musikprotokoll 2012 in Ö1

Foto Ö1 Tasche

Ob live oder zum Nachhören - Radio Österreich 1 begleitet die 45. Ausgabe des musikprotokoll im steirischen herbst. Insgesamt 15 Sendungen bilden das Festivalgeschehen im Rahmen der Ö1-Sendereihen Zeit-Ton, Kunstradio, Klassiktreffpunkt, Spielräume und Aus dem Konzertsaal ab.

[field_sendung_datum] | Arditti Quartet / Ensemble Zeitfluss - live

Arditti Quartet; Jeremy Gilbert; Ensemble Zeitfluss, Dirigent: Edo Micic; Heimo Lattner Christian Ofenbauer: 5. Streichquartett (Uraufführung) Rebecca Saunders: Fletch (Uraufführung) Jeremy Gilbert: Enharmony: Micro-lecture Thomas Amann: Neues Werk (Uraufführung) Christian Klein: ... sotto i sassi ... Marko Nikodijevic: music box Heimo Lattner: The Silbarores (Part 1) (Übertragung aus dem mp-Festivalzentrum Camp).

Christian Scheib
[field_sendung_datum] | Resonating Sculpture - live

"Resonating Sculpture" von Reni Hofmüller, Christian Lammer und Jogi Hofmüller Live aus Graz vom musikprotokoll im steirischen herbst Enharmonische Funktionsveränderungen eines Lichtschwertes Wofür können vorhandene Objekte verwendet werden? Nicht ihre Gestalt, sondern ihre Funktion wird temporär verändert, erweitert, und so zur Sende- und Empfangsantenne für elektromagnetische Wellen. Doch ihre Gestalt bestimmt, wie die Wellen sich verbreiten können. Die Komposition wird am 4. Oktober über das "Lichtschwert"-Monument von Hartmut Skerbisch neben dem Festivalzentrum als Antenne auf eine unberechenbare Reise geschickt, an verschiedenen Orten der Welt empfangen, aufgenommen, vielleicht aktiv verändert und dann nach Graz zurückgesendet. Die "Kunstradio"-Sendung drei Tage nach dem ursprünglichen Konzert besteht aus den gesammelten, zurückgefunkten Antworten - aus neuem, von Wetter und Ionosphäre beeinflusstem Material, dessen Erzeugung nicht wiederholt werden kann.

Susanna Niedermayr
[field_sendung_datum] | Cantus Ensemble

Am vergangenen Donnerstag gastierte eine der führenden Formationen für zeitgenössische Musik aus Zagreb beim Grazer "musikprotokoll". Das "Cantus Ensemble" interpretierte Werke von Yukiko Watanabe, Ivana Kišs und Ališer Sijarij.

Ursula Strubinsky
[field_sendung_datum] | Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen.

Mit u.a. einer Vorschau auf das heurige musikprotokoll im steirischen herbst.

Susanna Niedermayr
[field_sendung_datum] | Bambino Sound Systems - live

Spielräume live, mit Bambino Sound Systems.

Elke Tschaikner
[field_sendung_datum] | musikprotokoll 2012. Enharmony. - live

Nach extensiven Ausflügen nach Berlin, Tromsø, Montevideo und Montreal legt ICAS Radio nun erstmals im Heimathafen Graz an. Das ORF musikprotokoll im steirischen herbst ist Gründungsmitglied des Festivalnetzwerkes ECAS/ICAS der European und International Cities of Advanced Sound. Zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen acht der europäischen ECAS/ICAS-Festivals führen wir seit 2010 das Netzwerkprojekt "Networking Tomorrow's Art For an Unknown Future" durch. Fünf aufeinander aufbauende thematische Arbeitsphasen strukturieren den gemeinsamen Arbeitsprozess. Das musikprotokoll lieferte den Impuls für die inhaltliche Ausrichtung der zweiten Arbeitsphase, die unter dem Motto "Networks of Advanced Sound and Related Arts - Bridging cultural sectors and different media, and enabling citizen innovation" steht. Wie prägt der Kontext die Musik, - ästhetisch, soziomusikalisch, politisch? Wie beeinflusst er den künstlerischen Schaffensprozess, wie die Wahrnehmung des Publikums? Den Antworten auf diese Fragen werden wir gemeinsam mit unseren Gästen auf den Grund gehen. Und wir werden in die Live-Konzerte hineinhören, die gerade stattfinden, vom Arditti Quartet, Marcus Schmickler und Gas of Latvia.

Susanna Niedermayr, Oliver Baurhenn und Christian Scheib
[field_sendung_datum] | Rebecca Saunders und Lucas Fels - live
Live vom Musikprotokoll des Steirischen Herbstes in Graz. Gäste: Rebecca Saunders und Lucas Fels.

Der Ö1 Klassiktreffpunkt und Renate Burtscher sind heute zu Gast beim Musikprotokoll des Steirischen Herbstes in Graz. Als Gesprächsgäste werden die Komponistin Rebecca Saunders und der Cellist Lucas Fels erwartet. Seit mehr als fünfzehn Jahren begleitet das Musikprotokoll den Weg der britischen Komponistin Rebecca Saunders. Musik für das ORF Radio-Symphonieorchester Wien stand ebenso auf dem Programm wie für das kleine "ensemble recherche" - und bereits 1995 eröffnete das Arditti Quartet das Musikprotokoll mit der Uraufführung eines Streichquartetts von Saunders. Ebenfalls mit einer Uraufführung hat gestern Abend die heurige Konzertreihe des Arditti Quartet begonnen. Rebecca Saunders, 1967 in London geboren, studierte Violine und Komposition an der Universität Edinburgh. Danach absolvierte sie von 1991 bis 1994 ein Kompositionsstudium an der Hochschule für Musik Karlsruhe bei Wolfgang Rihm.1997 erfolgte die Promotion im Fach Komposition bei Nigel Osborne. Saunders erhielt unter anderem den Busoni Förderpreis der Akademie der Künste Berlin, den Ernst von Siemens Förderpreis für Komposition, den Kompositionspreis der ARD und den Paul-Hindemith-Preis (2003). Von 2005 bis 2006 war sie composer-in-residence beim Konzerthaus Dortmund. In der Saison 2009/2010 war sie Capell-Compositeur der Staatskapelle Dresden, seit 2012 ist sie Professorin für Komposition in Hannover. Saunders' Werke sind international auf zahlreichen CDs erschienen. Lucas Fels, geboren 1962 in Lörrach/Deutschland, studierte in Freiburg/Breisgau, in Amsterdam und in Fiesole/Florenz und nahm an Meisterkursen unter anderem bei Antonio Janigro, Siegfried Palm und Bruno Canino teil. Er ist Gründungsmitglied des "ensemble recherche" und hat seit 1985 annähernd vierhundert Uraufführungen im Bereich der zeitgenössischen Kammer- und Ensemblemusik mitgestaltet. Seine enge Zusammenarbeit mit Komponisten wie Klaus Huber, Helmut Lachenmann, Wolfgang Rihm, Salvatore Sciarrino oder Beat Furrer führten zu zahlreichen ihm gewidmeten Werken. Bei den Donaueschinger Musiktagen tritt Lucas Fels seit 1993 regelmäßig auf. Seit Ende 2005 ist er Mitglied des Arditti Quartet. Er unterrichtet regelmäßig an verschiedenen Musikhochschulen (Luzern, Essen, Brünn, Lemberg, Stuttgart) und bei den Darmstädter Ferienkursen.

Renate Burtscher
[field_sendung_datum] | Trapist - live

Live-Einstieg in das Konzert von Trapist.

Christian Scheib
[field_sendung_datum] | Arditti Quartet

Musik für vier Streichinstrumente, komponiert vom gebürtigen Steirer Peter Jakober und dem Briten Paul Archbold, präsentierte das „Arditti Quartet“ am vergangenen Freitag beim Grazer musikprotokoll.

Ursula Strubinsky
[field_sendung_datum] | Daniel Lercher solo und das Trio Lehn/Noetinger/Lercher

Eine jahrzehntelange Tradition brechend, konzentrierte sich das musikprotokoll heuer auf einen Ort, das Festivalzentrum des steirischen herbst. Nur einmal ging es hinaus in die nahe gelegene Heilandskirche zu Daniel Lerchers „missa brevis“. Der Kirchenraum ist für Lercher der ideale Konzertraum – nicht nur wegen seiner speziellen Akustik, sondern auch weil er zur Ruhe gemahnt, Konzentration einfordert, die Wahrnehmung schärft. Und der musikalische Schaffensprozess ist für Lercher so wie die Messe ein Ritus, der im besten Fall sowohl ihn als auch das Publikum an einen Ort bringt, an dem der Gedankenfluss für einen Augenblick versiegt, während sich die im Raum befindlichen Schwingungen zur kollektiven Musik vereinen, - durch ihn, mit ihm und in ihm. Im zweiten Teil der Sendung wird dann noch das Konzert des Trios von Daniel Lercher, Thomas Lehn und Jérôme Noetinger zu hören sein, das sich anlässlich des heurigen musikprotokolls erstmals formierte

Susanna Niedermayr
[field_sendung_datum] | Klangforum Wien

Gleich mit drei Uraufführungen wartete das Klangforum Wien am 7. 10. beim heurigen „musikprotokoll“ auf. Die Formation präsentierte „Irrlicht“ von Eva Reiter, „Dort“ von Peter Jakober und „ALEPH“ von Marina Khorkova. Außerdem stand auf dem Konzert-Programm „Moins qu'un souffle, à peine un mouvement de l'air“ von Hèctor Parra.

