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musikprotokoll 2000

musikprotokoll 2000 Programmheftcover

Den Alltag und unsere Erfahrung dominieren maschinell vorgefertigte Bilder und Töne, genauer gesagt bestimmte vorgefertigte Koppelungen von Bildern und Tönen. Als Kunst gilt es dieser Präfiguration Eigenes entgegenzusetzen. Mit den audio- und visuellen Mitteln der Genres Film, Video, Internet und den Randzonen zwischen Konzert, Performance und Installation gestalten die Künstler des heurigen Musikprotokolls Inseln des multimedialen Ausnahmezustands. Im Medienraum, im Industrieraum, im Kino, im Bad sind die Teilnehmer und Besucher mit inszenierter Wirklichkeit und vorgeführter Möglichkeit konfrontiert. Dem simplen Abbilden mißtrauen ist hier die Chiffre für sowohl ästhetische Konsequenz als auch politische Haltung.
Während die Clubszenen ihre Locations einem Relaunch als Cinemasonic Lounges unterzogen, nachdem aus Multimedia New Technologies und aus Musiktheater Multimedia geworden war, und weil in Netz-, Video-, und Computerkunst die Töne und die Bilder nicht ohne einander auskommen, finden sich akustische wie optische Künste in neuen Verhältnissen zueinander wieder. Das Musikprotokoll bezieht Position.

Das Programm des Musikprotokolls im steirischen herbst beruht in einzelnen seiner Teile auf Kooperationen. Aufbauend auf der Zusammenarbeit von ORF Österreich i als hauptfinanzierender und programmverantwortlicher Veranstalter und ORF Landesstudio Steiermark als ausführender Veranstalter ermöglicht der steirische herbst als dritter Partner die Durchführung des Festivals in seiner aktuellen Form. ArtCult ist wieder Hauptsponsor des Festivals. Das Programm des Jahres 2000 ist darüber hinaus geprägt von folgenden Kooperationen: Die Kooperation des Musikprotokolls mit dem Festival DIAGONALE - Forum österreichischer Film begann im März 2000, als die Diagonale unter dem Titel "sights & sounds" sechs "Ereignisse zum aktuellen Verhältnis von Bildern und Tönen" vorstellte. Teile des Programms des heurigen Musikprotokolls sind aus dieser ideellen Kooperation hervorgegangen, zwei Programmpunkte sind tatsächliche Koproduktionen: die Filmkompilation "Betriebsgeräusch" und die Videokompilation "AudioVisionen", die in der Bar in den Waagner-Biro-Hallen läuft. In Kooperation mit dem Musikprotokoll präsentiert das radikale musikpädagogische Projekt "Klangnetze" aktuelle künstlerische Ergebnisse und ein soeben neu erschienenes Klangnetze-Buch.

Über die reguläre Zusammenarbeit hinaus kooperieren Musikprotokoll und steirischer herbst für das samstagnächtliche theatre & rave Spezialprojekt "Trance Bakxai". In Kooperation mit dem ORF-Kunstradio präsentiert der Medienkünstler Peter Courtemanche das Abschlußprojekt des Festivals, zur Sendezeit von Kunstradio, sonntags, zur Stunde vor Mitternacht. Und last but not least feiert die Grazer Oper in einem Festkonzert des Grazer Philharmonischen Orchesters dessen 5OJähriges Jubiläum mit zwei Uraufführungen im Rahmen des Musikprotokolls.