musikprotokoll 2015

Programmüberblick

Specter of the Gardenia Sujet

Specter of the Gardenia oder Der Tag wird kommen

Fr 25/09 & Sa 26/09, 19.30 Helmut List Halle

Johannes Maria Staud / Josef Winkler (AT) / ensemble modern / Emilio Pomàrico / Sofia Simitzis

Der steirische herbst 2015 eröffnet mit einer installativen Konzertperformance. Der Komponist Johannes Maria Staud und der Dichter Josef Winkler wagen mit dem Ensemble Modern ein Experiment  zeitgenössischen Musiktheaters.

„Specter of the Gardenia oder Der Tag wird kommen“ – die Skulptur des Surrealisten Marcel Jean inspirierte Josef Winkler zu einem eigensinnigen surrealistischen Monolog. Sein Text besteht formal aus drei Elementen: litaneihafte Anrufungen eines imaginären Gegenübers wechseln sich mit Rückblicken auf eine katholische Kindheit in Kärnten und sprachmächtigen Weltklagen über die Gesellschaft unserer Zeit ab. Der Österreicher Johannes Maria Staud ist einer der international renommiertesten Komponisten. In enger Zusammenarbeit mit Büchner-Preisträger Josef Winkler entwickelte er die Komposition für die 22 Instrumentalistinnen und Instrumentalisten des Ensemble Modern. Die tragende Sprechrolle des Abends übernimmt der Schauspieler Johannes Silberschneider, der für seine zahlreichen Film- und Fernsehrollen mehrfach prämiert und 2012 mit dem Großen Diagonale-Schauspielpreis ausgezeichnet wurde. Das künstlerische Team rund um die junge Regisseurin Sofia Simitzis überträgt die künstlerische Montage ins Räumliche, in eine Art Bild- oder Weltmaschine. Großformatige Projektionen, ungewöhnlich anmutende Objekte, Licht, Bilder sowie die Aktionen des Sprechers und des Ensembles gehen ineinander – und auf alle Sinne zu.

Auftragswerk: steirischer herbst. Projektsponsor: AVL Cultural Foundation.

Nigredo Instalaltion

Nigredo

08/10 – 11/10 Kunsthaus Graz

Marco Donnarumma (IT) in Zusammenarbeit mit Marije Baalman (NL)

„Nigredo“ ist die Erfahrung der veränderten Selbstwahrnehmung mittels biophysischer Medien – dabei werden die Besucher auf das nackte Menschsein zurückgeworfen.

„Nigredo ist nichts für schwache Nerven“, sagen die einen. „Nigredo ist absolut entspannend“, sagen die anderen. Nigredo ist die Erfahrung der veränderten Selbstwahrnehmung für jeweils einen Besucher mittels biophysischer Medien, entwickelt von Marco Donnarumma und Marije Baalman. Behutsam, aber bestimmt treiben sie die Besucher an ihre individuellen Grenzen. Von dem bunten Treiben der Außenwelt komplett abgeschnitten, verkabelt und verschaltet mit allerlei Sensoren und technologischen Gerätschaften werden diese für acht Minuten zu Cyborgs und dabei auf das nackte Menschsein zurückgeworfen.

Unmittelbar und punktgenau platzierte auditive, visuelle und taktile Reize werden durch das Pulsieren des eigenen Körpers in einem Biofeedback-Verfahren in Gang gesetzt, lösen instinktiv Empfindungen aus, die erst im Nachhinein rational eingeordnet werden können. Nigredo erinnert gleichermaßen an unsere Gleichförmigkeit wie an unsere Einzigartigkeit – denn bei aller Direktheit vermag dieser mal als zu kurz und mal als zu lang empfundene Selbsterfahrungstrip sowohl in die gedankliche Weite als auch in die Beengtheit führen.

08/10 – 11/10, Do–So 10.00–17.00
  • Kunsthaus Graz
  • Marco Donnarumma / Marije Baalman
Installation
Österr. Erstaufführung

Sie können sich ab 25.9.2015 anmelden unter: http://musikprotokoll.ORF.at/2015/service/nigredo

Koproduktion ORF musikprotokoll & Kunsthaus Graz. In Kooperation mit SHAPE – Sound, Heterogeneous Art and Performance in Europe. Marco Donnarumma ist SHAPE Künstler. Gefördert durch das Programm „Creative Europe“ der Europäischen Union. Nigredo wurde mit Hilfe der STEIM, Amsterdam entwickelt.