Lothar Knessl
[field_sendung_datum] | Instrumentarium 1, - das Dub-Projekt von Boris Hegenbart.

Vor rund acht Jahren hat Boris Hegenbart mit einem Projekt begonnen, das die Gestaltungsprinzipien der Dub-Musik aufgreift und fortspinnt. In der Dub-Musik ist das Tonstudio Instrument. Durch Veränderung einzelner Klangspuren werden von einem Stück oftmals zahlreiche Versionen angefertigt. Gemeinsam mit Martin Brandlmayr, Felix Kubin, Martin Siewert und Marc Weiser brachte Hegenbart sein Dub-Projekt nun erstmals auf die Bühne. Der Konzertsaal wurde dabei zum Studio, das Publikum Zeuge eines musikalischen Prozesses, der normalerweise hinter verschlossenen Türen stattfindet. Während sich der jeweilige Instrumentalist in einem Nebenraum befand, dem Geschehen nur via Kopfhörer folgen konnte, war Boris Hegenbart im Publikumsbereich platziert, um von dort aus dessen Klang zu zerlegen und aus den einzelnen Klangelementen in Echtzeit eine neue Komposition zu bauen.

Susanna Niedermayr
[field_sendung_datum] | Pole

Zeit-Ton, mit Pole

Susanna Niedermayr
[field_sendung_datum] | Marc Weiser aka Rechenzentrum

Zeit-Ton, mit Marc Weiser aka Rechenzentrum

Rainer Elstner
[field_sendung_datum] | Christof Kurzmann und Leonel Kaplan

Zeit-Ton, mit Christof Kurzmann und Leonel Kaplan

Rainer Elstner
[field_sendung_datum] | Kulturjournal / musikprotokoll - live

Live vom ORF musikprotokoll in Graz

Anna Soucek
[field_sendung_datum] | Synaesthetic Enharmony, Orestis Toufektsis

Franz Josef Kerstinger präsentiert die Kompostion "60 Diminutionen über Bilder audio microscope – visual microphone" von Orestis Toufektsis.  

Franz Josef Kerstinger
[field_sendung_datum] | The Making of metamusic

Im Zeit-Ton Magazin und im metamusic Blog auf der musikprotokoll-Website konnte man es Schritt für Schritt mitverfolgen: In den vergangenen Monaten haben alien productions interaktive Klanginstallationen entwickelt, mit denen jedoch nicht Menschen, sondern Papageien interagieren, wie man kommende Woche im Graz Museum nun selber miterleben kann. Davor noch einmal der konzentrierte Rückblick auf den bewegten Projektverlauf, inklusive neuerster Entwicklungen.

Susanna Niedermayr
[field_sendung_datum] | Portrait des musikprotokoll Gründers Emil Breisach

„Alles was kommt, zulassen.“ - Der Kulturpionier Emil Breisach
Nicht nur das steirische, das österreichweite Kulturleben wäre ein anderes und ärmeres,  hätte Emil Breisach nicht ein Leben lang Neues ermöglicht. Der 1923 geborene, ehemalige Intendant des Landesstudios Steiermark war Mitbegründer des Forum Stadtpark und des steirischen herbst, Erfinder des Festivals ORF musikprotokoll, Gründer der Akademie Graz, Urheber des Festivals "La Strada", Initiator des österreichischen Skulpturenparks, außerdem Kabarettist, Theater- und Buchautor, Librettist und ein ständiger Förderer der zeitgenössischen Kunst aller Sparten.  Mit 90 Jahren ist der mehrfache Urgroßvater immer noch neugierig und aktiv: Er veröffentlicht Bücher mit Gedichten und Aphorismen und als in der Steiermark das Bettelverbot eingeführt wurde, setzte der scharfsinnige und scharfzüngige Emil Breisach sich aus Protest bettelnd auf die Straße. Offenheit für alles Neue haben,  das sei immer sein Lebensgefühl gewesen. Der lebenslange Liebhaber alles Zeitgenössischen beschreibt sein Lebensmotto mit den Worten: „Alles was kommt, zulassen.“

Elke Tschaikner
[field_sendung_datum] | Vorschau: musikprotokoll 2013

Zeit-Ton Magazin. Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen.
U.a. mit einer Vorschau auf das ORF musikprotokoll im steirischen herbst.

Susanna Niedermayr
[field_sendung_datum] | Kulturjournal live aus dem GrazMuseum

Live aus dem GrazMuseum.

Anna Soucek
[field_sendung_datum] | Spielräume live aus dem GrazMuseum

Mit Projekten wie der Zusammenarbeit des Musikproduzenten, Remixers und DJs Patrick Pulsinger mit dem RSO Wien beweist das musikprotokoll auch heuer wieder seine Vernetzungskraft und stilistische Offenheit. Die Spielräume senden live aus dem GrazMuseum und reflektieren die fächerübergreifenden Programmpunkte des musikprotokolls.

Rainer Elstner
[field_sendung_datum] | Trio Zebra und Klangforum Wien

Live aus Graz überträgt Ö1 die Konzerte des Trio Zebra mit Ernst Kovacic, Steven Dann und Anssi Karttunen sowie dem Klangforum Wien.

Elke Tschaikner
[field_sendung_datum] | Zeit-Ton extended: musikprotokoll 2013

Welchen Stellenwert nehmen Kunst und Musik in einer Gesellschaft ein, die den Menschen als Maß aller Dinge in Frage zu stellen beginnt? Das diskutierten heute auf der Grazer Murinsel gemeinsam mit Oliver Baurhenn alien productions, Angélica Castelló, Heike Vester, Winfried Ritsch und die Environmental Auditors. Wir greifen zusammen mit allen Beteiligten das Gespräch noch einmal auf. Und wir hören in das Konzert von innode hinein, die an diesem musikprotokoll-Abend ihr Debut-Album „Gridshifter“ erstmals live präsentieren. Unter anderem.

Susanna Niedermayr und Rainer Elstner
[field_sendung_datum] | Mit Ernst Kovacic, Katharina Klement, Patrick Hahn

Am Samstagvormittag lädt der Ö1 Klassiktreffpunkt auf die Murinsel. Diese Sendung bietet die charmante Gelegenheit, KünstlerInnen des Festivals abseits der Bühne kennenzulernen, Hintergründiges und Backstage Geschichten erzählt zu bekommen. Zu Gast bei Renate Burtscher die aus Graz gebürtige composer-performerin Katharina Klement. Beim mp 13 vertreten mit einer UA - Blanks, ein Stück in der Besetzung Klavier, Perkussion, Klarinette/Bassklarinette, Elektronik und Video, das sich mit den Lücken und Leerstellen unserer Erinnerung auseinandersetzt. Patrick Hahn, Autor, Blogger und Moderator, will gefährlich leben und fordert sein Publikum viermal beim musikprotokoll auf zum: Encore! „Sind Worte und Musik ein gutes Beispiel für eine liaison dangereuse? Es ist eine gefährliche Beziehung, weil jeweils der eine oder der andere alles aufs Spiel setzt, wenn er sich mit dem je einen oder anderen einlässt“. Live-Musik wird nicht fehlen, so wird der steirische Geiger Ernst Kovacic drei neue, ihm gewidmete Stücke von Friedrich Cerha live on air uraufführen, die Nr.5+11+12 aus den 12 Duetten für 2 Violinen.

 

Renate Burtscher
[field_sendung_datum] | No business for dogs

Die Pianistin Juun hat eine Liaison dangereuse mit ihrem Instrument,  spielt sie doch vornehmlich auf von ihr selbst mit Kettensäge und Flex zerlegten Pianinos und mit deren Innereien. Mit Metallrahmen, Saiten und Resonanzboden. Pianoguts nennt Juun diese Klavierskelette. Die Ö1 Jazznacht schaltet eine Stunde lang live in die Grazer Generalmusikdirektion zum ORF musikprotokoll, wo Juun mit ihrer Band auftritt.

Elke Tschaikner
[field_sendung_datum] | Personal Soundscapes live aus dem Space04

Der radikale Komponist John Cage fand, dass Umweltklänge nicht stören sondern sogar als Musik verstanden und gehört werden können. Volkmar Klien präsentiert, die bei dem Projekt Personal Soundscapes gesammelten Sounds in einem ORF Kunstradio, das vor Publikum und live in Radio Ö1 zu erleben ist.

-> 6.10., 23:00 |Kunsthaus Graz, Space04 + Live-Webstream

[field_sendung_datum] | Elisabeth Schimana und das RSO Wien

"Virus" ist der Titel einer Werkserie von Elisabeth Schimana, in der elektronische Sounds sich von akustischen Klängen gewisser Maßen infizieren lassen:  "Der live-generierte elektronische Klangkörper ist Wirt und Wirtin an den sich die Instrumentenklänge andocken, an ihn anpassen, in ihn hineindringen und zu ihrer Replikation benützen. Zu Beginn ist dieser Körper immun, aber im zeitlichen Verlauf des Stückes gibt er seinen Widerstand auf, nimmt die Instrumentenklänge in sich auf, und einer Vermehrung der Viren steht nichts mehr im Wege. Es ist Kampf und Synthese der beiden Klangkörper. Gemeinsam bleiben sie am Leben." So die Komponistin. Nach klingenden "Infektionen" in Kammermusik-Besetzung, wurde am vergangenen Donnerstag elektronische Klangkörper zum ersten Mal von einem ganzen Orchester akustisch "angesteckt". Elisabeth Schimana und das RSO Wien unter Gottfried Rabl brachten "Virus #3" im Grazer Dom im Berg zur Uraufführung.

