musikprotokoll 2003 Header

Programmüberblick

sub/dc (c) Michael Pinter

Sub DC

13/11/2003 - 19:00 und 14/11,15/11/2003 jeweils 17:00-19:00Uhr Medienturm

Michael Pinter, Thomas Musil, Winfried Ritsch

Ein ehemaliger Wasserreinigungssilo des Schlachthofs Graz mit circa 10m Höhe und 4m Durchmesser wird zu einem Subwoofer umgebaut. Diese Skulptur ermöglicht die Rezeption der Komposition SUB/DC (Subwoofer, Direct Current). Tieffrequente Zustände, Frequenzsprünge, Druckwellen werden als Komposition hörbar bzw. spürbar gemacht. Der sub-Zylinder und die Komposition SUB/DC sind ein in ihren Mitteln bewusst reduziert aber dezidiert gehaltenes Statement: Für fortgesetzte ideelle und technische Ausreizung und Ausweitung des Kunstraums, für das Experiment als unabdingbare Antriebskraft avancierter Kunst, und nicht zuletzt für das (sub)kulturelle Paradoxon eines traditionsreichen Experimentierfeldes, für das musikprotokoll. Gerade die audiovisuelle Komponente der Arbeit SUB/DC ergänzt die aktuelle Programmatik des Medienturm Graz.

13/11/2 - 19:00 Uhr14/11/2003 bis 16/11/2003 - 17:00-19:00 Uhr18/11/2003 bis 30/11/2003 - 14:00-18:00 Uhr003
  • Medienturm
  • Wolfgang Musil, Michael Pinter, Winfried Ritsch
Installation
Phil Niblock (c) Phil Niblock

Slide Pieces / Installation

13/11/2003 - 21:00 und 14/11, 15/11/2003 jeweils 17:00-19:00Uhr Medienturm

Phill Niblock

Slide Pieces ist eine Computer-Installation. Phill Niblock arbeitet hier mit der Langsamkeit von Darstellungs- und damit auch Wahrnehmungsverläufen. Slide Pieces besteht aus drei sich kaum merkbar verändernden Bildern, die als drei Projektionen von konstrastreichen, abstrahiert wirkenden Landschafts- und Detailaufnahmen gezeigt werden. Zu hören ist das siebzigminütige Pan Fried 70 von Phill Niblock. Eröffnet wird die Austellung mit einem Konzert mit Martin Zrost (Saxophon), Seth Josel (Gitarre) und Phill Niblock (Computer und Sampler).

Gebirgskriegsprojekt Screenshot (c) George Lopez

Gebirgskriegsprojekt

14/11 und 15/11/2003 - jeweils 20:00 Dom im Berg

George Lopez, Dominique My, Klangforum Wien

Die Natur oder besser gesagt das Phänomen Wildnis prägen seit vielen Jahren das kompositorische Werk des kubanisch-amerikanisch-österreichischen Komponisten George Lopez, der nun schon seit mehr als zehn Jahren in den Hohen Tauern in der Nähe von Heiligenblut wohnt, nachdem er zuvor Jahre in der Wildnis der amerikanischen Berge verbrachte. Das Überwältigende der Natur einerseits und die menschlichen Triebkräfte andererseits stellte der Komponist immer wieder in seinen Werken in Beziehung zueinander, in traumartigen, manchmal albtraumhaften Inszenierungen. Auch das jüngste Werk für voraufgenommenes Orchester in achtkanaliger Raumbewegung und mitkonzipiertem Video führt an eine solche Nahtstelle, an die Gebirgskriegsfront des Ersten Weltkriegs in und rund um die Dolomiten. Umweltklänge und Gebirgsbilder, Orchesterklänge und historische Filmaufnahmen sind die zentralen Bestandteile des multimedialen Werks.