Nixe

Nixe

08/10 – 18/10/2015 Murinsel / Lesliehof im Joanneumsviertel

Peter Ablinger (AT), Stanislav Abraham (CZ), Peter Brandlmayr (AT), die audiotapete (AT), Josef Klammer (AT), Marcus Maeder (CH), Mateu Malondra (ES), Christine Schörkhuber (AT), Valentina Vuksic (CH), Jana Winderen (NO), Mazen Kerbaj (LB), ...

Mediterranean Measures – Science, Research, and the Arts
Hommage à Ludwig Salvator in Wissenschaft, Forschung und Kunst

Der Mittelmeerforscher Ludwig Salvator war sein Leben lang ein Reisender. Eine Hommage mit Beiträgen aus Klang, Kunst und Wissenschaft möchte diesem Freigeist gerecht werden.

Er hätte das Zeug zu einer Ikone der freien Wissenschaft, jenseits von Academia und zugleich voller leidenschaftlicher Präzision: Der Mittelmeerforscher Ludwig Salvator war ein Leben lang unterwegs, reiste von Insel zu Insel, schlussendlich von Kontinent zu Kontinent. Er richtete von seiner Dampfyacht Nixe aus sein Forschungs-Radar auf unerforschte, damals weitgehend unbekannte Inseln des Mittelmeeres und deren ursprüngliche, kulturell gesehen auch urtümliche Flora und Fauna, Sitten, Gebräuche und Lebensumstände. Über Jahrzehnte hinweg veröffentlichte er Dutzende hoch angesehene Fachpublikationen.

Der vor genau hundert Jahren, im Oktober 1915, verstorbene Erzherzog aus der toskanischen Linie der Familie Habsburg war ebenso in großem Stil praktizierender Naturschützer wie Lebenskünstler und Pazifist. Mit mehreren künstlerischen Beiträgen aus dem fruchtbaren Grenzland von Klang, Kunst und Wissenschaft wird diesem freien Geist eine Hommage gewidmet. Spielorte und zugleich Instrumente dieses Unterfangens sind ORF-Korrespondentenkabinen im Lesliehof des Joanneumsviertels sowie die Murinsel als fiktiv wiederauferstandenes Forschungsschiff Nixe samt Klangkulisse.

08/10 – 18/10, Do–So 10.00–19.00
  • Lesliehof im Joanneumsviertel
Installation
Uraufführung
08/10 – 18/10, Do–So 10.00–19.00
  • Murinsel
Installation
Uraufführung
08/10 - 18/10, täglich 10:00-19:00
  • Lesliehof im Joanneumsviertel
  • Valentina Vuksic, Hannes Rickli
Installation
Uraufführung
08/10 - 18/10, täglich 10:00-19:00
  • Lesliehof im Joanneumsviertel
  • Josef Klammer
Installation
Uraufführung
08/10 - 18/10, täglich 10:00-19:00
  • Lesliehof im Joanneumsviertel
  • Mateu Malondra Flaquer
Installation
Uraufführung
08/10 - 18/10, täglich 10:00-19:00
  • Lesliehof im Joanneumsviertel
  • Peter Brandlmayr
Installation
Uraufführung
08/10 - 18/10, täglich 10:00-19:00
  • Lesliehof im Joanneumsviertel
  • die audiotapete
Installation
Uraufführung
08/10 - 18/10, täglich 10:00-19:00
  • Lesliehof im Joanneumsviertel
  • Jana Winderen
Installation
Uraufführung
08/10 - 18/10, täglich 10:00-19:00
  • Lesliehof im Joanneumsviertel
  • Peter Ablinger
Installation
Uraufführung
08/10 - 18/10, täglich 10:00-19:00
  • Lesliehof im Joanneumsviertel
  • Mazen Kerbaj
Installation
Uraufführung
08/10 - 18/10, täglich 10:00-19:00
  • Lesliehof im Joanneumsviertel
  • Stanislav Abrahám
Installation
Uraufführung
08/10 - 18/10, täglich 10:00-19:00
  • Lesliehof im Joanneumsviertel
  • Mazen Kerba, Franz Hautzinger, Elke Tschaikner, Christian Scheib
Installation
Uraufführung
08/10 - 18/10, täglich 10:00-19:00
  • Lesliehof im Joanneumsviertel
  • Christine Schörkhuber
Installation
Uraufführung

Auftragswerk musikprotokoll. Projektidee Christian Scheib (AT), Elke Tschaikner (AT) & Fränk Zimmer (AT/LU). In Kooperation mit Universalmuseum Joanneum, Naturkundemuseum Joanneumsviertel & SHAPE – Sound, Heterogeneous Art and Performance in Europe. Stanislav Abraham ist SHAPE Künstler. Mit Unterstützung der Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung und Lambda Labs.