Ursula Strubinsky
[field_sendung_datum] | Patrick Pulsinger und das RSO Wien

„Ejecter 1-3“ – diesen Titel hat Musikproduzent, Remixer und DJ Patrick Pulsinger seinem neuem Orchesterwerk für das RSO Wien geben. Die „Spielregeln“ des Stücks sind ungewöhnlich: Das Orchester verwandelt in Kombination mit Elektronik die von einem Rhodes-Piano vorgegebenen „Voicings“ in ein nachhörendes und mitspielendes Ausloten von Klangmöglichkeiten. Seine Uraufführung erlebte dieses Werk am 3. Oktober im Grazer Dom im Berg. Gottfried Rabl leitete das ORF Radio Symphonieorchester Wien.

Ursula Strubinsky
[field_sendung_datum] | metamusic, das Konzert

Im Zeit-Ton Magazin, auf der Ö1 Homepage und im metamusic Blog konnte man es Schritt für Schritt mitverfolgen: In den vergangenen Monaten haben alien productions Musikinstrumente für Papageien entwickelt, auf Einladung des ORF musikprotokoll im steirischen herbst und des Festivalnetzwerkes ECAS der European Cities of Advanced Sound, - in enger Kooperation mit der ARGE Papageienschutz. Im Wiener Tierschutzhaus in Vösendorf hat die ARGE Papageienschutz ein Papageienheim eingerichtet, um verwaisten und vernachlässigten Vögeln ein neues Zuhause bieten zu können.

Fünf der dort gerade wohnhaften Graupapageien haben Norbert Math, Andrea Sodomka und Martin Breindl vergangene Woche nach Graz begleitet, wo wir Ihnen im Rahmen unseres heurigen Festivals im Graz Museum eine Voliere aufgebaut haben, als Teil eines öffentlich zugänglichen Labors, in dem alien productions ihren Arbeitsprozess für die Besucherinnen und Besucher transparent gemacht haben. Im heutigen Zeit-Ton hören Sie einen Rückblick auf diese intensive metamusic Woche, innerhalb der die Künstler/innen auch ein Konzert mit den fünf Graupapageien gespielt haben, mit Kasi, Jago, Rosi, Joki und Chica.

Susanna Niedermayr
[field_sendung_datum] | ensemble recherche

Regelmäßig ist das in Deutschland beheimatete "ensemble recherche" beim musikprotokoll zu Gast. Heuer hatte die neunköpfige Formation neue Kompositionen aus dem Norden Europas mit im Gepäck: die "Flowersongs" des Dänen Hans Abrahamsen und "epic abrasion" der Schwedin Malin Bång, sowie "Erika married the Eiffel Tower" der gebürtigen Britin und Wahl-Norwegerin Alwynne Pritchard. Neben diesen Ur- bzw. Österreichischen Erstaufführungen hob das "ensemble recherche" am 5. Oktober im AK Kammersaal auch das Stück "blanks" von Katharina Klement aus der Taufe, zu dem Doris Schmid eine Videoarbeit geschaffen hat.

Elke Tschaikner
[field_sendung_datum] | Klangwege 2013 - Vokale Erkundungen

Die Damen und Herren des Vokalensembles Schola Heidelberg beherrschen unterschiedlichste Stile und Techniken bis hin zu mikrotonaler Intonation, Stimm- und Atemgeräuschen. Junge Komponierende der Grazer Kunstuniversität hatten die Gelegenheit für das Konzert am 5. Oktober im AK Kammersaal neue Werke für die Vokalformation zu kreieren. Betreut wurden sie dabei von Clemens Gadenstätter.

Elke Tschaikner
[field_sendung_datum] | The Silbadores Part 3

Vor dem Hintergrund einer Beschäftigung mit den mythologischen, phänomenologischen, ästhetischen und politischen Konnotationen der Stimme bereiste der Künstler Heimo Lattner gemeinsam mit der Kultur- und Politikwissenschaftlerin Judith Laub die Insel La Gomera, um die Pfeifsprache Silbo Gomero zu erkunden. Bei der Übermittlung von Botschaften in schwer passierbarem Raum nutzen die Pfeifer La Gomeras die Eigenschaften des zu Überwindenden: Das Echo trägt ihren Pfiff über weite Distanzen. Metaphorisch betrachtet, schiebt sich das Echo – die „Stimme“ des Raums und der Zeit – als Korrektiv zwischen die beiden Figuren Pfiff und Stimme. Ihr Zusammenspiel bildet die Grundlage der gemeinsam mit Werner Dafeldecker erarbeiteten Komposition, die vergangenen Donnerstag in einem Stollen des Grazer Schlossberges zu ihrer Uraufführung gelangte.

Rainer Elstner
[field_sendung_datum] | Environmental Auditors Graz

Acht Musikerinnen und Musiker, acht Environmental Auditors aus Österreich und Norwegen luden im Rahmen des musikprotokolls ein, ganz genau hinzuhören, als sie in das Orchester der sie umgebenden Umweltgeräusche mit ihren Instrumenten einstimmten, - frei improvisierend, die momentane Hörerfahrung in den Mittelpunkt rückend. Diese bildete den Ausgangspunkt für eine Reihe von kurzen Konzerten auf dem Grazer Schloßberg, an unterschiedlich klingenden Orten.

musikprotokoll und Insomnia

Im Anschluss an das Projekt ÖNCZkekvist entwickelte sich zwischen der österreichischen und der norwegischen Improvisationsszene ein reger Austausch, der nun gemeinsam mit Insomnia gestärkt und fortgesponnen wird. Das ORF musikprotokoll im steirischen herbst und Insomnia sind beide Mitglieder des Festivalnetzwerkes ECAS/ICAS der European und International Cities of Advanced Sound. Die Ausstrahlung der Konzertmitschnitte erfolgt einen Tag vor der gemeinsamen Gestaltung der bereits zweiten Ausgabe von ICAS Radio mit Insomnia morgen live aus dem nordnorwegischen Tromsø, wo die Environmental Auditors soeben zu Gast sind.

Susanna Niedermayr
[field_sendung_datum] | sonic blue

Es ist in zweierlei Hinsicht eine Auseinandersetzung mit dem Tiefgründigen, wenn Angélica Castelló das Publikum mit auf die Reise in ihre imaginäre Unterwasserwelt "sonic blue" nimmt.

Das Meer übt auf die Komponistin und Musikerin seit jeher eine große Faszination aus. Und es symbolisiert für sie das Unterbewusste. Die klangliche Basis von "sonic blue" bilden Field Recordings, die Castelló gemeinsam mit der Biologin Heike Vester im Sommer in den Gewässern rund um die nordnorwegische Inselgruppe Lofoten aufgenommen hat. Vester leitet dort in dem Fischerdorf Henningsvær die von ihr gegründete Organisation "Ocean Sounds", die sich der Erforschung von Meeressäugern und dem Schutz der marinen Umwelt widmet.

Der Konzertmitschnitt der Uraufführung von "sonic blue" ist einen Tag vor der Ausstrahlung des Ö1 Hörbildes "sonic blue" zu hören, das den Entstehungsprozess dieser vielschichtigen Komposition dokumentiert. Kommendes Jahr wird "sonic blue" bei Interstellar Records erscheinen. Diese Auftragsarbeit wurde im Rahmen des Projektes "Networking Tomorrow's Art For An Unknown Future" des Festivalnetzwerkes ECAS realisiert, das vom musikprotokoll mitbegründet wurde.

Übertragung in Dolby Digital 5.1 Surround Sound

ECAS Dokumentation / Audiofiles

Angelica Castello und Susanna Niedermayr im Gespräch mit Heike Vester über ihre Arbeit.

Angelica Castello und Susanna Niedermayr im Gespräch mit Heike Vester und Sigurd Enge von der Umweltschutzorganisation Bellona über die Auswirkungen der Ölindustrie auf das maritime Ökosystem.

sonic blue beim musikprotokoll 2013:

 

Susanna Niedermayr
[field_sendung_datum] | sonic blue. Angélica Castelló und die Entstehung einer Komposition.

sonic blue. Auf den Lofoten macht die mexikanisch-österreichische Komponistin Angelica Castelló Bekanntschaft mit der Biologin und Bioakustikerin Heike Vester. Gemeinsam eingefangene Tonaufnahmen von Walen bilden die klangliche Basis von "sonic blue". Ein Feature von Susanna Niedermayr.

Es wird ein zentrales Werk im musikalischen Schaffen von Angelica Castelló sein, das stand zu Beginn des Kompositionsprozesses von "sonic blue" im Februar bereits fest. Die 40-jährige Komponistin, Blockflötistin und Soundelektronikerin aus Mexiko, die schon viele Jahre in Wien lebt, hat sich dafür gemeinsam mit der Autorin des Features, Susanna Niedermayr, auf eine ungewöhnliche Reise begeben: Auf der nordnorwegischen Inselgruppe Lofoten treffen die beiden die Biologin und Bioakustikerin Heike Vester, die in dem Fischerdorf Henningsvær 2005 die Organisation "Ocean Sounds" gegründet hat.