Filmcut (c) Phill Niblock

Phill Niblock II / Konzert

14/11/2003 - 22:00 Dom im Berg

Phill Niblock, Lucia Mense, Seth Josel, Arne Deforce, Franz Hautzinger

Phill Niblock, Lucia Mense (Blockflöte, Samples), Seth Josel (Gitarre, Samples) und Arne Deforce (Cello, Samples) werden an diesem Freitag die Stücke Lucid Sea (2003), Sethwork (2003) und Harm, for cello (2003) von Phill Niblock im Grazer Dom im Berg präsentieren. Ausserdem wird Phill Niblock mit Franz Hautzinger (Trompete, Samples) das neue not quite titled erstmals aufführen. Niblocks Videos aus der Movement of People Working-Serie aufgenommen in Mexico, Peru, Hong Kong und Ungarn, werden die Konzerte begleiten.

RSO Wien (c) ORF musikprotokoll

Ravel / Boulez / Jarrell / Dutilleux

15/11/2003 - 16:00 Helmut-List-Halle

Teodoro Anzellotti, Hae-Sun Kang, Bertrand de Billy, RSO Wien

Das knapp zweiminütige Frontispice von Maurice Ravel, das Pierre Boulez 1987 orchestrierte, bildet den Auftakt zu einem raffiniert virtuosen Konzert des RSO Wien unter der Leitung von Bertrand de Billy. Neben zwei älteren Stücken von Michael Jarrel, interpretieren Teodoro Anzel­lotti und Hae-Sun Kang, Jarrells eben bei Wien Modern uraufgeführte Epigraphe. Den Abschluss bildet die aus dem Jahr 1951 stammende Symphonie Nr.1 des französischen Altmeisters Henry Dutilleux.

15/11/2003 - 16:00
  • Helmut-List-Halle
  • Pierre Boulez, Bertrand de Billy, RSO Wien
Konzert
15/11/2003 - 16:00
  • Helmut-List-Halle
  • Michael Jarrell, RSO Wien, Bertrand de Billy, Hae-Sun Kang, Teodoro Anzellotti
Konzert
15/11/2003 - 16:00
  • Helmut-List-Halle
  • RSO Wien, Bertrand de Billy, Michael Jarrell, Hae-Sun Kang, Teodoro Anzellotti
Konzert
15/11/2003 - 16:00
  • Helmut-List-Halle
  • Henri Dutilleux, RSO Wien, Bertrand de Billy
Konzert
Klangforum Wien, Solist (c) ORF musikprotokoll

Sciarrino / Manca / Wilker / Fuchs

15/11/2003 - 21:00 Helmut-List-Halle

Otto Katzameier, Yoichi Sugiyama, Klangforum Wien

Das 1985 von Beat Furrer als Solisten-Ensemble gegründete Klangforum Wien führt mit dem Dirigenten Yoichi Sugiyama die neue Komposition quaderna di strada des italienischen Star-Komponisten Salvatore Sciarrino auf. Björn Wilker ist Schlagzeuger des Klangforum Wien und Komponist zugleich. Wilkers seine stimme ist die zweite Komposition, die das Klangforum an diesem Abend uraufführen wird.

15/11/2003 - 21:00
  • 15/11/2003 - 21:00
  • Salvatore Sciarrino, Klangforum Wien, Yoichi Sugiyama, Otto Katzameier
Konzert
15/11/2003 - 21:00 Uhr
  • Helmut-List-Halle
  • Björn Wilker, Klangforum Wien, Yoichi Sugiyama
Konzert
Uraufführung
15/11/2003 - 21:00
  • Helmut-List-Halle
  • Reinhard Fuchs, Klangforum Wien, Yoichi Sugiyama
Konzert
Relja Bobic, Goran Simonoski, Ivan Antic (c) Belgradeyard Sound System

Belgradeyard Sound System

15/11/2003 - 23:00 Helmut-List-Halle Foyer

Relja Bobic, Goran Simonoski, Ivan Antic

Das Belgradeyard Sound System, ein Projekt von Goran Simonoski und Relja Bobic, hat in den letzten beiden Jahren immer mehr internationale Aufmerksamkeit erlangt. Belgradeyard Sound System ist DJ Kollektiv, Musikproduktion, Radioshow und Event-Maschinerie, in letzterer Funk­tion unter anderem auch Veranstalter des Festivals Dis-patch für anspruchsvolle elektronische Musik. „Gebt den Leuten nicht was sie wollen, sondern was sie brauchen", schreiben die beiden Vertreter des Belgradeyard Sound System in ihrem Manifest.