Lorenzo Senni

Reshaping Club Music

08/10/2015 generalmusikdirektion

Assimilation Process (DE), Pasajera Oscura (AT), Ketev (DE), Lorenzo Senni (IT)

„Reshaping Club Music“ ist ein Konzertabend im Spannungsfeld von Vergangenheit und Zukunft.

Es ist eine postapokalyptische Welt, die Stefan Senf aka Assimilation Process mit seinen Performances aufspannt, in der die Erinnerung an durchfeierte Nächte auf dem Dancefloor nur mehr gelegentlich durchblitzt. In der Musik von Pasajera Oscura verschmelzen daraufhin die nicht minder dystopisch anmutenden Klanglandschaften von Christina Nemec aka chra mit den auf quantenphysikalischen Gesetzmäßigkeiten aufbauenden Beatstrukturen von Patricia Enigl aka irradiation. Und noch einmal wird die den Raum nun gänzlich ausfüllende Endzeitstimmung weitergetragen, wenn Yair Elazar Glotman aka Ketev seinen bleiernschweren post techno spinnt, bevor wir von Lorenzo Senni in einer seiner seltenen AAT (Advanced Abstract Trance) Performances in die frühen beschwingten Tage der Ravekultur zurückkatapultiert werden. „Reshaping Club Music“ bewegt sich im Spannungsfeld von Vergangenheit und Zukunft. Der Titel dieses Konzertabends verweist nicht zuletzt auf die Plattform SHAPE, die das musikprotokoll Ende letzten Jahres mit fünfzehn weiteren Festivals des Netzwerkes ICAS (International Cities of Advanced Sound) zum Austausch neuer und spannender Projekte im Bereich der Musik und audiovisuellen Kunst gegründet hat.

 

08/10 - 22:00
  • Generalmusikdirektion
Konzert

In Kooperation mit SHAPE – Sound, Heterogeneous Art and Performance in Europe Assimilation Process, Pasajera Oscura, Ketev, Lorenzo Senni sind SHAPE Künstlerinnen und Künstler. Gefördert durch das Programm „Creative Europe“ der Europäischen Union.

Mischpult

Pure Elektronik

09/10-11/10/2015 Kasematten

Dieter Kaufmann (AT), Wolfgang Musil (AT), Vinzenz Schwab (AT), Dieter Feichtner (AT), Katharina Klement (AT), Gottfried Martin (AT), Günther Rabl (AT), Helmut Dencker (AT), Andrzej Dobrowolski (PL/AT), Klaus Hollinetz (AT), Heinz Hönig (AT), u.a.

Sein 50-jähriges Bestehen feiert das Institut für Elektronische Musik und Akustik IEM im Zeichen von Tonbandstücken und Schallwandlern mit purer Musik am Schloßberg.

Graz 1965 – eine Stadt im musikalischen Aufbruch. An der damaligen Akademie für Musik und darstellende Kunst wird eines der europaweit ersten Institute für Jazz gegründet. Im selben Jahr entsteht das Institut für Elektronische Musik und Akustik, kurz IEM, als Teil der heutigen Kunstuniversität Graz. Über fünf Jahrzehnte hinweg war und ist das IEM – im personellen und künstlerischen Austausch mit befreundeten Instituten in aller Welt – ein hochspannendes Laboratorium an den trans- und interdisziplinären Schnittstellen zwischen Kunst und Naturwissenschaft, Technologie und musikalischer Praxis, elektronischer Musik, Akustik, Tontechnik, Klang- und Medienkunst. Der Geburtstag des IEM wird auf den Kasematten des Schloßbergs bei mehreren „Vintage Concerts“ und mit einem riesigen Aufgebot an Lautsprechern und Vintage-Elektronik gefeiert.