In vieler Hinsicht tiefgründig

"Ocean Sounds" widmet sich der Erforschung von Meeressäugern und dem Schutz der marinen Umwelt. Vester nimmt Castelló mit hinaus zu den in den Gewässern rund um die Lofoten heimischen Walen. Die gemeinsam eingefangenen Tonaufnahmen bilden die klangliche Basis von "sonic blue".

Mit "sonic blue" erschafft die Musikerin ihre ganz persönliche imaginäre Unterwasserwelt, die das Publikum auch in das große Klangmeer eintauchen lässt, das sich im Inneren ihrer Subgroßbassblockflöte auftut, Castellós Hauptinstrument. Und noch in einer weiteren Hinsicht ist der Kompositionsprozess dieses Stückes eine Auseinandersetzung mit dem Tiefgründigen, symbolisiert das Meer für Angelica Castelló doch auch das Unterbewusste.

Das Feature dokumentiert den außergewöhnlichen Entstehungsprozess einer Komposition, die am 6. Oktober im Rahmen der ORF musikprotokolle im steirischen herbst uraufgeführt wurde.

Ton: Martin Leitner
Redaktion: Eva Roither

 

ECAS Dokumentation / Audiofiles

Angelica Castello und Susanna Niedermayr im Gespräch mit Heike Vester über ihre Arbeit.

Angelica Castello und Susanna Niedermayr im Gespräch mit Heike Vester und Sigurd Enge von der Umweltschutzorganisation Bellona über die Auswirkungen der Ölindustrie auf das maritime Ökosystem.

sonic blue beim musikprotokoll 2013:

 

Susanna Niedermayr
[field_sendung_datum] | Ex Machina Dei

48 Stunden lang bespielten Robert Lepenik und Winfried Ritsch beim musikprotokoll 2013 durchgehend die St. Andrä Kirche in Graz. „Ex Machina Dei“ ist eine 2-tägige Aktion für Orgel mit mechanischer Steuerung, Klavier, Sinustöne und 2 Roboter.

Elke Tschaikner
[field_sendung_datum] | I share, therefore I am

Mit dem Projekt „I share therefore I am“ vernetzte die Grazer ESC im LABOR Kunst, Technik und Wissenschaft. Das Projekt stieß eine Gegenbewegung zur zunehmenden Spezialisierung an, die auf Grund der zunehmenden Technologisierung der Kunstproduktion entsteht. Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler wählten eines oder mehrere Werkzeuge ihrer eigenen Produktion aus – das konnte ein Tonbandgerät, ein Geigerzähler oder eine Software sein – und machten es in intensivem Austausch mit einem Techniker oder einem Kunsttheoretiker selbst zum Gegenstand der Auseinandersetzung.

Rainer Elstner
[field_sendung_datum] | ZEIT-TON Magazin, u.a. mit Ausschnitten aus ASTEROID 62

U. a. mit einer Vorschau auf die Salzburger Dialoge und einen Nachbericht von der Uraufführung des Musiktheaters „Asteroid 62“ von Dmitri Kourliandski beim heurigen musikprotokoll.

Reinhard Kager
[field_sendung_datum] | Environmental Auditors in Tromsø

Bereits zum zweiten Mal ist ICAS Radio bei unserem Partner Festival Insomnia im nordnorwegischen Trosmø zu Gast. Diesmal kommen wir mit den Environmental Auditors.

Vom musikprotokoll zum Insomnia Festival

Beim diesjährigen musikprotokoll sind sie erstmals gemeinsam aufgetreten. Acht Musikerinnen und Musiker aus Österreich und Norwegen luden ein, ganz genau hinzuhören, als sie im Rahmen einer Reihe von kurzen Konzerten auf dem Grazer Schlossberg in das Orchester der sie umgebenden Umweltgeräusche mit ihren Instrumenten einstimmten, frei improvisierend, die momentane Hörerfahrung in den Mittelpunkt rückend.

Vergangenen Mittwoch haben die Environmental Auditors in Trosmø nun eine still gelegte Brauerei musikalisch erkundet. Und heute in ICAS Radio werden sie in einem finalen Radiomix beide Städte zusammenklingen lassen.

Allgegenwärtige Musik und Kunst

Im Rahmen unseres gemeinsamen EU-Projektes "Networking Tomorrow's Art for an Unknown Future" spüren wir soeben der Allgegenwärtigkeit von Musik und Kunst in unserem Alltag nach, und Insomnia ist eines jener drei ECAS-Festivals, das sich speziell diesem Thema unserer dritten Arbeitsphase widmet. Mit auch noch weiteren Projekten, etwa einem Workshop von Locomofon zu "wearable audio computing" und dem Projekt Bugs von Teun Verkert und Joris Hoogeboom. Mehr dazu ebenfalls in dieser Ausgabe von ICAS Radio.

Der runde Tisch von ICAS

Festivals nicht lediglich als Bühne für aktuelle Musiken zu verstehen, sondern als lebendige Diskursplattformen, das ist ein zentrales Anliegen all jener Festivalbetreiber/innen und -betreiber, die sich zu dem ECAS / ICAS Festivalnetzwerk der European und International Cities of Advanced Sound zusammengeschlossen haben, das vom ORF musikprotokoll im steirischen herbst mitbegründet wurde. ICAS Radio ist der runde Tisch von ICAS, um den herum sich mehrmals jährlich die Festivalbetreiber/innen und Gäste ihres Vertrauens einfinden, um den Status quo der zeitgenössischen Musik und ihrer Kultur zu diskutieren.

Susanna Niedermayr gemeinsam mit Oliver Baurhenn und Insomnia
[field_sendung_datum] | Experimente im Grünen (1)

Zeitgenössische Musik und die Natur (1).
Die Beziehung zwischen Musik und Natur war seit jeher ziemlich eng. Lange Zeit hielt man die Nachahmung der Natur sogar als Quelle des Musizierens schlechthin. Dass auch die abstrakte Musik des 20. und 21. Jahrhunderts enge Bande knüpft zur Natur, ist hingegen etwas überraschend. Die Sendereihe wird mit zahlreichen Beispielen belegen, dass unsere Umwelt - wenngleich erweitert um das Spektrum der Geräusche - auch in der neuen Musik eine ungebrochene Rolle spielt. Von Olivier Messiaens Integration der Vogelstimmen in seine Oper "Saint Francois d'Assise" über die "Landschaftsoper" Peter Ablingers reicht das Spektrum bis zu experimentellen Installationen, in die Naturgeräusche auf vielfältige Weise integriert werden. Dabei wird die Natur manchmal sogar zum Mitspieler, wie etwa Papageien in einem interaktiven Klangprojekt von "alien productions", das beim Grazer "Musikprotokoll" im "steirischen herbst " zur Uraufführung gelangen wird.

Reinhard Kager
[field_sendung_datum] | Experimente im Grünen (2)

Zeitgenössische Musik und die Natur (2).
Die Beziehung zwischen Musik und Natur war seit jeher ziemlich eng. Lange Zeit hielt man die Nachahmung der Natur sogar als Quelle des Musizierens schlechthin. Dass auch die abstrakte Musik des 20. und 21. Jahrhunderts enge Bande knüpft zur Natur, ist hingegen etwas überraschend. Die Sendereihe wird mit zahlreichen Beispielen belegen, dass unsere Umwelt - wenngleich erweitert um das Spektrum der Geräusche - auch in der neuen Musik eine ungebrochene Rolle spielt. Von Olivier Messiaens Integration der Vogelstimmen in seine Oper "Saint Francois d'Assise" über die "Landschaftsoper" Peter Ablingers reicht das Spektrum bis zu experimentellen Installationen, in die Naturgeräusche auf vielfältige Weise integriert werden. Dabei wird die Natur manchmal sogar zum Mitspieler, wie etwa Papageien in einem interaktiven Klangprojekt von "alien productions", das beim Grazer "Musikprotokoll" im "steirischen herbst " zur Uraufführung gelangen wird.

Reinhard Kager
[field_sendung_datum] | Experimente im Grünen (3)

Zeitgenössische Musik und die Natur (3).
Die Beziehung zwischen Musik und Natur war seit jeher ziemlich eng. Lange Zeit hielt man die Nachahmung der Natur sogar als Quelle des Musizierens schlechthin. Dass auch die abstrakte Musik des 20. und 21. Jahrhunderts enge Bande knüpft zur Natur, ist hingegen etwas überraschend. Die Sendereihe wird mit zahlreichen Beispielen belegen, dass unsere Umwelt - wenngleich erweitert um das Spektrum der Geräusche - auch in der neuen Musik eine ungebrochene Rolle spielt. Von Olivier Messiaens Integration der Vogelstimmen in seine Oper "Saint Francois d'Assise" über die "Landschaftsoper" Peter Ablingers reicht das Spektrum bis zu experimentellen Installationen, in die Naturgeräusche auf vielfältige Weise integriert werden. Dabei wird die Natur manchmal sogar zum Mitspieler, wie etwa Papageien in einem interaktiven Klangprojekt von "alien productions", das beim Grazer "Musikprotokoll" im "steirischen herbst " zur Uraufführung gelangen wird.

