einem traumhaft zeitgemäßen Opernereignis.

 

Matthew Shlomowitz, Komposition / Wolfgang Hattinger, Musikalische Leitung / Philipp M. Krenn, Inszenierung / Katharina Wraubek, Ausstattung / Dimitrios Polisoidis und Boris Brinkmann, Musikalische Einstudierung / Isabel Zalami - Video Design / Sopran: Misaki Morino, Klaudia Tandl / Mezzosopran: Katia Ledoux / Tenor: Camilo Delgado / Bariton: Christian Wester / Schauspieler: Lukas Schmidt / Video Design: Isabel Zalami / InstrumentalistInnen: PPCM-Studierende

So 08/10, 19.30
  • MUMUTH
  • Matthew Shlomowitz (AU)
Kammeroper
Uraufführung

Produktion Kunstuniversität Graz/Gesellschaft der Freunde der Kunstuniversität Graz in Kooperation mit ORF musikprotokoll. Matthew Shlomowitz ist Johann-Joseph-Fux-Opernkompositionspreisträger des Landes Steiermark. Weitere Vorstellungen Mo 09/10 & Mi 11/10, 19.30 im abo@MUMUTH.

SiS_Mic

SiS_Mic

So 08/10, 22.00
ORF Landesstudio Steiermark, Studio 3

Pôm Bouvier b. aka SiS_Mic (FR)

Musik, so die multidisziplinär arbeitende Künstlerin Pôm Bouvier b. aka SiS_Mic, lädt ein zu einer Reise, die uns durch die verschiedenen Schichten unserer Erinnerung führt. Bouvier b. liebt es, wenn Grenzen durchlässig werden. In der Fragilität sieht sie eine Form der Zeit. Der Moment der Auflösung ist in ihren Augen stets auch ein Bewegungsanstoß. Wer diesem folgt, der hört nach Vorstellung der Künstlerin auf den Ruf des Lebens, denn in und um uns herum ist ständig alles in Bewegung. Nach Graz bringt Bouvier b. ihren selbst gebauten Klangtisch, ihren großen Feedback-Lautsprecher und unterschiedliche Materialien. In welche Richtung sich das Konzert entwickeln wird, entscheidet sich jeweils erst im Moment. Ein weiteres Instrument, das zum Einsatz gelangen wird, sei jedenfalls der Konzertraum, so die Künstlerin: „Und mir gefällt die Vorstellung, dass wir – ich und das Publikum – uns während des Konzertes im Inneren dieses Instrumentes befinden.“

So 08/10, 22.00
  • ORF Landesstudio Steiermark
  • Pôm Bouvier (FR)
Konzert
Österr. Erstaufführung

In Kooperation mit SHAPE – Sound, Heterogeneous Art and Performance in Europe. Gefördert durch das Programm „Creative Europe“ der Europäischen Union. SiS_Mic ist SHAPE Artist 2017.

Happy New Fear

Happy New Fear

So 08/10, 23.00
ORF Landesstudio Steiermark, Studio 3 ORF Kunstradio live

Rima Najdi (LB), Kathy Alberici (GB), Ana Nieves Moya (ES)

Was tut eine Gesellschaft in Angst? Hört sie auf zu funktionieren, oder verdrängt sie und macht weiter? Leben wir allein mit unserer Angst oder teilen wir sie? Wie können wir über solche Gefühlen sprechen?Diese Fragen thematisierte die libanesischen Performance-Künstlerin Rima Najdi 2014 in ihrer Performance "Madame Bomba: The TNT project". Mit einer Bombenattrappe um den Körper ging sie durch Beirut und personifizierte so, was alle dachten: An jeder Straßenecke könnte der nächste Anschlag auf mich warten. Ihre Gedanken und Erfahrungen als "Madame Bomba" hat Rima Najdi in Zusammenarbeit mit der Komponistin und Musikerin Kathy Alberici zu einem eindrücklichen Radiostück verarbeitet, das die Hörer/innen nicht zuletzt mit ihren eigenen Ängsten konfrontiert. Beim musikprotokoll wird es in seiner audiovisuellen Live-Version zu erleben sein. Dafür haben Najdi und Alberici weiters die Video-Künstlerin Ana Nieves Moya eingeladen. "Happy New Fear" gewann einen der beiden Produktionspreise beim CTM Radio Lab 2017.

 

So 08/10, 23.00
  • ORF Landesstudio Steiermark
  • Rima Najdi (LB)
Konzert, Performance
Österr. Erstaufführung

CTM Radio Lab 2017: Koproduktion Deutschlandradio Kultur – Hörspiel/Klangkunst, CTM Festival. In Kooperation mit Goethe-Institut, ORF musikprotokoll, Ö1 Kunstradio und SoCCoS – the Sound of Culture, the Culture of Sound Initiative. Happy new Fear wurde von dem Sundance Theater Lab 2016 in MENA mitentwickelt und von der Andrew w. Mellon Foundation unterstützt.