Legendäre und absolut rare elektroakustische Stücke aus den 1970er- bis 1990er-Jahren werden mithilfe von historischem Equipment und auch mit prominenten Akteuren von damals endlich wieder einmal werkgetreu aufgeführt. Die historische Aufführungspraxis mit Tonbandmaschinen, Elektronik und absolute pure Musik mit Mehrkanal-Lautsprecheranlagen als Klangmaschine. Oder: „Back to the Future“ mit Tonband und Synthesizer.

09/10/2015 - 15:00
  • Kasematten
  • Wolfgang Musil
Konzert
09/10/2015 - 15:00
  • Kasematten
  • Gottfried Martin
Konzert
09/10/2015 - 15:00
  • Kasematten
  • Ming Wang
Konzert
09/10/2015 - 15:00
  • Kasematten
  • Martina Cizek
Konzert
10/10/2015 - 15:00
  • Kasematten
  • Günther Rabl
Konzert
10/10/2015 - 15:00
  • Kasematten
  • Katharina Klement
Konzert
10/10/2015 - 16:00
  • Kasematten
  • Dieter Feichtner
Konzert
11/10/2015 - 15:00
  • Kasematten
  • Klaus Hollinetz
Konzert
11/10/2015 - 16:00
  • Kasematten
  • Winfried Ritsch
Konzert
11/10/2015 - 16:00
  • Kasematten
  • Winfried Ritsch
Konzert
11/10/2015 - 16:00
  • Kasematten
  • Bernhard Lang
Konzert
11/10/2015 - 16:00
  • Kasematten
  • Helmut Dencker
Konzert

Gesamtleitung: Winfried Ritsch (AT). Koproduktion steirischer herbst, musikprotokoll, Kunstuniversität Graz & IEM – Institut für Elektronische Musik, Graz. In Kooperation mit SHAPE – Sound, Heterogeneous Art and Performance in Europe (Vinzenz Schwabs Kompositionsauftrag wurde im Rahmen von SHAPE 2015 vergeben.) Gefördert durch das Programm „Creative Europe“ der Europäischen Union.

Ö1 live Sendung

musikprotokoll to go

09/10 & 10/10/2015 Lesliehof im Joanneumsviertel

Das musikprotokoll ist nicht nur ein konkret in Graz verortbares Festival, alle Konzerte werden auch via Ö1, Internet und der European Broadcasting Union ausgestrahlt.

Das musikprotokoll strahlt aus. Nicht nur in Graz, sondern auch im Radio und im Netz. Und somit ist das musikprotokoll an vielen Orten ganz nah – in unseren Wohnzimmern, Autos und Smartphones.
Es ist nämlich in die Gründungs-DNS dieses Festivals eingeschrieben, dass es vom ORF produziert wird und somit alle Konzerte und Performances gesendet werden – entweder live oder als Aufzeichnung. Seit 1968 hat sich so ein riesiges, wunderbares Archiv des klingend Zeitgenössischen entwickelt, eine Art repräsentativer Querschnitt aus bald 50 Jahren avantgardistischer und stets neuer musikalischer Positionen aus allen Himmelsrichtungen.

Auch im Jahr 2015 werden die Konzerte via Radio, Internet und European Broadcasting Union einem großen Publikum auch abseits der Spielorte des musikprotokoll präsentiert. Neben den Konzertübertragungen gibt es mehrere Termine, an denen die Besucherinnen und Besucher des Festivals bei Ö1-Live-Sendungen dabei sein können. Das „Ö1 Kulturjournal“ und die „Spielräume“ am Freitag sowie der „Ö1 Klassiktreffpunkt“ am Samstag freuen sich auf Ihren Besuch!

Christian Fennesz

RSO Wien - Fennesz / López

09/10/2015 Helmut List Halle

Christian Fennesz (AT), Jorge E. López (AT), RSO Wien (AT), Johannes Kalitzke (DE), Christoph Walder (IT)

Das Beste aus zwei Welten – Christian Fennesz und das RSO Wien

Das Beste aus zwei Welten: Von der „unverstellten Schönheit reinen Klangs“ schwärmte ein Kritiker der Berliner Zeitung, als der österreichische Gitarrist und Elektronikmusiker Christian Fennesz im Jahr 2008 sein Soloalbum „Black Sea“ veröffentlichte. Fennesz‘ Musik, die zwischen Experiment und Pop, zwischen Atmosphärischem und Querstrebendem oszilliert, wird beim musikprokoll 2015 erstmals von einem großen, klassischen Symphonieorchester interpretiert. Basierend auf den Tracks des Albums „Black Sea“ entstand in Zusammenarbeit mit dem Orchestrator Gottfried Rabl ein neues Stück, das die für Fennesz‘ Welt so typisch atmosphärische Klangmagie in den Orchesterkosmos überträgt. Eine überraschende wie ungewöhnliche und eigentlich sensationelle Konstellation.