Reinhard Kager
[field_sendung_datum] | Experimente im Grünen (4)

Zeitgenössische Musik und die Natur (4).
Die Beziehung zwischen Musik und Natur war seit jeher ziemlich eng. Lange Zeit hielt man die Nachahmung der Natur sogar als Quelle des Musizierens schlechthin. Dass auch die abstrakte Musik des 20. und 21. Jahrhunderts enge Bande knüpft zur Natur, ist hingegen etwas überraschend. Die Sendereihe wird mit zahlreichen Beispielen belegen, dass unsere Umwelt - wenngleich erweitert um das Spektrum der Geräusche - auch in der neuen Musik eine ungebrochene Rolle spielt. Von Olivier Messiaens Integration der Vogelstimmen in seine Oper "Saint Francois d'Assise" über die "Landschaftsoper" Peter Ablingers reicht das Spektrum bis zu experimentellen Installationen, in die Naturgeräusche auf vielfältige Weise integriert werden. Dabei wird die Natur manchmal sogar zum Mitspieler, wie etwa Papageien in einem interaktiven Klangprojekt von "alien productions", das beim Grazer "Musikprotokoll" im "steirischen herbst " zur Uraufführung gelangen wird.

Reinhard Kager
[field_sendung_datum] | musikprotokoll 2013. tol, koul, promisk.

Die letzte Rückschau im Zeit Ton auf das heurige ORF musikprotokoll im steirischen herbst. Festivalschreiber Patrick Hahn hat zum musikprotokoll noch ein paar Anagramme parat, das ensemble recherche und die Schola Heidelberg sind mit Stücken von Malin Bang, Javier Quislant Garcia und Yulan Yu zu hören.

Elke Tschaikner
[field_sendung_datum] | Portrait Andrey Kiritchenko

Andrey Kiritchenko über seine Musik: "Ich habe mich immer für diese kleinen subtilen Details interessiert, sowohl in meiner eigenen Musik, als auch in der Musik der anderen. Vielleicht ist das nun ein Klischee, aber Ambient ist für mich eine sehr entspannende Musik, die mich gleichzeitig fokussiert."

Nach einer ersten Zusammenarbeit für sein Album "Misterrious" und einem ersten Konzert in Frankreich im Sommer 2012, wird Andrey Kiritchenko im Rahmen des heurigen ORF musikprotokoll im steirischen herbst nun abermals zusammen mit Martin Brandlmayr die Bühne betreten. Vorangegangen ist diesem Auftritt eine mehrtägige intensive Arbeitsphase in Brandlmayrs Studio in Oberösterreich, die auch den Grundstein für die bereits seit längerem geplante gemeinsame Veröffentlichung legte.

280 BPM

"Ich wollte in dieser Kollaboration etwas ganz Neues ausprobieren", erzählt Kiritchenko. "Wir arbeiten ja beide rhythmisch und so habe ich einen sehr, sehr schnellen Rhythmus vorbereitet, der beinahe 280 BPM hat. Martin fand die Idee gut, wir haben dann aber beschlossen, dass es auch offenere, eben atmosphärischer angelegte Flächen innerhalb des Konzertes geben sollte, wo improvisiert werden kann. Es wird also eine Mischung werden."

Rückeinladung

Dieses Konzert ist auch eine Rückeinladung. Im Mai 2013 lud uns Andrey Kiritchenko nach Kiew ein, bei seinem NextSound Festival unser 3. ECAS Partner Meeting abzuhalten. Er ist nämlich auch der Gründer und Leiter von Nexsound, dem seit vierzehn Jahren wichtigsten Label für experimentelle elektronische und artverwandte ukrainische Musik, mit stets offenen und feinsinnigen Ohren - auch für Künstler/innen aus etwa Russland, Frankreich oder den USA.

Beständige Weiterentwicklung im Zentrum

Immer wieder präsentieren wir gerne Veröffentlichungen von Nexsound. Wenige Tage vor dem musikprotokoll-Auftritt möchten wir im heutigen Zeit-Ton aber den Fokus auf Kiritchenkos eigene künstlerische Arbeit richten. Es erwartet Sie ein Porträt über einen höchst vielschichtigen Musiker, der mit jedem neuen Album einen Schritt weiter geht und dabei bislang ungehörte Klangkosmen erschließt, da die beständige Weiterentwicklung im Zentrum seines Schaffens steht.
"Ich glaube dafür sind wir auf der Welt, um uns weiterzuentwickeln", so Kiritchenko. "Ständige Weiterentwicklung ist mir sehr wichtig. Mit jedem Album versuche ich ein Stück weit zu wachsen."

Susanna Niedermayr
[field_sendung_datum] | Zeit-Ton Magazin. Vorschau auf das ORF musikprotokoll im steirischen herbst.
Susanna Niedermayr
[field_sendung_datum] | Ö1 Kulturjournal, live aus der Logo Jugend.Info Karmeliterplatz

Aus aktuellem Anlass muss diese Sendung leider ausfallen:  Der Gewinner des Literaturnobelpreises 2014 ist der französische Autor Patrick Modiano. Das hat der der Ständige Sekretär der Schwedischen Akademie traditionell um 13.00 Uhr Ortszeit verkündet. In Graz diskutiert Anna Soucek mit Gästen über ausgewählte musikprotokoll-Projekte.

Anna Soucek
[field_sendung_datum] | Spielräume, live aus der Logo Jugend.Info Karmeliterplatz

Rainer Elstner präsentiert Higlights des musikprotokoll 2014.

Rainer Elstner
[field_sendung_datum] | Zeit-Ton. Let‘s merry-go-round!

The ECAS-carousel with music for bodies in motion

Rainer Elstner
[field_sendung_datum] | Zeit-Ton extended

Meisterhafte Klangziseleure und der Zukunft des Radios auf der Spur. - Besuchen Sie unseren Zeit-Ton extended live am 10.10. in der Helmut-List-Halle in Graz.

Zwei Uraufführungen stehen im Zentrum des diesjährigen Zeit-Ton extended live vom musikprotokoll. Gestern am Eröffnungsabend sind Protagonist/innen des esc medienkunstlabors, von mur.at, Radio Helsinki, pd-graz, und dem realraum mit der vielköpfigen Gruppe pi node für eine mehrstündige Performance zusammengekommen und heute Nacht sind sie alle bei uns im Studio. Für die Dauer des Festivals spannen die Radioaktivist/innen und Künstler/innen einen temporären sozialen Raum auf, in dem das Publikum eingeladen ist, der Kreativität freien Lauf zu lassen. Welche Überraschungen hält das Radio der Zukunft für uns gerade bereit? Auf der Suche nach Antworten soll das weite narrative, partizipatorische und imaginäre Potential von Radio weitergesponnen werden. Dazu werden eine ganze Reihe an neuesten und auch schon etwas älteren Technologien miteinander verknüpft, bei gleichzeitig kritischer Betrachtung der jeweiligen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. pi node verstehen und verwenden ihre Form des Radios als Instrument, das jede/r leicht und schnell erlernen kann.

Und in der ersten Stunde werden live zwei meisterhafte Klangziseleure - Andrey Kiritchenko und Martin Brandlmayr - ein bereits lange vorbereitetes gemeinsames Konzert spielen. Vorangegangen ist diesem Auftritt eine mehrtägige intensive Arbeitsphase in Brandlmayrs Studio in Oberösterreich, die auch den Grundstein für die bereits seit längerem geplante gemeinsame Veröffentlichung legte.

Gestaltung: Susanna Niedermayr gemeinsam mit Elisabeth Zimmermann und Reni Hofmüller

Susanna Niedermayr gem. mit Elisabeth Zimmermann und Reni Hofmüller
[field_sendung_datum] | Ö1 Klassiktreffpunkt, live von der Murinsel, Graz

Besuchen Sie unser Live-Klassiktreffpunkt am 11.10., 10.00 Uhr auf der Murinsel in Graz. - Renate Burtscher diskutiert mit Pia Palme (Komponistin), Boris Hauf (Komponist), Klaus Dorfegger (Projekt­koordinator: konfrontationen 5) und Volkmar Klien (Komponist).

Renate Burtscher
[field_sendung_datum] | Ö1 Jazznacht, live aus der List-Halle mit Radian und The Necks

11.10., ca. 23.10-0.00 Radian & The Necks live beim musikprotokoll im steirischen herbst. Zwei internationale renommierte Trios machen in Graz erstmals gemeinsame Sache: Die seit 1987 operierenden Improvisationsfreigeister von "The Necks", bestehend aus den in Berlin residierenden Australiern Tony Buck, Chris Abrahams und Lloyd Swanton, treffen auf die Wiener Kollegen von "Radian": 1996 gegründet, hat sich der Fokus von John Norman, Martin Brandlmayr und dem neuen Bandmitglied Martin Siewert sukzessive von reduktionistischen Strukturvermessungen in Richtung lustvoll zelebrierter Groovyness verschoben.

Christian Scheib
[field_sendung_datum] | ORF Kunstradio
[field_sendung_datum] | Klangforum Wien und RSO Wien I

Niemals bisher haben die beiden besten Klangkörper Österreichs im weiten Land der Musik der Zeitgenossen gemeinsam auf derselben Bühne ein Stück gespielt. Beim musikprotokoll 2014 war es soweit: Das RSO Wien musizierte gemeinsam mit dem Klangforum Wien. Die Vorlage lieferte Georg Friedrich Haas. Er konzipierte ein "concerto grosso" für Kammerensemble und Orchester.

