musikprotokoll 2012 in Ö1

Ob live oder zum Nachhören - Radio Österreich 1 begleitet die 45. Ausgabe des musikprotokoll im steirischen herbst. Insgesamt 15 Sendungen bilden das Festivalgeschehen im Rahmen der Ö1-Sendereihen Zeit-Ton, Kunstradio, Klassiktreffpunkt, Spielräume und Aus dem Konzertsaal ab.
Mit u.a. einer Vorschau auf das heurige musikprotokoll im steirischen herbst.
Live vom ORF musikprotokoll in Graz
Spielräume live, mit Bambino Sound Systems.
Arditti Quartet; Jeremy Gilbert; Ensemble Zeitfluss, Dirigent: Edo Micic; Heimo Lattner
Christian Ofenbauer: 5. Streichquartett (Uraufführung)
Rebecca Saunders: Fletch (Uraufführung)
Jeremy Gilbert: Enharmony: Micro-lecture
Thomas Amann: Neues Werk (Uraufführung)
Christian Klein: ... sotto i sassi ...
Marko Nikodijevic: music box
Heimo Lattner: The Silbarores (Part 1)
(Übertragung aus dem mp-Festivalzentrum Camp).
Nach extensiven Ausflügen nach Berlin, Tromsø, Montevideo und Montreal legt ICAS Radio nun erstmals im Heimathafen Graz an. Das ORF musikprotokoll im steirischen herbst ist Gründungsmitglied des Festivalnetzwerkes ECAS/ICAS der European und International Cities of Advanced Sound. Zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen acht der europäischen ECAS/ICAS-Festivals führen wir seit 2010 das Netzwerkprojekt "Networking Tomorrow's Art For an Unknown Future" durch. Fünf aufeinander aufbauende thematische Arbeitsphasen strukturieren den gemeinsamen Arbeitsprozess. Das musikprotokoll lieferte den Impuls für die inhaltliche Ausrichtung der zweiten Arbeitsphase, die unter dem Motto "Networks of Advanced Sound and Related Arts - Bridging cultural sectors and different media, and enabling citizen innovation" steht. Wie prägt der Kontext die Musik, - ästhetisch, soziomusikalisch, politisch? Wie beeinflusst er den künstlerischen Schaffensprozess, wie die Wahrnehmung des Publikums? Den Antworten auf diese Fragen werden wir gemeinsam mit unseren Gästen auf den Grund gehen. Und wir werden in die Live-Konzerte hineinhören, die gerade stattfinden, vom Arditti Quartet, Marcus Schmickler und Gas of Latvia.
Live vom Musikprotokoll des Steirischen Herbstes in Graz.
Gäste: Rebecca Saunders und Lucas Fels.
Der Ö1 Klassiktreffpunkt und Renate Burtscher sind heute zu Gast beim Musikprotokoll des Steirischen Herbstes in Graz. Als Gesprächsgäste werden die Komponistin Rebecca Saunders und der Cellist Lucas Fels erwartet.
Seit mehr als fünfzehn Jahren begleitet das Musikprotokoll den Weg der britischen Komponistin Rebecca Saunders. Musik für das ORF Radio-Symphonieorchester Wien stand ebenso auf dem Programm wie für das kleine "ensemble recherche" - und bereits 1995 eröffnete das Arditti Quartet das Musikprotokoll mit der Uraufführung eines Streichquartetts von Saunders. Ebenfalls mit einer Uraufführung hat gestern Abend die heurige Konzertreihe des Arditti Quartet begonnen.
Rebecca Saunders, 1967 in London geboren, studierte Violine und Komposition an der Universität Edinburgh. Danach absolvierte sie von 1991 bis 1994 ein Kompositionsstudium an der Hochschule für Musik Karlsruhe bei Wolfgang Rihm.1997 erfolgte die Promotion im Fach Komposition bei Nigel Osborne.
Saunders erhielt unter anderem den Busoni Förderpreis der Akademie der Künste Berlin, den Ernst von Siemens Förderpreis für Komposition, den Kompositionspreis der ARD und den Paul-Hindemith-Preis (2003). Von 2005 bis 2006 war sie composer-in-residence beim Konzerthaus Dortmund. In der Saison 2009/2010 war sie Capell-Compositeur der Staatskapelle Dresden, seit 2012 ist sie Professorin für Komposition in Hannover. Saunders' Werke sind international auf zahlreichen CDs erschienen.