Fr 09/10, 19.30
  • Helmut List Halle
  • Fennesz / RSO Wien
Konzert
Uraufführung
Fr 09/10, 20.00
  • Helmut List Halle
  • Fennesz
Konzert
Fr 09/10, 19.30
  • Helmut List Halle
  • López / RSO Wien
Konzert
Österr. Erstaufführung

„Symphonie Fleuve pour cor et orchestre“ ist ein Auftragswerk der Klangspuren und des ORF. Das Werk von Christian Fennesz ist ein Auftragswerk des RSO Wien.

Jorge Sánchez-Chiong

Noise Me Tender

09/10/2015 Helmut List Halle

Arturo Corrales (SV/CH), Jorge Sánchez-Chiong (VE/AT), Arturo Fuentes (MX/AT), Petra Ackermann (AT), Philipp Meier (CH), Jorge Sánchez-Chiong (VE/AT)

Die Bratschistin Petra Ackermann und der Pianist Philipp Meier formierten sich im Jahr 2009 in Zürich zu einem Duo, mit dem Ziel, das bescheidene Repertoire für die Besetzung Viola und Klavier zu erweitern. Mittlerweile sind zahlreiche neue Werke entstanden, darunter auch Uraufführungen von Klaus Lang, Germán Toro-Pérez, Christoph Herndler, Arturo Fuentes, Martin Jaggi und anderen. Mit dem Komponisten und Turntablisten Jorge Sánchez-Chiong erarbeiteten sie im Jahr 2014 das multimediale Projekt „jupiter analogs II“. Die Folgen dieses einmaligen Projekts? Eine neue unkonventionelle Trio-Formation: Viola, Klavier und Turntables.

Ackermann/Meier/Sánchez-Chiong präsentieren Uraufführungen von drei Komponisten mit lateinamerikanischen Wurzeln, die im hiesigen Musikleben seit längerer Zeit wichtige Impulse setzen: Arturo Corrales, Arturo Fuentes und Jorge Sánchez-Chiong. Alle drei Komponisten finden unkonventionelle und erfrischende Zugänge zur traditionellen Duo-Besetzung Streichinstrument/Klavier und erweitern diese durch Turntables und Elektronik.

Fr 09/10, 22.00
  • Helmut List Halle
  • Corrales / Noise Me Tender
Konzert
Uraufführung
Fr 09/10, 22.00
  • Helmut List Halle
  • Fuentes / Noise Me Tender
Konzert
Uraufführung
Fr 09/10, 22.00
  • Helmut List Halle
  • Sanchez–Chiong / Noise Me Tender
Konzert
Uraufführung
Teresa Carrasco

Radiazione di corpo nero

09/10/2015 Helmut List Halle

Teresa Carrasco (ES)

Der Pianist und sein schwarzes Instrument agieren und fungieren bei der Umsetzung der Komposition „Radiazione di corpo nero“ als ein „idealer schwarzer Körper“, um es sprachlich in die Nähe der Planck’schen Quantenphysik zu rücken – darauf beruht auch das Konzept der Aufführung. Diese „Schwarzkörperstrahlung“ benennt in der Physik ein bestimmtes Strahlenspektrum. „Radiazione di corpo nero“ will allerdings keine neuen physikalischen Erkenntnisse zutage fördern, sondern Musik. „Alle Frequenzspektren des Stückes“, schreibt Teresa Carrasco und subsumiert darunter auch die Raumverteilung der Klänge, „werden durch die Temperatur, Position, Bewegung des Pianisten und durch das experimentelle Arbeiten mit den multiplen Möglichkeiten des Flügels als Resonanzkörper beeinflusst.“

Ein Auftragswerk zum 50-Jahre-Jubiläum des IEM – Institut für elektronische Musik Graz. In Kooperation mit dem ORF musikprotokoll.