Außerdem auf dem Programm dieses außergewöhnlichen Abends: zwei österreichische Erstaufführungen der Komponisten Pierluigi Billone und Jörn Arnecke.

Franz Josef Kerstinger
[field_sendung_datum] | Klangforum Wien und RSO Wien II

Dies ist der zweite Teil des musikprotokoll-Konzertes: Klangforum Wien und RSO Wien. - Niemals bisher haben die beiden besten Klangkörper Österreichs im weiten Land der Musik der Zeitgenossen gemeinsam auf derselben Bühne ein Stück gespielt. Beim musikprotokoll 2014 war es soweit: Das RSO Wien musizierte gemeinsam mit dem Klangforum Wien. Die Vorlage lieferte Georg Friedrich Haas. Er konzipierte ein "concerto grosso" für Kammerensemble und Orchester.

Außerdem auf dem Programm dieses außergewöhnlichen Abends: Zwei österreichische Erstaufführungen der Komponisten Pierluigi Billone und Jörn Arnecke.

Franz Josef Kerstinger
[field_sendung_datum] | 40 Jahre Arditti Quartet

Vierzig Minuten Musik von vier Vierzigjährigen zum vierzigsten Geburtstag des Arditti Quartets! Das war die verspielt numerische Vorgabe für ein Geburtstagskonzert des legendären Streichquartetts beim heurigen ORF musikprotokoll im steirischen herbst. Es war also ein Fest für das von Irvine Arditti im Jahr 1974 gegründete Quartett, das am 10. Oktober in der Grazer Helmut-List-Halle mit vier vom musikprotokoll in Auftrag gegebenen Uraufführungen gefeiert wurde.
Die Idee zum Konzert war so verspielt wie einfach. Der Hintergedanke, dass dadurch Komponierende - wie der in Berlin lebende Österreicher Boris Hauf und die Amerikanerin Erin Gee - zum ersten Mal die Gelegenheit bekommen würden, mit Irvine Arditti und seinem Quartett zusammenzuarbeiten, war für alle Seiten das eigentlich Interessante und Überraschungen bergende.

Bei einem Festival wie dem musikprotokoll, das Kompositionsaufträge vergibt, können eben neue, kreative Konstellationen entstehen. Mit den Komponisten Johannes Maria Staud und Reinhard Fuchs (ebenfalls Jahrgang 1974), die ebenfalls klingende Geburtstagsgeschenke lieferten, verbindet die "Ardittis" hingegen schon längere Bekanntschaften. So wurde der Konzertabend jedenfalls zu einem spannenden Hören, wie stilistisch unterschiedlich die vier Komponierenden mit dem Thema Streichquartett umgehen.

Von Taxifahrten und sauberen Ohren

Am 10. Oktober spielte das Arditti Quartet also sein Konzert in der Helmut-List-Halle in Graz. Dazu ein kurzer, lebensnaher Blick hinter die musikprotokoll-Kulissen: Mittags sollen die vier Musiker aus Berlin anreisen, am Tag darauf geht es weiter nach London. Im Gepäck hat das Ensemble die vier neuen Stücke, die in Graz uraufgeführt werden sollen. Am Nachmittag sind die gemeinsamen Proben mit den Komponisten anberaumt sowie der ORF-Soundcheck für die Radioaufnahme, um 21Uhr 30 soll das Konzert beginnen. Ein dichtes Tagesprogramm also für alle.
Frühmorgens erreicht mich eine Nachricht des ersten Geigers Irvine Arditti, er brauche heute noch dringend einen Arzt, sein rechtes Ohr mache ihm Probleme, er habe Schwierigkeiten mit dem Hören. Für einen Musiker klarerweise keine ideale Voraussetzung für ein Konzert. Wir suchen und finden also ganz schnell einen Facharzt und zwischen Proben und Konzert begleite ich Irvine Arditti in die Praxis. Ihm werden zum allerersten Mal in seinem langen Musikerleben die Ohren ausgespült, das werde wohl sein weiteres Musikerleben nachhaltig verändern, wie er mit wunderbar britischem Humor feststellt.
Die Zeit im Taxi zurück in den Konzertsaal nutzen wir für ein kurzes Interview. Er habe auf Rücksitzen von Taxis schon sehr vieles getan, aber noch nie ein Interview gegeben. Auch das eine Graz-Premiere also. Wir sprechen darüber, was einem denn so alles passieren kann in einem Musikertourneeleben. Von Arztbesuchen, beschädigten Geigen, verloren gegangenen Noten, Koffern und Instrumenten.

Und noch mehr Zahlen:

Es war die 47. Ausgabe dieses ältesten Festivals für Neue Musik, die von 9. bis 12. Oktober in Graz stattgefunden hat. Dass sich das ORF musikprotokoll, das 1968 von Emil Breisach gegründet wurde, bis heute als lebendiges Laboratrium für das stets Neue versteht, dass in den bald fünf Jahrzehnten seines Bestehens knapp 2000 Werke gespielt wurden, davon rund 600 Uraufführungen und ebenso viele österreichische Erstaufführungen, das wäre eigentlich auch schon Grund genug für ein Fest. Happy birthday to us all!

Elke Tschaikner
[field_sendung_datum] | molluscs and insects. Klaus Lang & Dafne Vicente-Sandoval

Schnelle Schnecken: In einem "stabilen" Klang flimmern plötzlich innere Bewegungen. Träge Tanzfliegen: Eine schnelle Sequenz von Tönen mutet bewegungslos an. Wer scheinbare musikalische Paradoxien fühlen will, muss hören. Das tun Klaus Lang und Dafne Vicente-Sandoval mit Harmonium und Fagott improvisierend. Klänge offenbaren ihre ungeahnten, geheimen Doppelleben, Instrumentenprimärklangfarben vermischen sich zu raffinierten Schattierungen, musikalische Strukturen inklusive intrikater Schattenwirkungsillusion, schnell mutiert zu langsam, bewegungslos scheint bewegt. "molluscs and insects" nennt das Duo seine Exerzitien in Zeitklangwahrnehmung: "Musikalisches Material ist durch das Klingen wahrgenommene Zeit, der Gegenstand von Musik das hörende Erlebnis von Zeit. Musik ist hörbar gemachte Zeit." - Eine Aufnahme vom 11. Oktober beim "ORF musikprotokoll im steirischen herbst" in Graz.

Christian Scheib
[field_sendung_datum] | Radian & The Necks

Das Trio Radian überträgt seine mikroskopisch genaue Vorplanung in rigorose Direktheit der live gespielten Klangintensität. The Necks filtern mäandernd Essenzen des Jazztrios ins 21. Jahrhundert und fächern das Destillat dann auf. Diesen Formen des Musizierens ist eine permanente Möglichkeitsform eingeschrieben, deren Voraussetzung jedoch penible strategische Schritte im Umgang mit Idee und Absicht, mit Klang und seiner Bedeutung, mit Filtern, Strukturieren, (Zwischen)speichern und vor allem diverse Übertragungsmechanismen sind.

Es sind zwei Trios, die eigentlich immer schon etwas miteinander hätten haben sollen. Hier eine Band in klassischer Jazztriobesetzung: Klavier, Bass, Schlagzeug. Da eine Band in klassischer Rocktriobesetzung: E-Gitarre, Bass, Schlagzeug. Und beide sind Formationen, die das "Klassische" ihrer Besetzungen stets ausdehnen, umgehen, einarbeiten, umspielen ...

Und ja, die beiden Trios, die einander seit langem gegenseitig schätzen, wollten immer schon miteinander auf die Bühne, doch die geografischen und terminlichen Gegebenheiten haben das Gipfeltreffen bisher nie ermöglicht. Beim ORF musikprotokoll ist es endlich soweit: Die australische Band The Necks und die in Wien beheimatete Formation Radian wagen ihr erstes gemeinsames Mal. Eine Weltpremiere mit Fernsicht in viele Richtungen.

Christian Scheib
[field_sendung_datum] | Personal Soundscapes

Jugendliche auf der Sound-Pirsch in Graz: Die Faszination für Alltagsklänge als kompositorisches Material war die treibende Kraft für ein Projekt beim ORF musikprotokoll. Eine außergewöhnliche Konzertsituation: Jugendliche waren in der Stadt unterwegs und lieferten via Smartphones ihre akustischen objets trouvés direkt ins Foyer der Helmut-List-Halle. Dort wurde durch den Künstler Volkmar Klien, der mit den Schülerinnen und Schülern das Projekt erarbeitet hat, in Echtzeit aus den eingehenden personal soundscapes eine imaginäre, urbane Klangarchitektur geschaffen. Eine akustische Momentaufnahme einer von jungen Menschen perzipierten Stadt.

Rainer Elstner
[field_sendung_datum] | Sounding Servers / MINISTRY OF HACKING

Unbeeindruckt von der Außenwelt brummen auf der ganzen Welt die Server in ihren Farmen vor sich hin, wenn sie unsere Daten verwalten und speichern. Am Eröffnungstag des diesjährigen ORF musikprotokolls hat Valentina Vuksic einen dieser Server in einen Klangraum verwandelt und seine elektronische Einheit hörbar gemacht. Von den physischen Komponenten der Maschine ausgehend, lassen sich die elektromagnetischen Felder in akustische Wellen umwandeln und die Maschinengeräusche in eigentümliche Klangarrangements übersetzen - denn die ausführende Software erschafft während ihrer Laufzeit, der Runtime, ganz eigene temporäre und räumliche Dimensionen.