Georg Friedrich Haas (c) ORF musikprotokoll

Haas / Lackner

16/11/2003 - 11:00 Grazer Kongress, Saal Steiermark

Georg Friedrich Haas, Peter Lackner, Streichquartett des Klangforum Wien

Das Streichquartett des Klangforum Wien setzt sich seit 1993 mit der neuen Streichquartett­literatur auseinander. Wichtigstes Anliegen ist die selektive Auswahl des Repertoires und die Zusammenarbeit mit KomponistInnen. Beim musikprotokoll führen die vier MusikerInnen zwei neue Stücke österreichischer Komponisten auf: Georg Friedrich Hass' 4. Streichquartett in dem er erstmals Live-Elektronik verwendet und KANON für Streichquartett - 22. September 2003 von Peter Lackner.

16/11/2003 - 11:00
  • Saal Steiermark
  • Streichquartett des Klangforum Wien, Georg Friedrich Haas
Konzert
Uraufführung
Alan Hilario (c) Alan Hilario

Mahnkopf / Hilario / Mikami / Hoffmann

16/11/2003 - 12:00 Grazer Kongress, Saal Steiermark

ensemble recherche

Claus-Steffen Mahnkopfs Stück aus dem Jahr 2002 ist das jüngste der vier Kompositionen, die das ensemble recherche beim musikprotokoll aufführen wird. Mahnkopfs Komposition will ein Äquivalent zur kühlen Expressivität von Libeskinds Jüdischem Museum in Berlin sein. Richard Hoffmann wanderte 1947 in die USA aus und gehörte von 1948 bis 1951 zu den letzten Schül­ern und engen Vertrauten Arnold Schönbergs Hoffmann gehört zu den wichtigsten Vermit­tlern zwischen der europäischen und der amerikanischen Musiktradition. Hoffmanns eigenes kompositorisches Schaffen steht jedoch nur bedingt im Banne des großen Lehrers Schönberg, sondern ist eher geprägt von einer ästhetischen Position der Neuorientierung, ohne dabei das europäische Erbe negieren zu wollen.

16/11/2003 - 11:00
  • Saal Steiermark
  • ensemble recherche, Claus-Steffen Mahnkopf
Performance
Österr. Erstaufführung
16/11/2003 - 12:00
  • Saal Steiermark
  • Alan Hilario, ensemble recherche
Performance
Österr. Erstaufführung
16/11/2003 - 12:00
  • Saal Steiermark
  • ensemble recherche, Ryota Mikami
Performance
Österr. Erstaufführung
Phil Niblock (c) ORF musikprotokoll

Ghosts Radio For Graz

16/11/2003 - 23:00 Medienturm

Phill Niblock

Für diese Radioarbeit wird Phill Niblock Aufnahmen aus Stanley Bay, Hong Kong (1978), Ungarn (1985) sowie von verschiedenen Zugreisen von und nach Hartford, Connecticut und von Stockholm nach Kopenhagen neu mischen und daraus eine Soundcollage aus sowohl vom Künstler aufbereitetem, komponiertem als auch gefundenem Audiomaterial schaffen. Zusätzlich verwendet er Material aus einem Stück über den Klang von fließendem Wasser in Aomori in Japan (die nördlichste Spitze der japanischen Hauptinsel), aber auch Straßenaufnahmen aus Gent, Belgien. Das Stück ist weder mikrotonal noch ist es Musik. Es ist jedenfalls nicht die Art von Musik, die der Künstler üblicherweise komponiert noch hat der Sound etwas mit jenem monolithischen Tonkörper der frühen Arbeiten Phill Niblocks zu tun. Etwas völlig neues also. Phill Niblock wird die beschriebenen Elemente und Materialien live für das Radiostück mixen.