Wen Liu

ensemble recherche / 2015

10/10/2015 Helmut List Halle

Milica Djordjević (DE/RS), Brian Ferneyhough (GB), Johannes Maria Staud (AT), Wen Liu (AT/CN), ensemble recherche (DE)

Pure Neugier ist das Markenzeichen des Freiburger ensemble recherche. Es kommt mit einem Sextett des britischen Grandseigneurs Brian Ferneyhough und mit drei Uraufführungsstücken.

Seit mittlerweile 30 Jahren ist die zielgerichtete Klangrecherche, das stete, konzentrierte Erforschen immer wieder neuer kompositorischer Denkweisen und Strukturen, das Aufspüren von Spannendem, ist also pure Neugier das Markenzeichen des Freiburger ensemble recherche. Heuer besuchen die neun Instrumental-Forscher Graz mit einer reichhaltigen Mischung aus verschiedenen Himmels- und Klangrichtungen: Mit einem kraftvollen Sextett des britischen Grandseigneurs Brian Ferneyhough und mit gleich drei Uraufführungsstücken. Neben einem druckfrischen Ensemblestück von Johannes Maria Staud, der auch für die musikalische Eröffnung des heurigen herbst verantwortlich zeichnet, werden Stücke zweier junger Komponistinnen uraufgeführt – der in Wien lebenden Chinesin Wen Liu sowie der in Berlin lebenden Serbin Milica Djordjević.

Sa 10/10, 19.30
  • Helmut List Halle
  • Liu / ensemble recherche
Konzert
Uraufführung
Sa 10/10, 19.30
  • Helmut List Halle
  • Djordjević / ensemble recherche
Konzert
Uraufführung
Sa 10/10, 19.30
  • Helmut List Halle
  • Ferneyhough / ensemble recherche
Konzert

Das Werk von Wen Liu ist der musikprotokoll Emil Breisach Kompositionsauftrag 2015. Das Werk von Johannes Maria Staud ist ein Kompositionsauftrag des ensemble recherche und des ORF  musikprotokoll, gefördert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung.

Scelsi Projekt

Scelsi Projekt

10/10/2015 Helmut List Halle

Uli Fussenegger (AT), Andreas Lindenbaum (DE), Ernesto Molinari (CH), Martin Siewert (DE)

Auf Basis der sogenannten „Improvisationen“ von Giacinto Scelsi nähert sich der Musiker Uli Fussenegger der Welt des italienischen Komponisten an. „Scelsi, c’est moi“, so lautete 1989, ein Jahr nach dem Tod von Giacinto Scelsi, eine Schlagzeile der italienischen Musikzeitschrift Il Giornale della Musica. Der Komponist Viero Tossati, der in den letzten Lebensjahren von Scelsi Notationen für ihn anfertigte, behauptete, die Kompositionen von Scelsi seien eigentlich die seinen. Daraufhin entbrannte ein Streit über Original und Autorenschaft, der die Musikwelt beschäftigte.

Scelsi, lange einer größeren Öffentlichkeit kaum bekannt, wurde in Insiderkreisen schnell zum Idol. Bereits in den 1970er-Jahren gab das italienische Ensemble von Ennio Morricone, Gruppo di Improvvisazione  Nuova Consonanza, ein Ommagioa Scelsi heraus. Die Ensemblemitglieder hingen der Utopie einer spontanen Komposition während experimentellen Musizierens nach, mit der Hommage huldigten sie dem Eigenbrötler  Scelsi und seiner musikalischen Vorgabe. Diese beiden historischen Ereignisse beruhen auf der von Giacinto Scelsi gepflegten sehr speziellen Art, sich in und innerhalb eines Klangs, eines Tons zu bewegen und diesen zu phrasieren, zu gestalten. Auch heute noch üben die Mitschnitte der sogenannten „Improvisationen“, die Scelsi auf der Ondiola eingespielt hat, eine hypnotische Faszination aus. Uli Fussenegger hörte im Archiv der Fondazione Isabella Scelsi in Rom diese alten Tonbänder, näherte sich danach behutsam wie respektvoll dieser Scelsi-Welt und findet nun gemeinsam mit seinen Mitmusikern zeitgemäße Wege durch diesen Zauberwald an eintönig Vielklanglichem und vieltönig  Einklanglichem.