Susanna Niedermayr
[field_sendung_datum] | Gebirgskriegsprojekt von Jorge E. Lopéz
Christian Scheib
[field_sendung_datum] | Walk that Sound von Lukatoyboy

Der Walkie Talkie ist vom Aussterben bedroht. Mobiltelefone und andere Drahtlosgeräte haben seine Funktion übernommen und drohen, ihm den Garaus zu machen. Dabei schlummern ungeahnte Qualitäten in den knisternden Kästchen. Anders als beim Telefon können jedem Sender beliebig viele Empfänger zuhören. Das ermöglicht die Kommunikation mit Unbekannten. Wir hören Geschichten, die sich in unserer unmittelbaren Umgebung abspielen, die aber dennoch klingen, als kämen sie aus einer anderen Welt.

Im Rahmen des CTM Festivals hat der serbische Klangkünstler Lukatoyboy eine Performance für "Sound Scouts" und Funkgeräte entwickelt. Daraus entstand eine Radiofassung für Deutschlandradio Kultur, die das Kunstradio in Kooperation mit dem ORF musikprotokoll im steirischen herbst präsentiert.

Anna Soucek
[field_sendung_datum] | ZEIT-TON EXTENDED: 50 Jahre Institut für Elektronische Musik
[field_sendung_datum] | DIAGONAL: Zur Person Erzherzog Ludwig Salvator. Der König des Mittelmeers
Der König des Mittelmeeres.

Eine historische Persönlichkeit in einer Diagonal Personensendung – das ist selten. Widmen wir uns doch seit drei Jahrzehnten in diesem Sendungsformat eher Zeitgenossen und -innen, die zwar schon „entdeckt“ sind, aber in dieser Ausführlichkeit noch nirgends vorgestellt wurden. In satten zwei Stunden sorgfältig gestalteter Sendezeit kann man eine Persönlichkeit schon von einigen Seiten beleuchten – wenn auch längst nicht von allen. Erzherzog Ludwig Salvator war uns in unserem Zeitgenoss/innen-Anspruch eine Ausnahme wert. Abgesehen davon, dass man mit ihm einen aufgeweckten Forscher, Reisenden, Künstler, Übersetzer, Pazifisten, Genussmenschen und Widerspenstigen kennenlernen kann, interessiert uns heute besonders seine Vorstellung vom Mittelmeer als ein gemeinsamer Kulturraum. Für Ludwig Salvator war Afrika genauso interessant, studierens- und bestaunenswert wie Europa, für ihn gab es kein „die da drüben“ und „wir hier herüben“. Eine Sicht der Dinge, wie sie uns jetzt gut anstehen würde. Vielleicht bräuchte es ja mehr Zeitgenossen  und -innen mit dem Format des so neugierigen wie aufgeschlossenen  Erzherzogs.

1 Von A wie Alboran bis Z wie Zypern
Eine enzyklopädische Forschungs- und Publikationstätigkeit: Ein Besuch beim Rechtsanwalt Wolfgang Löhnert, Gründer der der Ludwig-Salvator-Stiftung und Sammler. Barbara Zeithammer hebt Schätze von einigen Kilogramm. (10’  17”)

2 Der ungekrönte König von Mallorca
Michael Neuhauser war auf der Insel, von der dem Erzherzog ein schönes Stück gehört hat, inklusive Weingärten und Küste. Wie denkt man dort heute über ihn – dient er zum Tourismus-Marketing? (14’ 21”)

3 Ein Seefahrer wie aus dem Märchen
Erich Klein untersucht, wie Ludwig Salvator die Literatur beeinflusst hat, von Jules Vernes bis Ginka Steinwachs (8’ 10”)

4 Proto-Hippie oder seriöser Chronist?
Beides! sagt der Schweizer Künstler Marcus Maeder – einer der Künstler der musikprotokoll Klangkunstausstellung „NIXE“ –, den Elke Tschaikner im kroatischen Bakar besucht hat. (9’ 29”)

5 Habsburgs Sorgenkinder
Erzherzog Ludwig Salvator war nicht das einzige Enfant terrible in der jahrhundertelangen Geschichte der imperialen Familie. Peter Lachnit über eine manische Kaiserin, nackte Erzherzöge und eine rote Erzherzogin. (9’ 21”)

6 Der Erbe des Erzherzogs
Michael Neuhauser trifft den Arzt Dr. José Maria Sevilla Marcos. Er ist heutiger Besitzer des gotischen Klosters Miramar aus Salvators Besitz – und Salvator-Forscher mit eigener Theorie zur Erklärung von dessen Charakter. (7’ 49”)

7 Wie die Bäume klingen
Auch das hat der Erzherzog erforscht und in einer Publikation festgehalten: „Lieder der Bäume“ heißt das schmale Bändchen, das Ludwig Salvator auf seinem Anwesen in Ägypten verfasst hat. Ohne diese Texte gekannt zu haben, hat der österreichische Komponist Peter Ablinger – einer der Künstler der musikprotokoll Klangkunstausstellung „NIXE“ – über lange Zeit das Rauschen der Bäume untersucht und dann in Seitelschlag bei Ulrichsberg, OÖ, ein „Arboretum“ als „Landschaftsoper“ angelegt: nach akustischen Kriterien gepflanzte Bäume. Christian Scheib war mit dem Mikrofon dort. (10’ 52”)

 

Diese Ausgabe der Ö1-Reihe Diagonal wurde am 26.9.2015 gesendet. Ausschnitte daraus sind im Rahmen der Klangkunstausstellung NIXE nachzuhören.
Gestalter/innen: Erich Klein, Johann Kneihs, Peter Lachnit, Ines Mitterer, Michael Neuhauser, Christian Scheib, Elke Tschaikner und Barbara  Zeithammer.

[field_sendung_datum] | KUNSTRADIO-RADIOKUNST: In the Darkness of the World von Sol Rezza
[field_sendung_datum] | ZEIT-TON MAGAZIN: Vorschau auf das Programm des musikprotokoll 2015
[field_sendung_datum] | Ö1 KULTURJOURNAL: Live-Übertragung aus dem Universalmuseum Joanneum in Graz
[field_sendung_datum] | SPIELRÄUME: Live-Übertragung aus dem Universalmuseum Joanneum in Graz
[field_sendung_datum] | ZEIT-TON EXTENDED: Live vom musikprotokoll 2015

Auf den Spuren des Mittelmeerforschers Ludwig Salvator werden wir mit Künstlerinnen und Künstlern, die im Rahmen des Projektes "Nixe" neue Arbeiten entwickelt haben, die Beziehung zwischen Kunst und Wissenschaft ausloten. Wir werden den ersten Festivalabend Revue passieren lassen, an dem die Ränder der elektronischen Club-Kultur experimentell erkundet wurden, im Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Zukunft. Dieser Abend mit dem Titel "Reshaping Club Music" stand ganz im Zeichen der neuen Plattform Shape des Festivalnetzwerkes ICAS für neue spannende Projekte im Bereich der Musik und audiovisuellen Kunst. Auch der Shape Künstler Marco Donnarumma wird bei uns vorbeischauen, dessen Installation Nigredo im Grazer Kunsthaus die Besucher/innen zu einem intensiven Selbsterfahrungstrip einlädt. Unmittelbare und punktgenau platzierte auditive, visuelle und taktile Reize, in einem Biofeedback-Verfahren in Gang gesetzt durch das Pulsieren des eigenen Körpers, lösen instinktiv Empfindungen aus, die erst im Nachhinein ein rationales Einordnen zulassen. Und wir werden die Uraufführung des Stückes "Radiazione di corpo nero" von Teresa Carrasco live übertragen, eine Auftragskomposition des musikprotokoll gemeinsam mit dem IEM, dem Institut für Elektronische Musik der Kunstuniversität Graz, mit dem wir heuer seinen 50. Geburtstag feiern. Unter anderem.

Susanna Niedermayr und Astrid Schwarz
[field_sendung_datum] | Ö1 KLASSIKTREFFPUNKT: Live von der Grazer Murinsel
Albert Hosp
[field_sendung_datum] | KUNSTRADIO-RADIOKUNST: Always here for you von Claire Tolan und NIXE/Schiffssignale
[field_sendung_datum] | SPIELRÄUME: Omar Niang – Palma de Mallorca als musikalische Multikulti-Welthauptstadt
[field_sendung_datum] | ZEIT-TON: NIXE. Mediterranean Measures, ein Projekt im öffentlichen Raum
[field_sendung_datum] | ZEIT-TON: Christian Fennesz mit dem RSO Wien
[field_sendung_datum] | ZEIT-TON: Das RSO Wien spielt die Symphonie fleuve op.20 von Jorge E. López
[field_sendung_datum] | ZEIT-TON: Ulrich Troyer. Dub-Gebirge in Graz
[field_sendung_datum] | ZEIT-TON: Am Puls der Zeit. 30 Jahre ensemble recherche
[field_sendung_datum] | ZEIT-TON: Noise Me Tender - Petra Ackermann, Philipp Meier und Jorge Sánchez-Chiong
[field_sendung_datum] | ZEIT-TON: San Teodoro 8, un omaggio a Giacinto Scelsi
[field_sendung_datum] | ZEIT-TON: The International Nothing
[field_sendung_datum] | ZEIT-TON: Hildur Guðnadóttir & Omár. Der Beginn eines Lebensprojektes
[field_sendung_datum] | ZEIT-TON: Reshaping Club Music mit Assimilation Process und Pasajera Oscura
[field_sendung_datum] | ZEIT-TON: Reshaping Club Music mit Ketev und Lorenzo Senni
[field_sendung_datum] | DIE LANGE NACHT DER NEUEN MUSIK: Pure Elektronik. Vintage Concerts 26.11.2015 23.03
[field_sendung_datum] | ZEIT-TON: técnicas recuperadas von Vinzenz Schwab
[field_sendung_datum] | Zeit-Ton Porträt: Stefan Senf. The Future is Cancelled.

