musikprotokoll 2003 Header

musikprotokoll 2003

musikprotokoll 2003 Programmheftcover

Zum 36. Mal findet das musikprotokoll heuer statt, als Produktion des ORF in Kooperation mit dem steirischen herbst. Nachdem das Festival in der jüngeren Vergangenheit eine ganze Reihe von veranstalterischen und künstlerischen Innovationen federführend umgesetzt und vom Ästhetischen bis hin zum Geographischen neue Territorien erschlossen hat, wartet auch die heurige Ausgabe mit markanten Ereignissen auf: Ein mehrere Meter grosser Subwoofer wird von einem Grazer Künstlerteam für die Eröffnung am Donnerstag als Instrument umgebaut und eingeweiht; der Guru der elektronischen Klangmassen, der heuer 70jährige Phill Niblock präsentiert am Freitag neue Werke in Klang und Bild; mit einem raffiniert virtuosen und sehr frankophilen Konzert präsentiert das RSO-Wien Samstag Nachmittag mit Chefdirigent Bertrand de Billy Musik von Michael Jarrell und Henri Dutilleux in der Helmut-List-Halle, vom italienischen Star-Komponisten Salvatore Sciarrino stammt eine grosse Uraufführung im Programm des Klangforum Wien neben neuen Werken junger Komponisten.

Am Sonntag präsentieren das ensemble recherche und das Streichquartett des Klangforum Wien Ur- und Erstaufführungen von u.a. Alan Hilario, Ryota Mikami, Claus-Steffen Mahnkopf, Peter Lackner, Georg Friedrich Haas. Im Inneren des Schlossberges gelangt George Lopez' multimediales Gebirgskriegsprojekt zur Uraufführung.

Das musikprotokoll ist seit 1968 der zeitgenössischen Musik in vielen ihrer Spielformen verpflichtet, dem Publikum vor Ort als Teil des Festivals steirischer herbst wie auch medial in Radio und Internet. Wir haben in den letzten Jahren unsere Internetpräsenz vom einfachen Programmüberblick zu einem Informationsportal mit Biografien, Bildern, Musikexzerpten, live web-cam, Dokumentationen u.v.a ausgebaut. Ab diesem Jahr wollen wir die Geschichte des musikprotokoll, die ja auch einen Teil der nationalen und internationalen Musikgeschichte des 20./21.Jhdt darstellt, in Form eines Archivs im Netz präsentieren. Das Archiv bietet sowohl Textinformation, als auch Bild- und Tonmaterial. Es dokumentiert, wie dieses Festival als eine Art Labor dem Ausloten neuer und oft im Selbstverständnis der zeitgenössischen Musik noch marginalisierter Positionen Raum gegeben hat.