Lucas Fels, geboren 1962 in Lörrach/Deutschland, studierte in Freiburg/Breisgau, in Amsterdam und in Fiesole/Florenz und nahm an Meisterkursen unter anderem bei Antonio Janigro, Siegfried Palm und Bruno Canino teil. Er ist Gründungsmitglied des "ensemble recherche" und hat seit 1985 annähernd vierhundert Uraufführungen im Bereich der zeitgenössischen Kammer- und Ensemblemusik mitgestaltet. Seine enge Zusammenarbeit mit Komponisten wie Klaus Huber, Helmut Lachenmann, Wolfgang Rihm, Salvatore Sciarrino oder Beat Furrer führten zu zahlreichen ihm gewidmeten Werken. Bei den Donaueschinger Musiktagen tritt Lucas Fels seit 1993 regelmäßig auf. Seit Ende 2005 ist er Mitglied des Arditti Quartet. Er unterrichtet regelmäßig an verschiedenen Musikhochschulen (Luzern, Essen, Brünn, Lemberg, Stuttgart) und bei den Darmstädter Ferienkursen.
Live-Einstieg in das Konzert von Trapist.
"Resonating Sculpture" von Reni Hofmüller, Christian Lammer und Jogi Hofmüller
Live aus Graz vom musikprotokoll im steirischen herbst
Enharmonische Funktionsveränderungen eines Lichtschwertes
Wofür können vorhandene Objekte verwendet werden? Nicht ihre Gestalt, sondern ihre Funktion wird temporär verändert, erweitert, und so zur Sende- und Empfangsantenne für elektromagnetische Wellen. Doch ihre Gestalt bestimmt, wie die Wellen sich verbreiten können. Die Komposition wird am 4. Oktober über das "Lichtschwert"-Monument von Hartmut Skerbisch neben dem Festivalzentrum als Antenne auf eine unberechenbare Reise geschickt, an verschiedenen Orten der Welt empfangen, aufgenommen, vielleicht aktiv verändert und dann nach Graz zurückgesendet. Die "Kunstradio"-Sendung drei Tage nach dem ursprünglichen Konzert besteht aus den gesammelten, zurückgefunkten Antworten - aus neuem, von Wetter und Ionosphäre beeinflusstem Material, dessen Erzeugung nicht wiederholt werden kann.
Musik für vier Streichinstrumente, komponiert vom gebürtigen Steirer Peter Jakober und dem Briten Paul Archbold, präsentierte das „Arditti Quartet“ am vergangenen Freitag beim Grazer musikprotokoll.
Eine jahrzehntelange Tradition brechend, konzentrierte sich das musikprotokoll heuer auf einen Ort, das Festivalzentrum des steirischen herbst. Nur einmal ging es hinaus in die nahe gelegene Heilandskirche zu Daniel Lerchers „missa brevis“. Der Kirchenraum ist für Lercher der ideale Konzertraum – nicht nur wegen seiner speziellen Akustik, sondern auch weil er zur Ruhe gemahnt, Konzentration einfordert, die Wahrnehmung schärft. Und der musikalische Schaffensprozess ist für Lercher so wie die Messe ein Ritus, der im besten Fall sowohl ihn als auch das Publikum an einen Ort bringt, an dem der Gedankenfluss für einen Augenblick versiegt, während sich die im Raum befindlichen Schwingungen zur kollektiven Musik vereinen, - durch ihn, mit ihm und in ihm. Im zweiten Teil der Sendung wird dann noch das Konzert des Trios von Daniel Lercher, Thomas Lehn und Jérôme Noetinger zu hören sein, das sich anlässlich des heurigen musikprotokolls erstmals formierte
Gleich mit drei Uraufführungen wartete das Klangforum Wien am 7. 10. beim heurigen „musikprotokoll“ auf. Die Formation präsentierte „Irrlicht“ von Eva Reiter, „Dort“ von Peter Jakober und „ALEPH“ von Marina Khorkova. Außerdem stand auf dem Konzert-Programm „Moins qu'un souffle, à peine un mouvement de l'air“ von Hèctor Parra.
Vor rund acht Jahren hat Boris Hegenbart mit einem Projekt begonnen, das die Gestaltungsprinzipien der Dub-Musik aufgreift und fortspinnt. In der Dub-Musik ist das Tonstudio Instrument. Durch Veränderung einzelner Klangspuren werden von einem Stück oftmals zahlreiche Versionen angefertigt. Gemeinsam mit Martin Brandlmayr, Felix Kubin, Martin Siewert und Marc Weiser brachte Hegenbart sein Dub-Projekt nun erstmals auf die Bühne. Der Konzertsaal wurde dabei zum Studio, das Publikum Zeuge eines musikalischen Prozesses, der normalerweise hinter verschlossenen Türen stattfindet. Während sich der jeweilige Instrumentalist in einem Nebenraum befand, dem Geschehen nur via Kopfhörer folgen konnte, war Boris Hegenbart im Publikumsbereich platziert, um von dort aus dessen Klang zu zerlegen und aus den einzelnen Klangelementen in Echtzeit eine neue Komposition zu bauen.
Zeit-Ton, mit Pole
Zeit-Ton, mit Marc Weiser aka Rechenzentrum
Zeit-Ton, mit Christof Kurzmann und Leonel Kaplan
Franz Josef Kerstinger präsentiert die Kompostion "60 Diminutionen über Bilder audio microscope – visual microphone" von Orestis Toufektsis.