Seit ihrem Beginn in der bewegten Wendezeit Anfang der 1990er Jahre, als nicht zuletzt auch Techno vom Westen in den Osten schwappte, gestaltete Stefan Senf die elektronische Clubkultur Dresdens tatkräftig mit, - als Veranstalter, DJ, Labelbetreiber, Radiomacher und elektronischer Musikproduzent. Dabei waren es immer schon die schnelleren Beats und härteren Sounds, die den so vielseitig Kreativen anzogen. Als Noize Creator machte sich Senf bald auch weit über die deutsche Landesgrenze hinaus einen Namen. Hard Core, Speed Core, Break Core, Drum Funk, Juke - der Musiker forderte sich und sein Publikum in den vergangenen zwei Jahrzehnten immer wieder neu heraus und entwickelte sich dabei zu einem wahren Meister fortgeschrittener Beat-Akrobatik.

Assimilation Process

Assimilation Process nennt sich das jüngste Projekt von Stefan Senf, das nun vorwiegend auf postapokalyptisch anmutenden Klangflächen aufbaut, aus denen die Beats nur mehr gelegentlich wie eine flüchtige Erinnerung an einst durchfeierte Partynächte hervorblitzen. Oder um es mit dem Titel der jüngsten EP von Noize Creator zu sagen: The Future is Cancelled.

Auftritt beim musikprotokoll

Mit seinem Projekt Assimilation Process wird Stefan Senf am 8. Oktober beim diesjährigen musikprotokoll im steirischen herbst auftreten, im Rahmen des Konzertabends "Reshaping Club Music". Der Titel verweist nicht zuletzt auf die Plattform SHAPE, die das musikprotokoll Ende vergangenen Jahres mit fünfzehn weiteren Festivals des Festivalnetzwerkes ICAS der International Cities of Advanced Sound zum Austausch neuer und spannender Projekte im Bereich der Musik und audiovisuellen Kunst gegründet hat.

Zeit-Ton Porträt.
Donnerstag, 17. September 2015 | 23:03
Stefan Senf. The Future is Cancelled. Gestaltung: Susanna Niedermayr

Susanna Niedermayr
[field_sendung_datum] | Zeit-Ton extended: ICAS Radio vom TodaysArt

Vergangenes Wochenende fand in Den Haag direkt am Strand im Stadtteil Scheveningen die 11. Ausgabe unseres ICAS Partner-Festivals TodaysArt statt, - an einem ganz speziellen Ort, nämlich auf, in und rund um den nach einigen Jahren Leerstand soeben wiederbelebten Pier von Scheveningen. Am 25. September 1965 plante dort die internationale Künstler/innen-Bewegung ZERO das großangelegte Event „ZERO on see“. TodaysArt feierte mit seiner diesjährigen Festivalausgabe den 50. Jahrestag dieser dann leider nicht verwirklichten Veranstaltung, - mit einer Vielzahl an Installationen, Konzerten, Performances und Vorträgen, die den Geist von ZERO wiederaufleben ließen.

Feuerorgel und Strandplattenspieler

In dieser Ausgabe von ICAS Radio streifen wir drei Stunden lang über das Festivalgelände. Gemeinsam mit Remco Schuurbiers und Petra Heck von TodaysArt werden wir in die Geschichte des Piers und von ZERO eintauchen. In und vor der temporäre TodaysArt Galerie werden wir die Künstler/innen Lisa Park, Evelina Domnitch, Dmitry Gelfand, Lotte Geeven, Thomas Grill, Onno Dirker und Christian van der Kooy treffen, um gemeinsam mit ihnen über ihre Arbeiten zu sprechen. Geert-Jan Hobijn von Staalplaat wird erzählen, wie es zu dem Bau der gewaltigen Feuerorgel "Zeero" kam, die mit ihrem tiefen Basssound den alterwürdigen Pier zum Erzittern brachte. Danach wird Hobijn uns noch den idealen Strandplattenspieler vorstellen.

Muschel-Opernhaus und 4DSound

Direkt am Meer wird der Künstler und Autor Hilarius Hofstede aus seinem so klingenden Buch "De Markies van Water" vorlesen. Patrick Healy wird über die Aktualität der jungen philosophischen Richtung des Spekulativen Realismus und der Notwendigkeit einer permanenten Avantgarde sprechen. Natalie Jeremijenko wird ihr alternatives Pier-Projekt "Pier-2-Pier" vorstellen, das nicht nur auf die Bedürfnisse der Menschen, sondern auch auf jene der anderen Lebewesen in diesem speziellen Ökosystems eingeht, - Muschel-Opernhaus inklusive. In der E.OE Electriciteitsfabriek werden wir uns vom so brillanten und allumfassenden Klang des 4DSound-System umschließen lassen, - Sensoren und biophysikalisches Instrument inklusive. Neben vielen weiteren Premieren präsentierte Marco Donnarumma dort sein speziell für dieses Sound-System geschaffenes Stück „0-Infinity“.

Von Japan bis Sibirien

Der Festivalbegründer Olof van Winden wird von der dieser Tage ebenfalls stattfindenden TodaysArt-Ausgabe in Japan berichten. Sarah Lauzemis wird das jüngste ICAS Festival – Schiev – vorstellen, das vom 5. bis zum 8. November erstmals in Brüssel über die Bühne gehen wird. Und es wird einen Stimmungsbericht von der CTM Festivalausgabe in Sibirien geben. All das und noch mehr vor dem ewigen Rauschen des Meeres.

Die Musik in dieser ICAS Radio Show wird von den SHAPE Artists 2015 kommen.

Zeit-Ton extended
Freitag, 02. Oktober 2015 | 23:03
ICAS Radio vom TodaysArt Festival in Den Haag. Gestaltung: Susanna Niedermayr und Oliver Baurhenn gemeinsam mit TodaysArt

Susanna Niedermayr
[field_sendung_datum] | Kunstradio: In Labour on Radio von Stine Janvin Motland

GAD Technologies von Marija Bozinovska Jones und J. G. Biberkopf, sowie In Labour on Radio von Stine Janvin Motland.

Mit ihrer Stimme vermisst die norwegische Künstlerin Stine Janvin Motland die Umgebung, sie bewegt sich in und zwischen Innenräumen und Außenräumen und reagiert auf zufällig auftretende Geräusche, auf mechanische Rhythmen und auf Vogelgesang. Ihre 2013 erschienene Solo-LP In Labour war Ausgangspunkt für Live-Performances vor Publikum. Mit zwei dezenten Mikrophonköpfen vor dem Mund spazierte sie durch die Straßen von Inderøya in Norwegen und Athen in Griechenland – die Laute und Atemgeräusche, die Motland in Korrespondenz mit den Umgebungsgeräuschen äußerte, wurden live übertragen. Aufbauend auf dieses Projekt, das Stine Janvin Motland als „Live-Radiostück mit einer abstrakten Erzählstimme“ bezeichnet, entwickelt sie nun ein tatsächlich für die Radio-Übertragung bestimmtes Stück mit dem Titel In Labour on Radio. Aufnahmen der Performances in Inderøya und Athen, sowie eine neu aufgenommene Vokal-Fassung, bilden den Rahmen für das Stück, für das auch Musikerinnen und Musiker zugezogen werden. „Die Dualität der Stimme und ihrer Umgebung dienen improvisierenden Musikern als Partitur, die sie interpretieren“, so die norwegische Stimmkünstlerin Stine Janvin Motlan.

Weiters wird in diesem Ö1 Kunstradio das Radiostück GAD Technologies von Marija Bozinovska Jones aka MBJ Wetware und J.G. Biberkopf präsentiert werden, die zweite Arbeit, die im Rahmen des CTM Radio Lab 2016 neben All Hail Mother Internet von Deena Abdelwahedentstanden ist. „To gad“ bedeutet „sich herumtreiben“, „umherziehen“. Gleichzeitig steht die Abkürzung G.A.D. für „General Anxiety Disorder“, „generalisierte Angststörung“. Unstetigkeit und Angst sind typische Symptome der Verflüssigung im Zeitalter des extremen Technokapitalismus, meinen die Künstlerin und der Künstler.

Gemeinsam entwickelten sie eine Radioperformance, in der sich die Grenzen aller erdenklichen Klangwelten auflösen.

Text: Anna Soucek

Anna Soucek
Radio Österreich 1 Bild

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Radio Österreich 1

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So 23.03Uhr
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RSO Wien

Das ORF Orchester
mit Schwerpunkt Neue Musik.