Sa 10/10, 21.00
  • Helmut List Halle
  • Fussenegger / Lindenbaum / Molinari / Siewert
Konzert
Ulrich Troyer

Dolomite Dub

10/10/2015 Helmut List Halle

Ulrich Troyer (AT), Susanna Gartmayer (AT), Jürgen Berlakovich (AT)

Das „Zuhörkino“ von Ulrich Troyer setzt auf die große Wirkung der kleinen Irritation – er versetzt seine Hörer gerne in eine Schräglage, ohne sie dabei das Gleichgewicht verlieren zu lassen.

Die große Wirkung der kleinen Irritation: Diesem Prinzip folgend hat Ulrich Troyer stets unterschiedlichste Wege gefunden, um auf neue akustische Formulierungen zu stoßen. Seien es nun skulptural gedachte Klangschichtungen, Optisches zum Hören, Tanzrhythmen fürs Hirn oder Raumvermessungen mit klanglichem Instrumentarium – Troyer versetzt seine Hörer gerne in eine leichte Schräglage, ohne sie dabei das Gleichgewicht verlieren zu lassen.

Das gelingt ihm, so heißt es in einer Kritik „with a nimble hand and a light heart“, also fingerfertig und mit leichtem Herzen. Gerade unlängst wurde festgestellt, sein „Zuhörkino“ und seine Abstraktion von Dance-Patterns hätten sich noch weiter ineinander verzahnt. Allerdings könnte man sich noch viel schlichter über seine Arbeit freuen, erinnert seine Musik doch stark an das legendäre Album „Iaora Thahiti“ der Elektroniker Mouse on Mars. Und das mache einfach gute Laune oder eben „ça nous fait plaisir“, wie ein französischer Kritiker über Troyer begeistert festhält. Für das musikprotokoll 2015 wird Ulrich Troyer an weiteren Überlagerungen und Schichtungen von Bass-Linien und Bass-Frequenzen arbeiten, der Arbeitstitel seines neuen Stücks hält geomorphologische Anklänge bereit: „Dolomite Dub“.

10/10/2015 - 22:30
  • Helmut List Halle
  • Troyer / Gartmayer / Berlakovich
Konzert
Uraufführung

In Kooperation mit SHAPE – Sound, Heterogeneous Art and Performance in Europe. Ulrich Troyer ist SHAPE Künstler. Gefördert durch das Programm „Creative Europe“ der Europäischen Union.

The International Nothing

Hildur Guðnadóttir / The International Nothing

11/10/2015 Dreifaltigkeitskirche

Kai Fagaschinski (DE) & Michael Thieke (DE) | Hildur Guðnadóttir (IS)

Ómar und das internationale Nichts

Im Zentrum der Musik von Hildur Guðnadóttir steht das ungewöhnliche Instrument Ómar, die Klarinettisten Kai Fagaschinski und Michael Thieke experimentieren mit mikrotonalen Strukturen.

Musik, Raum, Zeit, Bewegung – das Zusammenspiel dieser Elemente hat die Cellistin und Komponistin Hildur Guðnadóttir immer schon fasziniert. Seit geraumer Zeit arbeitet sie gemeinsam mit dem Instrumentenbauer Hans Jóhannsson an der Entwicklung eines neuen Instruments: Ómar ist eine Art Surround-Cello mit eingebautem Filter-Chip, das über keinen eigenen Korpus verfügt, aber mit verschiedensten Resonanzkörpern verbunden werden kann.

In der Musik von Guðnadóttir treten der in ständig neuen Farben schillernde Klang von Ómar und ihre Stimme in einen intensiven Dialog. Ein musikalisches Zwiegespräch werden auch die beiden Klarinettisten Kai Fagaschinski und Michael Thieke führen, wenn sie ihre stets gemeinschaftlich komponierten Stücke präsentieren. Das jeweils individuell ausgeprägte Vokabular zweier Musikerpersönlichkeiten verbindet sich zu einer gemeinsamen musikalischen Sprache, die so puristisch wie vielschichtig ist. Im Zentrum des Forschungsinteresses von Fagaschinski und Thieke steht das Experimentieren mit Multiphonics und mikrotonalen Strukturen – wie bei Hildur Guðnadóttir geht es also um das bewusste Arbeiten mit der Bewegung von Klang im Raum.

In Kooperation mit SHAPE – Sound, Heterogeneous Art and Performance in Europe. Hildur Guðnadóttir ist SHAPE Künstlerin. Gefördert durch das Programm „Creative Europe“ der Europäischen Union.